Band 
Achter Band. O bis Q.
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820 Paul I. (Kaiser v. Rußland )

junge, ehrgeizige Mann wurde als Gesandter nach Neapel entfernt. Als die Groß-,sürstin Natalia ani 26. April 1776 im Wochenbette starb, war Paul tief betrübt.Katharina knüpfte hierauf, um ihren Sohn wieder zu vermählen, mit dem wür-tembergischen Hofe Unterhandlungen an. Auf Friedrichs >>. Einladung reistePaul 1776 nach Berlin . Hier traf er die ihm bestimmte Gattin, welche ihmso wohl gefiel, daß er sich sogleich mir ihr verlobte. Nach einer Reihe von Fe-sten, die Friedrich ihm gab, kehrte er nach Petersburg 'Zurück, wohin bald daraufDorothea Angnsta Sophie vonWürtemberg folgte, die nun die Namen MariaFedorowna annahm und am 18. L)ct. 1776 mit ihm verbunden wurde. ?(us die-ser Ehe entsprangen die Großfürsten Alexander, Konstantin, NicolauS und Mi-chael, und die Großfürstinnen Alexandra (Braut des Königs Gustav >V. Adolfvon Sckweden, dann 17)6 Gemahlin des Erzherz. Joseph, PalatinuS, gest.1861), Maria (Großherzogin von Weimar), Helena (Erbprinzess. zu Mecklenb.-Schwerin, gest. 180Z), Katharina (Königin von Würtemberg, gest. 1819) undAnna (Kronprinzessinn der Niederlande ). Das häusliche Glück, das der Prinzgenoß, verbunden mit der Aussicht zu einer Reise durch Europa , tröstete ihn „derden Druck, unter welchem die Kaiserin ihn von allen Regierungsgeschäften aus-schloß, und der so weit ging, daher, als Großadmiral der russischen Seemachl,nicht einmal die Flotte in Kronstadt besuchen durfte. 1780 trat Paul mit sei-ner Gemahlin, u. d. N. Graf und Gräfin v. Norden, die gewünschte Reise durchPolen, Deutschland, Italien, Frankreich und Holland an. Nach 14 Monatenkehrten Beide zu ihren: gewöhnlichen Aufenthaltsorte Gakschina zurück. Hierlebte Paul in gezwungener Unthätigkeit, da seine Mutter ihm weder erlaubte demFeldzuge gegen die Türken beizuwohnen, noch sonst an StaatsangelegenheitenTheil zu nekmen. Zwar machte er den Krieg in Finnland gegen Gustav III. mit, kehrte aber bald mißmuthig in seine Einsamkeit zurück, da er sah, wie auchhier ihm aller freie Wille genommen war. Die umerdeß ausgebrochene Revo-lution in Frankreich fing an das Petersburger Cabinek zu beschäftigen, um somehr, da eine Menge franz. Flüchtlinge sich nach Rußland wandte. Paul warfür die «ache der gegen Frankreich verbündete» Fürsten und behielt bis ans Endeseines Lebens eine lebhafte Furcht vor den Jakobinern, deren Grundsätze er überallwitterte. Seine ersten Herrfcherhandlungen nach Katharinens Tote (den 17.Nov. 17)6) waren Werke des WohlthunS, vollbracht im Gefühle der Freude,sich endlich frei zu sehen. Rasch wurden Unordnungen im Heere und >n derFlotte abgestellt, die Katharina übersehen hatte. Gegen das an ihm geübteBeispiel ließ er seinen «ohn Alexander an den Geschäften Theil nehmen, und dieLeiche seines Vaters, Peters lll., zugleich mit Katharinens Leiche feierlich in dieGruft der Kaiser beisetzen; auf feinen Befehl mußte» AlexiS Drloff und Bara-tinsky das Leichentuch halten. Orloff lebte hierauf im Auslande; die vertrau-testen Diener Karhar>na's > I. wurden entfernt. Nun stellte Paul das alte Reichs-gesetz wieder her, dem zufolge das weibliche Geschlecht, so lange männliche Nach-kommen vorhanden sind, von der Thronfolge ausgeschlossen ist, und bestimmtediese, durch einen zu Moskau während feiner Krönung (16. April 1797) er-lassenen UkaS, nach dem Rechte der Erstgeburt. Friedliebend endigte er denKrieg mit den Persern und ließ, laut sein Mißfallen äußernd über das Verfah-ren seiner Mutter gegen Polen, die in russischer Hast befindlicben Polen los;Kosciuszko nahm jedoch die ihm angebotene Pension nicht an. Indeß hatte derDruck, den Paul fast 40 I. lang erlitte», fortwährend den traurigsten Einflußauf fein Leben, und die mancherlei Mißgriffe, die er sich zu «chulden kommenließ, entsprangen größtenrheils aus dieser Quelle. Seine Verfügungen über dieEinfuhr ausländischer Bücher in sein Reich, sowie über den Eintritt fremder Rei-sender, und überhaupt seine gegen den Geist der Zeit anstrebenden Anordnungen