378 Perrier (Jacst-Conft. — Aug.Charl.)Perrier (Caskm.— Alex.)
Kunstakadeniie, deren thätiges Mitglied und Bibliothekar er wurde. Sein Ge-dicht: „I^e>!,' l.»in<i l« Oi.incl", welches er in der Akademie 1687 vorlas,erweckte den kritischen Streit über den Werth der Alten und Neuern. Er tratdarauf in seiner, in einen langen Dialog gekleideten „l'->r->ll«lv >Ics sucieu-, ct<>«e ue-i" (Paris 1688—96, -1 Bde.) hervor, in welcher er die anmaßendeBehauptung ausführte: die Neuern (worunter er vorzugsweise die Franzosen ver-sieht) hatten die Kunst und Wissenschaft, die bei den Alten sich noch in einem derKindheit nähern Zustande befunden, zur höchsten Vollkommenheit gebracht unddieselben in ihren Werken weit übertreffen: eine Ansicht, in welcher er an Boileaueinen kräftigen Gegner und späterhin an Fontenelle und Hudart de lü Motte eifrigeAnhänger fand. Nachher schrieb er: „l.«8 bnnn>>«; illustres «In braue«, g»ir»>t ei«. peuü.iui nn .-üäl'ie ete." (Paris 1696 — 1700, 2 Bde., Fol., mitBildnissen, nachher 12.). Die Herausgabe der „(.>„>«« ,!« ,n-, „irre >'<>>«"(Paris 1697), für deren Vers. er selbst gehalten wird, hat ihm den Namen desErfinders der franz. Feen Märchen (s. d.) vielleicht mit Unrecht verschafft.Indessen sind diese Erzählungen auch in vielen Übersetzungen mit Beifall gelesenworden. —v.
Perrier (die Brüder Jacques Constantin und Auguste Charles), geb. zuParis , Mechaniker, sind vorzüglich durch die von ihnen gemeinschaftlich verfertigteCentrifugalpumpe und durch das Modellcabinet bekannt, welches in dem pariser< c>i>5«r,aloire >>«"> «1 ><i et u>>''ti«i> aufgestellt ist. Jacques Constantin, geb. den2.Nov. 1712, reiste 5 Mal nach England, um die Dampfmaschinen in Frankreich einzuführen. Hierauf baute er die beiden Dampfpumpen zu Chaillot und eine drittezu Groß-Caillou, welche das Wasser aus der Seine heben, das sodann aus großenBehältern durch gegossene Röhren in alle Theile der Stadt Paris geleitet wird.Mit der Anlage zu Chaillot verbanden die Brüder P. 4 Reverberiröfen, die fürdie meisten Fabriken, Spinn-und Webereien, Kohlenminenbau, Stuckgießereienund Bohrwerke das nöthige Material schmelzen. Von hier aus versorgten sieunter Monge'S Leitung das furchtbare Zeughaus der RevolurionSkriege. Hierwerden für Frankreich Dampfmaschinen, Druckwerke, Prägstöcke, Cylinder, Wal-zen rc. gegossen und geschmiedet. Jacques Constantin, der auch die große >Ltück-gießerei zu London angelegt hat, war schon vor der Revolution Mitglied, der Akad.der Wissensch., deren Denkschriften mehre Abhandl. von ihm enthalten. Er starbd. 17. Aug. 1818.
Perrier (Antoine Scipion), Banquieur und Ritter der Ehrenlegion , geb.d. 11. Juni 1776 zu Grenoble . Vielseitige Kenntnisse und einen Geist für um-fassende Unternehmungen richtete er mit Erfolg auf Manufacturen, Handel, Acker-bau und Finanzen. Er war einer der einsichtigsten Directoren der franz. Bank,Mitglied der Handelskammer und Begründer oder Theilnehmer vieler nützlichenInstitute zu Vermehrung des GewerbfieißeS. Im Besitz eines ungeheuern Ver-mögens gab er sich keinen Speculationen hin, unterstützte aber eine große Anzahlvon Fabricanten durch Geld, Credit oder Arbeit in s. zahlreichen Etablissements; sowar er Gründer und Eigenthümer von Zuckerraffinerien, Spinnereien, Glashütten,Destillerien rc. Die Gießerei zu Chaillot, welche er von Jacques Perrier erkaufthatte, ward von ihm sehr vervollkommnet und führte unter (.Aufsicht unermeßlicheArbeiten aus; im Innern von Frankreich beschäftigt sie mehr als 100 große Werk-stätten. Auch war er einer der Haupteigenthümer der Minen zu Anzin, und ihmverdankt Frankreich die Einführung der Dampfpumpen in den Kohlengruben. Erstarb zu Paus d. 2. April 1821.
Perrier (Cafimir), Bruder des Vorigen, geb. 1777, ist Banquier zuParis und Mitglied der Deputirtenkammer. Zwei Mal wählte ihn das Depart.der Seine, obgleich er zur linken Seite gehört und sich stets als Redner der linken