Band 
Achter Band. O bis Q.
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Peter I. (Kaiser von Rußland )

der, nach Aufhebung des Edicts von Nantes , nach Rußland gefiüchtctcn Huge-notten aufgenommen wurde. Bald sah sich P. von 20,000 M. geübter Truppenumgeben, wovon die beiden zu Garderegimentern erhobenen preobraschcnskische»und semenowischen Compagnien den Kern bildeten. Zugleich beschäftigte ihn dieErrichtung einer Seemacht. Zwar hakte sein Vater Alepei, um aus dem kaspi,scheu Meere mit Persien Handel zu treiben, durch holländische Zimmerleute einSchiff (der Adler) bauen lassen, das auch wirklich von Degenow an der Wolga ausgelaufen und m Astrachan angekommen war, allein es war von den tonischenKosacken verbrannt worden, und von der zerstreuten Mannschaft kamen nur 2 Hol-länder, unter welchen der Constabel Karsten Brand war, nach Mosk. »zurück.Dieser ward jetzt P.'S erster Schiffsbaumeister, und 1693 fuhr Letzterer auf seinemeignen Schiffe! St.-Peter, nach Archangel, das schon ein bedeutender Handelsortwar, um dort Tuch für s. Heer zu erhandeln; ja er segelte sogar bis Ponoj aus derlappländ. Küste. 1694 lief er schon mit mehren russ. Schiffen in Archangel ein,und ernannte den FürstenRomanadowski zum Admiral der künftigen Flotte. Alsdas Wichtigste zur Bildung seines Volks erkannte er den Handel; daher warfen s.Blicke nach der Ostsee und dem schwarzen Meere; hier waren die Mündungen dergroßen Ströme seines Reichs. Mit der Pforte ohnehin im Kriege, wandte er sichzuerst nach dem Ausfiusse des Don; dorr wollte er Asow erobern, um sich einemStapelplatz am schwarzen Meere zu verschaffen. Im Juli 1695 begann er den An-griff zu Lande, sah sich aber genöthigt, den Sturm auf die starke Festung in eineBlockade zu verwandeln. Unterdessen eilte er nach Moskau zurück, umarmte seinensterbenden Bruder Iwan und verschaffte seinem Volke, das durch eine schlechteÄrnte Noth litt, Getreidezusuhr aus russ. Schiffen aus Riga und Danzig . Zugleicher Zeit ließ er aus Östreich, Brandenburg und Holland gute Ingenieurs undArtilleristen kommen, und brachte größere Einheit in die Kriegsmacht, zu derenOberbefehlshaber er den Bojaren Alepei Semencwitsch zum Schein ernannte, de-ren Seele aber Gerdon, Lefork und Golowin blieben. Der neu angelegte Schiffs-werft zu Woronesch am Don lieferte ihm schon 1696 eine Flotte von 28 Galeeren,2 Galeassen und 4 Brandern, mit welcher er die türkische Flotte imAngesichre vonAsow schlug. Nun ließ er die Festung, die von jeder Hülfe zur See her abgeschnit-ten war, mit aller Kraft belagern; und nach 2 Monaten (29. Juli) zogen dieRussen in Asow ein. Um diesen Schlüssel zum schwarzen Meere zu behaupten,ordnete er den Bau von 55 Kriegsschiffen an. Zugleich übertrug er dem Inge-nieur Oberst Brokel, einem Deutschen , die Herstellung eines Canals zur Verei-nigung der Wolga mit dem Don, und sendete eine Anzahl junger Edelleute nachItalien undHvlland, um den Schiffbau, und »ach Deutschland , um dieKriegS-zucht zu erlernen. Nachdem er mit vielem persönlichen Muthe (2. Febr. 1697)eine Verschwörung der Streichen und mehrer Großen gegen sein Leben unterdrückthatte, machte er eine Reise in das Ausland, übergab indessen dem Fürsten Roma-natowski und 3 Bojaren die Regierung, und war, nachdem er zur Sicherung derinnern Ruhe die Streichen im Lande vertheilt harte, nicht als Zaar, sondern alsMitglied einer Gesandtschaft, welche nach altrussischer Sitte die auswärtigen Höfebesuchen sollte, unter dein Titel eines Großcommandeurs, die merkwürdige Reisean (April 1697). Durch Esthland, Liesland, (damals beide schwedisch), Bran-denburg, Hanover und Westfalen begab er sich nach Amsterdam , wo er uner-kannt als holländischer Schiffszimmcrmann zu arbeiten anfing. „Ich bin hier(schrieb er an den Patriarchen Adrian zu Moskau ), um dem Worte Gorres an un-sern Vater Adam zu folgen: Im Sebweiße deines Angesichts sollst du dein Brodessen! Freilich brauche ich nicht aus Noth zu arbeiten, aber ich arbeite, um dasSeewesen recht zu erlernen, mit den erlangtenKenntinizen zurückzukehren und danndie Feinde des Namens Jesu zu besiegen und die Ehrten zu befreien!" Von Am-EvnonsalioiiL.ilelitoit. B>. Vlll. 2?