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Achter Band. O bis Q.
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Peter l. (Kaiser vcm Rußland )

mordete viele Unschuldige, die zu dem Geschlechte der Narischkin gehörten; als aberIwan sich endlich zeigte, riefen die Streichen: „Du bistunserZaar!"— „Ichwilles", antwortete derZittcrnde,,,nur vergönnt, daß mein geliebterBruder Peter mit mirregiere!" P. ward also mit Iwan zugleich gekrönt (23. Juni 1682), und Sophiamußte sich damit begnügen, nur mittelbar zu herrschen. Noch ein Mal empörten sichdieLtrelchen; P. flüchtete sich mit seiner Mutter zu demAltareünKlosterTroizkoi;dies hielt die Wuth der Mörder auf. Unterdessen war die zaarische Reiterei herbei-geeilt, die Aufrührer wurden überwältigt, und 30 von ihnen enthauptet. AlleinSophia griff, spielend mit der Schwäche Iwan's und P.'s Jugend, in ihren Anma-ßungen immer weiter um sich, sodaß man endlich unter den Ukasen ihren Namenneben denen der beiden Zaare, und ihr Bild, mit Krone, Scepter und der Überschrift:„Beherrscherin von Groß- und Klein-Rußland", aus der Rückseite der Münzen sah.Den schwachsinnigen Iwan machten die Reize seiner ihm von Sophien gegebenenGemahlin für.Alles blind, was um ihn her vorging; P. hingegen entwickelte imStillen s. männlichen kriegerischen Geist. Er hatte nämlich in den Dörfern Preo-braschenskoi und Semenowski 2 Compagnien Krieger aus Jünglingen von s. Altergebildet, unter denen er selbst den Dienst eines Gemeinen verrichtete. Ihr Haupt-mann war ein junger Mann, der in der Folge an P.'s Entschlüssen und Thateneinen großen Antheil hatte: der Genfer Lefort (s. d.). Sophia betrachtete dasSoldatenspiel als recht geeignet, den verhaßten Halbbruder von StaatSgeschästenabzulenken, und hörte mit heimlichem Vergnügen von den Ausschweifungen, wel-chen P. mit s. Lieblingen sich oft überließ. Doch sie irrte; der feurige, gebildeteLefort war der glücklichste Lehrer des wißbegierigen Zaars, in welchem schon durchden frühern Unterricht des wacker» Nikita Moisnewiksch Sotow eines versuchtenDiplomat,kers) und Franz Tiiimietmann's (eines deutschen Mathematikers), sowie durch s. edeln Mutter Sittenlehren, ein guter Grund zur Bildung s. Geistesund Charakters gelegt worden war. Lophia selbst bemerkte b. ld P.'s höhereAnlagen, als er das erste Mal (im Anfange 1688) mit Würde in dem geheimenRathe erschien. Darauf verband ihn s. Vermählung mit der reizenden EudopiaFederowna Lapuchin (1689), das Werk s. klugen Mutter, noch näher mit demVolke, indem sie ihn zugleich von den bisherigen Orgien abzog. Endlich über-zeugte sich Sophia von P.'S Herrscherkraft, als ihr Liebling, der von ihr und Iwanmit Ehren überhäufte Äberfeldherr, Gholizün, nach s. Rückkehr aus einem un-glücklichen Feldzuge gegen die Pforte, vor P.'s Thür abgewiesen wurde. We-nige Monate darauf verlangte sie bei einem gottesdienstlichen Umgänge, dem dieZaare gewöhnlich selbst beiwohnten, als Regentin zugegen zu sein. P. widersetztesich vergebens, und da ihm einige getreue Strelitzen verrathen hatten, daß So-phia ihn, s. Gemahlin, Mutter lind Schwester umbringen lassen wolle, so begaber sich mit den Seinigen in das feste Kloster Troizkoi. Hier rief er zu s. Schutzeden General Gordon (einen Schotten) nebst den Truppen herbei. Sogleich be-gaben sich Gordon und alle ausländische Ofsiciere nach Troizkoi, wo P. einstwei-len von s. Spielcompagnien bewacht war. Bald sah der muthige Zaar Tausendezum Schutze seiner Person herzueilen. Nun versuchte Sophia sich mit ihm aus-zusöhnen und wollte zuletzt in Person nach Troizkoi eilen; doch auf dem Wege er-fuhr sie P.'s Willen, sie nicht zu sehen, und daß sie s. Gnade nur mit der Auslie-ferung des Befehlshabers der Strelitzen, Tscheglowskoi, erkaufen könne. SelbstIwan ließ sie ermähnen, dem Bruder sich zu unterwerfen. Sie weigerte sich da-her nicht länger, den Schleier zu nehmen. P. hielt hierauf in Moskau s. feier-lichen Einzug und umarmte vor allem Volke Iwan, der den Titel Zaar behielt, dieeigentliche Gewalt aber gern in der kräftigern Gewalt des Bruders ließ. Die Bil-dung eines stehenden Heeres nach eurox. Taktik war jetzt P.'s erstes Ziel. Lesortund Gordon wurden die Lehrmeister des neuen Heeres, in welches ein großer Theil