313
Paul Verdrieße Paul I. (Kaiser v. Rußland )
in c) gerieben, und von dem Componrsten angezeigt in welchen Ton gestimmtwerden soll. Zn einigen Füllen, z. B. bei Beethoven , werden die Pauken anders,z. B. in Octaven gestimmt, wo ein besonderer Eindruck bezweckt ist. Dft wechselndie Pauken in einem und demselben Satze ihre Stimmung, dann muß derCom-ponist die nöthigen Pausen, welche zum Umstimmen nöthig sind, geben. DerPauker pflegt die vorgeschriebenen Noten nicht einfach, sondern mit gewissenSchlagmanieren anzugeben, als da sind: die einfache, die doppelte oder gerissene,die getragene Zrmge, die ganze Doppelzunge, die Doxpelkreuzschläge, der Wirbel,der Doppelwirbel.
Paul (Vincent de), der Stifter der Priester von'der Mission, geb. 1578in dem Dorfe Povi in Frankreich, studirte zu Toulouse , erhielt nach wunderbarenSchicksalen eine Pfarre zu Clichv, und stiftete mir Hülfe einer reichen und from-men Frau eine Missionscongregakion, deren Glieder zunächst bestimmt waren, denArmen das Evangelium zu predigen und voi nehmlich 8 Monate des Jahres alsSeelsorger, Friedensstifter, Krankenpfleger und sonst auf alle Weise als Beför-derer der Sittlichkeit unter dem Landvolks zuzubringen. Daneben sollten sie auchin Gemeinschaft sich selbst zu einem musterhaften und erbau!,chen Betragen erwe-cken, und endlich Die, welche sich anschickten, Landpriester zu werden, mit ihrenKenntnissen und Erfahrungen zu dem künftigen Berufe unterstützen. Zhr Haupt-sitz war das Stift St. -Lazarus zu Paris , wovon sie auch den Namen L azarü-sten (s. d.) empfingen. Nach dem Tode des Stifters (1660) haben sie sich weiterausgebreitet und eine vielseitige Geschäftigkeit gezeigt. Vincent de Paul wurdenach seinem Tode unter die Heiligen aufgenommen.
Paul I. , Kaiser von Rußland, geb. d. 1. Qct. 1754. Sein Vater, da-mals Großfürst, nachher Kaiser Peter I II., wollte ihn, aus Abneigung gegen seineGemahlin Katharina, von der Thronfolge ausschließen. Man sagt, aber wol ohneGrund, er habe den Prinzen Zwan, den »Lchwesterenkel der Kaiserin Anna, derschon von dieser zum Thronfolger bestimmt worden, auch nach ihrem Tode (1740),kaun: 2 Monat alt, auf den Thron gelangt, aber am 6. Dcc. 1741 durch diePrinzessin Elisabeth, Tochter Peters des Gr., verdrängt und inS Gefängniß ge-stoßen worden war, zu seinem Nachfolger ernennen wollen. Paul verlebte seineersten (fahre, ohne Vater - und Mutterliebe zu kennen. Als sein Vater 1762Reich und Leben verlo-, und Katharina U. den ScepierRußlando führte, ward er,nach ZwanS unglücklichem Ende, der einzige Erbe des Reichs; Katharina wendetedaher Alles an, um die schwankende Gesundheit desselben zu befestigen, den sieals eine Stütze ihres Throns betrachtete, weil die Russen an ihm mir großer Liebehingen. Graf Panin, ihr erster Minister, ein ihr völlig ergebener Mann, wardOberhosmeister, und Aexinus Lehrer des Prinzen. Paul war aufgeweckt undbesaß Talente; doch hatte er kein andres Buch ganz ausgelesen als eine franz.Übers. von Smollct'S „Peregrine Pikle". Seinem sonst offenen Charakter gababer bald die Erinnerung an das traurige Schicksal seines Vaters, verbunden mitdem Drucke, unter dem die Kaiserin ihn hielt, eine gewisse Härte und Verschlossen-heit, zumal da seiner Mutter Hcrrschereifersucht ihn bei heranreifenden Zähren mitAuflaurern umgab. Doch hielt ihn diese Strenge nicht ab, in Katharinen stetsdie Mutter zu ehren, und nur selten äußerte der lebhafte Prinz die in seiner Brustverschlossenen Gesinnungen. 1773 ward der Großfürst mit der Prinzessin Wil-helmine von Hessen-Darmstadt vermählt, die bei ihrem Übertritte zur griech.Kirche die Namen Natalia Alepiewna erhielt. Zm folg. Jahre begleitete Paulseine Mutter nach Moskau , bei welcher Gelegenheit Andreas Razumowsky den»Großfürsten Winke zur schnellen Erreichung tesTbronS gab, die dieser edelmüthigverwarf. Razumowsky'ü Plan blieb jedoch der Kaiserin nicht verborgen, und der