Band 
Achter Band. O bis Q.
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325
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Pauliner Paulorvsk 825

Tode sehte sie ihm 1804 und 1806 ein Denkmal der Freundschaft durch Heraus-gabe seiner hinterlassenen Werke, von ihr mit herzlich einfachen Worten eingeleitet.Eine geistvolle Dichtung der Fürstin, worin sie den Gekammtberus ihres Geschlechtsdarstellt, findet man im 2. Hefte der „Iduna": „Die Tbeestunde einer deutschen Fürstin" (180,6). Mit kluger Umsicht benabm sie sich mährend Napoleons Zwmg-herrschast, sodaß derselbe das Fürstenihum Lippe als eines jener Länder bezeichnete,welche von KriegSrequisi'kionen verschont bleiben sollten. Zum Besten ihres Landesunternahm sie eine Reise nach Paris , wo sie durch Einsicht und Geistesgegenwartdem KaiserAchtung einflößte und dieFrcundschaft Iofephinens gewann. Im wah-ren Sinne des Worts war sie Selbstregentin; sie selbst las, prüfte, erwog; sieselbst verordnete; sie selbst musterte ihr TruppencorpS und entwarf die Etats zuderen Verpflegung; sie sah bändereiche Acten über schwierige Rechtsbändel durchund führte oft viele Stunden lang in ibrem Regicrungscolleginm den Vorsitz.Der Ausführung einer von der Fürstin selbst 1817 entworfenen Derfaffuugsur-kuude widersetzten sich die Landstände; dagegen erhielt sie einen Beweis allgemeinerVerehrung durch den seltsamen Antrag der S ladt Lemgo , das bürgei ineistei lichoAmt zu übernehmen. Sie that dies, weil sie alle Verhältnisse kennen zu lernenwünschte. Je näher der Zeitpunkt der Übergabe der vormundschaftlichen Regierungkam, um so strenger schien sie über die Aufrechthaltung ihrer Autorität zu wachen,wodurch manche auffallende Maßregel erklärlich wird, wie z. B. die Anwendungbewaffneter Macht in den Streitigkeiten mit Lippe-Schaumburg. Am 4. Juni1820 übergab sie die Regierung ihrem ältesten Sohne; ober körperliche Leiden un-tergruben bald ihre Gesundheit. Fortwährend mit edlen Zwecken beschäftigt, schriebsie noch auf ihrem Sterbelager Resolutionen in Armensachen. Unter den angrei-fendsten Krämpfen blieb ihr Geist stark und fest; so schied sie vom Leben ani 29.Dec. 1820. Ihr früher geäußerter Wunsch, daß man nach ihrem Tode sagenkönne: „Sie war treu in jeglichem Beruf!" ist erfüllt. Mit hoher Selbstauf-opferung war sie rastlos thätig für alles Gute und Edle; überall offenbarte sich dieKlarheit und Gediegenheit ihres Geistes, die Kraft ihres Wollend und die Tiefeihres Gemüths. Als Muster einer weisen Regennn, liebevollen Mutter und wah-ren Christin, wird das Andenken der Fürstin Pauline nie untergehen. Ein Denk-mal ihrer Regentschaft hat sie u. A. auch dadurch gestiftet, daß sie einen Skraßen-damni, den Weg von Horn nach Paderborn , zwischen den Felsen des Eggester-steins hindurchfuhrte: ein Thor, welches an Erhabenheit in ganz Deutschland seinesGleichen nicht Hot. (S. Clostermeyer's „Beschreibung des Eggestcrsiein'S", Lemgo 1824.) S. ihr Leben in den „Zeitgenossen", Nr. XXX.

Pauliner oder Paula ner, s. Minimen.

Paulowsk, ein kaiserl. Lustschloß, 4Meil.vonSt.-PeterSburg, dasKai-ser Paul feiner Gemahlin, zugleich mit dem etwa 2 kleine Stunden davon entfern-te» Gatschina, vermachte. Die Kaiserin Diaria (st. d.ö.Nov. 1828) vermachtejenes dem Kaiser NicolauS, dieses dem Großfürsten Michael. Die Einrichtung die-ses Schlosses und seiner Umgebungen spricht ganz den Geist derWohlthätigkeituudden guten Geschmack dieser Fürstin aus. An dem Wege dahin sind Wohnungen fürArme und Hülflose, Waisen- und Erziehimgohäuser, und schöne Gärten, derenAufsicht Invaliden übergeben ist. Die Galerie von Paulowsk enthält mehre Mu-rillo, Paul Deronese, Bassano n. a.; Ansichten von Rom , von Robert; Nachbil-dungen alter Statuen und Büsten. Berühmt ist das < labinei >Ie renni-m. dessenGeräthe und Verzierungen von den Prinzessinnen des kaiserl. Hauses gearbeitet sind.In den Gärten um Paulowsk, im engl. Stele angelegt, bewundert man die Zauber-insel, den Rosenpaviklon u. a. Anlagen, in welchen öfter Familienfeste von derKaiserin Mutter angeordnet wurden. Am 19. Nov. 1824 litten sie kehr durch dieSturmfluten der Newa. Paulowsk wurde 1780 nach der Zeichnung eines Eng