Band 
Achter Band. O bis Q.
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Patriinoniuin Petri Patriotismus L18

Aufsicht des Staats untergeordnet, welche grobe Mißbrauche mit ibrer Aufhebungbestrafen kann. Da bei ihrer Ausübung nach den LandeSaesetzen und besondersnach den Untergerichtsordnungen verfahren und gesprochen werden muß, so pfle-gen die (Gutsbesitzer, die selten der Rechte kundig sind, sie durch eigne von ihnenernannte Rechtsgelehrte verwalten zu lassen, welche Gerichkrbalter, Gerichtsver-Walter, Justitiarien, Gerichksdirectoren re. genannt werden. Diese müssen abervorher in den meisten Landern über ihre Rechtskenntnisse geprüft, vom Landes-herr» bestätigt und auf die Rechtspflege beeidigt werden, wodurch sie den Charak-ter öffentlicher Beamten bekommen. Sie können daher nicht eigenmächtig voinGutsherrn entlassen, sondern wegen verübter Vergebungen nur durch Urtheil undRecht ihres Amtes entsetzt werden. In neuern Zeiten ist die Frage über dieZweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit der PatrünonialgerichtSbarkeit mehr alsjemals zur Sprache gekommen; da sie zu vielen Mißbrauchen Anlaß gibt und dieEinheit in der Justizverwaltung des ganzen StaatS hindert, wäre es wol besser,solche eingehen zu lassen. Dies wird aber wegen des den Standesherren einge-räumten InstanzenzugS für lange große Schwierigkeiten finden; indeß kann derLandesherr durch die bessereOrganisation dieserGerichtSbarkeir solche unschädlichermachen, und es dürften dann viele Gutsherren, denen sie Kosten macht, solcherfreiwillig entsagen. »r.

P a t r i m o n i u m Petri, Peters Erbtheil, heißt ein Theil des Kirchen-staats, oder diejenige päpstl. Provinz, welche Kaiser Konstantin im 4. Jahrh, demPapste geschenkt haben soll, die aber eigentlich zu Anfange des 12. Jahrh, durcheine Schenkung der Gräfin Mathilde von Tuscien an die Päpste kam. (Vgl.Konstantin, Mathilde und Papst.)

Patriot. Nach dem Latein des Mittelalters hieß st.itrloM nur ein Lan-deSeingeborcner, im Gegensatze gegen den Wiegn i nun. den Fremdling, d. i. derkein Bürgerrecht im Lande hat. Aber wie dies Bürgerrecht, es sei durch Geburtoder Verdienst gewonnen, nicht bloß Gerechtsame gibt, sondern auch an die Ge-meinschaft, welche dieselben ertheilt und schlitzt, so unauflöslich knüpft, daß jedesGlied sich nur als einen Theil des Ganzen betrachten und das Eigne, Besondere,dem Allgemeinen unterordnen muß, so liegt in dem Worte Patriot allerdingsauch der schone Begriff eines Mannes, der dem Lande, in dem er das Bürgerrechthat, völlig ergeben ist. Der ganze Begriff des Patrioten ist eigentlich, wie schonin dem römischen eivi«, so in dem deutschen Bürger enthalten, ja bei unsern Va-tern galt das hohe Wort: Mann, gleichbedeutend für das entbehrliche fremde:Patriot. Gerade in den Zeiten, da in unserm Vaterlande sich die größten vater-ländischen Tugenden offenbarten, hat man nichts von Patrioten vernommen.Auch haftet dem Worte wirklich ein Makel an, indem es in den Stürmen gefähr-licher Volksbewegungen so häufig gemißbraucht worden ist, daß man es gewisser-maßen für gleichbedeutend mit Volksverführer halten könnte. Doch gilt es nochimmer auch in der edelsten Bedeutung von Dem, der das allgemeine Wohl demeignen vorzieht, dem kein Opfer für das Vaterland zu groß ist, dessen Liebe für dieHeimakh sich durch Wort und That bewährt, der m den Zeiten der Noth wie desGlücks sich zu seinen Mitbürgen hält lind allem Fremden, das gewaltsam oderlistig eindringen will, treu bis zum Tode widerstrebt. Diese heilige Bedeutungvon jedem Nebenbegriffe, der an das Wort Patriot sich anschloßt, zu trennenund das Fremde zu verbannen, hat man für dasselbe das deutsche Wort Vater-landöfreund empfohlen, das sinnvoll und richtig gebildet ist, aber doch einige Un-bequemlichkeit hat, zumal sich keine andre Form dadurch bilden läßt, wie von Pa-triot patriotisch (vaterländisch gesinnt). >«-.

Patriotismus, die wirksame Gesinnung des Patrioten. Vaterlands-liebe, Bürgertugend ist der eigentliche Sinn, für den wir keines Fremdlings be-