532
Pauw Payne
(reg. 1442—58) ließ sie erweitern; nachher wurde sie breiter und höher gemacht,gepflastert und mit Luftlöchern versehen. Der ganze Fels ist überaus fest und niedurch ein Erdbeben erschüttert worden. In der Mitte der Höhle steht eine Capcllefür die Jungfrau Maria; über der Grotte sind Reste einer Wasserleitung und dessagen. Grabmals Virgil'S. Seit 1822 haben die östr. Truppen eine Kunststraßeüber den Paustlipp nach Puzzuoli angelegt, wodurch der Weg durch die Grotteumgangen wird. Bei dieser Gelegenheit fand man an der Spitze des Paustlippeine Grotte, welche wahrscheinlich die erg-pta p-nisilvpr,,,-» der Alten ist, da die jetztsogenannte auch beim Seneca ,.-rv>>iu uvipolituna heißt.
P a u w (Cornelius de), Kanonikus ftl Rauten im Kleveschen, geb. 4739 zuAmsterdam , starb am 7. Juli 1799. Er war ein Oheim des Anarcharsts Clooh.Wie dieser, hatte er eine große Neigung für sonderbare Meinungen, besaß aber da-bei unendlich mehr Scharfstnn und Gelehrsamkeit. In s. „koolierclieüZ'Iilguoz Er le>> Oroo;" und „8ur lc; 4,neri<u,iu!>. Ie>i lügvptiois et Ion <A>I, in',-."(Paris 1795, 7 Bde.) stellt er eine Menge von Behauptungen auf, aber er be-weist wenig. Er widerspricht darin allen Geschichtschreibern und setzt die Völker,von denen er spricht, herab. Man kann ihm viel Kenntniß, Verstand und Witznicht absprechen, aber ebenso wenig ist sein Hang zum Seltsamen zu verkennen.Indeß liest man ihn mit Vergnügen, weil sein Styl, bei einiger Rauhheit, dochsehr bündig, kräftig und beredt ist, und man bei ihm Vieles findet, was man ander-wärts vergebens suchen würde. Friedrich d. Gr. hielt, wahrscheinlich wegen seinerphilosophischen Grundsätze, viel auf ihn. Die Geistlichen feindeten ihn zwar ebendeßhalb an, aber er gebot ihnen Achtung durch seine Tugenden. Noch hat man vonihm mehre Ausgaben der Alten, z. B. des Äschylus.
Pavefi (Stephan), ein jetzt lebender ital. Theatercomponist, gebürtig ausCremona , gegenwärtig ungefähr 44 I. alt. Er studirte die Musik unter Picciniint Konservatorium S.-Onofrio zu Neapel , und schließt steh auch in s. Compositio-nen mehr an die alte ital. Schule an. Letztere zeichnen sich besonders durch ein-fachen Gesang aus. Unter s. Opern ist die für Mailand geschriebene Buffa:„8er äleronitonio", auch in Deutschland an mehren Orten bekannt. Seit 1818ist er Kapellmeister an der Kirche in Crema.
Pavia (I'ioinnm), eine alte Stadt im Mailändischen, am Tesstno, überden eine Brücke von Marmor die Stadt mit der Vorstadt verbindet (1760 H. und22,000 ^.). Das sardinische Gebiet geht bis an die Thore der Vorstadt auf derInsel des Tesstno, sodaß selbst die Garten - und Feldfrüchte dem Grenzzoll unter-worfen find. Ausgezeichnete Gebäude sind: die Paläste Mezzabarba, Bellisomiund Botta, und die neuerbaute Hauptkirche, wo die Lanze Roland's gezeigt wird.Die Universität soll Karl d. Gr. gestiftet haben; Karl I V. stellte sie 1361 her, und1770 ward sie auf Vermittelung ihres DirectorS, des Grafen v. Firmian / zweck-mäßig verbessert und den 11. Nov. 1817 von Neuem mit ihren 13 Collegien feierlichwieder eingerichtet. Sie hat eine Sternwarte. Das physikalische Museum, der bo-tanische Garten, das anatomische Theater und die Bibliothek haben durch die Fran-zosen manchen Verlust erlitten. Die Zahl der Studirenden ist über 1300. 1802
wurde den beiden Universitäten zu Pavia und Bologna die jährliche Summe von666,000 Lire ausgesetzt. Die Citadelle ist nach alter Art erbaut. P. war ehemalsdie Residenz der Könige der Langobarden. Im Park von Certosa wurde 774 derletzteLongobardenkönig, Destderius, vonKarld.Gr., und 1525 König Franz I. vonFrankreich vom Kaiser Karl V. gefangen. Zum Andenken an die letztere Begebenheitstand in dem berühmten Carthäuserkloster (Certosa), das viele Merkwürdigkeitenenthält, eine Säule, die aber 1795 von den Franzosen weggenommen wurde. AuchOtto d. Gr. ließ sich hier 951 zum Könige von Italien krönen.
Payne (Thomas), ein in der amerikan. und franz. Revolution berühmt