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Achter Band. O bis Q.
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Paulus (Apostel)

Königin und beide Häuser des Parlaments dem Gottesdienste in der Kirche bei.Folglich war dieser ganzeBau in 35 I. durch einen einzigen Meister, Sir ChristophWren, unter einem Werkmeister, Thomas Strong, und einem einiigen Prälaten,I). Henry Crompton, vollendet. Das Gebäude ist aus Portlandstein in Gestalteines Kreuzes aufgeführt. Zwei Reihen sehr massiver Pfeiler theilen das Innerei» ein Schiff und Seitenflügel. Die günstigste Ansicht gibt cS von Lutgatestreetaus, wo die grosse Säulenhalle von 12 gekuppelten korinthischen Säulen, mit ei-nem zweiten Säulengange von 8gleichfall6 gekuppelten Säulen der gemischten Ord-nung darüber, eine auffallende Wirkung hervorbringt. Im Fronton dieses Vor-sprungS ist St.-Paulus Bekehrung in Relief dargestellt, eine Arbeit von FrancisBild. Die nordwestl. und südwestl. Ecken der Kathedrale schmücken 2 Thürm-.chen. Auf der Südseite, welche der nördlichen entspricht, ist unter dem Phönirim Fronton das oft angeführte „lle^ur^in". Vorzüglich gefällig sind die Formender Kuppel, und in der Ansicht von London gehört sie zu den bemcrkenswerthestenPunkten. Aber die innere Ausschmückung dieses Gebäudes entspricht nicht s. äu-ßei'li Prunke. Der Fußboden ist von schwarzen und weißen Marmorplatten schach-brelmäßig zusammengesetzt, vermehrt aber den Eindruck der Leere, welche diesehohen Mauern ohne Ausschmückung hervorbringen. Man hat ihn mit Fahnen,den Trophäen der britischen Tapferkeit, aufzuputzen angefangen. Die günstigsteAnsicht hat man am Flüstergange (tl,e xvl>>8,ie-ii„^ ^ullerz) am untersten,Kreiseder Kuppel; dort nehmen sich auch James Thornhill's Darstellungen aus dem Le-ben Paulus in den Flächen der Kuppel am vorcheilhaftesten aus. Die großeGlocke wird nur beim Tode eines Gliedes der königl. Familie, des Lordmayors,des Bischofs von London und des DechantS der Kirche geläutet. Auf 616 Stu-fen kann man zu der Kugel kommen. Um die Einförmigkeit des Innern zu unter-brechen, hat man seit 1790 Denkmäler und Bildsäulen erlauchter Todten in ihraufgestellt. Das erste galt dem Andenken John Howard'S 1796. Auch Nel-son, der in einer Gruft in der Mitte des Gebäudes beigesetzt ist, fand dort durchFlaxman ein bcmerkenswertbeS Denkmal, ebenso Sir W. Ioncs, Graf Howe,Sir Iosua Reynolds u. s. w. Über dem Eingänge zum Chor sieht man eine Mar-morplatte mit einer lar. Inschrift, ungefähr des Inhalts: „Hier ruht ChristophWren, Erbauer dieser Kirche und der Stadt der mehr als 90 Jahre, nicht sich,sondern dem allgemeinen Besten lebte, Leser, suchst du sein Denkmal, sieh umdich". (S. Wren.) Die Baukosten dieses Tempels rechnet man zu 1^ Mill.Pfund. Der als Literator und Architekt bekannte I. Grsilt hat eine Geschichteder londncr Sc.-Paulskwche geschrieben. In den „lUnrir.'.tio,,.? vl tl>e ziublieliiiilclin^ vl'l.oniloii" (mit histor. und beschreib. Berichten über jedes Gebäude),von den Architekten I. Britton und A. Pugin, findet man in Nr. 1. (London 1823) St.-Pauls abgebildet und beschrieben. 10.

Paulus, der berühmteste und verdienteste unter den Aposteln. Geborenvon jüdischen Ältern, welche zu TarsuS in Cilicien wohnten und das römische Bür-gerrecht auf ihn vererbten, ward er früh zu einer gelehrten Bildung hingelenkt undzu Jerusalem , wohin er als Jüngling ging, durch den Unterricht Gamaliel's, ei-nes der berühmtesten Rabbinen im Zeitalter Jesu, in das Studium der jüdischenSchriftauslegung und Sage eingeweiht; auch erwarb er sich, wie seine Briefeverrathen, eine genaue Bekanntschaft mit den griech. Dichtern und Philosophen,und trieb daneben, nach der Sitte der jüdischen Lehrer, ein Handwerk, wahr-scheinlich Zeltschneiderei und Tapezierarbcit, wodurch er sich in der Folge aufs. Reisen Unterhalt verschaffte. So zum Lchranite vorbereitet, trat er wenige Jahrenach dem Tode Jesu als Anhänger der pharisäischen Sekte und Verfolger derChristengemeinde, zu deren Unterdrückung der hohe Rath ihn in und ausser Jeru-salem gebrauchte, öffentlich auf. Die Aposiclacschicl te Hai mehre Züge der Hef -