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Peter 1. (Kaiser von Rußland )
sterdam begab er sich nach dem Dorfe Saardam , wo er in vaterländischer Trachtunter dem Namen Peter Michaeloff in die Liste der Werkleute sich eintragen ließ.Hier bewohnte er 7 Wochen lang ein Häuschen, bereitete sich selbst sein Lager undseine Speisen, führte den Briefwechsel mit seinen Minisiern und arbeitete zugleichmit seinem Zimmermannsbeile an Mast und Kiel . Dann ging er wieder nachAmsterdam und liest ei» Kriegsschiff von 60 Kanonen unter seiner Aufsicht bauen,das er nach Archangel schickte. Nichts entging seiner Aufmerksamkeit; Alles ließer sich erklären, und in Vielem, selbst in chirurgischen Operationen, übte er sichselbst. (L. Scheltema's „Gesch. d. Aufenthalts Peters d. Gr. in Holland ".) DieBitte der Holland . Juden um Aufnahme in seinem Lande wies er aus Gründen zu-rück. Seine Liebe für das Seewesen vermochte ihn, der Einladung des KönigsWilhelm lll. nach London zu folgen. In engl. Schiffertracht wohnte er am königl.Schiffbauhofe und äußerte oft, wenn er nicht Zaar von Rußland wäre, möchte erwol engl. Admiral sein. Über 500 Personen (Officiere, Ingenieurs, Kanoniere,Wundärzte und andre Künstler) nahm er in seine Dienste. Bewundert von Allen,die ihn kennen gelernt hatten, und mit dem Doctordiplom der Universität Oxford ,ging er nach einem 3monatlichen Aufenthalte durch Holland über Dresden nachWien. Als er aber im Begriff war, Italien zu besuchen, erhielt er die Nachrichtvon einer neuen Empörung der Streichen. Er eilte daher durch Polen (wo er mitKönig August ll. von Polen wichtige Verabredungen nahm) nach Moskau zurück(4. Wept. 1608), und hielt, da der Aufruhr durch Gordon schon gestillt war, einfurchtbares Gericht. Jeder Tag des Oct. sah das Blut der Schuldigen fließen, undda der größte Verdacht der Anstiftung auf seine Schwester Sophia fiel, so ließ er vorihremKlosicr 28 Galgen aufrichten u. IZOVerschwornc daran henken, unter denen 3.die eine Bittschrift an Sophia entworfen hatten, vor denFenstern ihrer Zelle, mit derBittschrift in den Händen, aufgehenkt wurden. Die Begnadigten (500) wurden ver-bannt, das Heer der Streichen aber aufgehoben, und der letzte Rest derselben in Astra-chan 1705 vollends abgeschafft. Persönliche Abneigung vermochte ihn vielleicht, auchseine Gemahlin Eudoria, die seine Liebeshändel nicht ertragen wollte, der Theil-nahme an jener Empörung zu beschuldigen; er verbannte sie nach SuSdal in einKloster, wo sie unter dem Namen Helena den Schleier nehmen mußte. Zur Be-lobnung seiner Getreuen aber stiftete er (30 Aug. 1608) den Andreasorden . undGolowin erhielt ihn zuerst. Der Tod seines Lefort und Gordon's versenkte ihn intiefen schmerz; nun ward Menzikoff (s. d.), durch Geist und Thätigkeit ausdem Staube eniporgehoben, sein Liebling. Das Corps der Streichen ersetzteer durch 27 neue Infanterie - und 2 Dragonerregimenter (zusammen 82,020M.), die binnen 3 Monaten geübt und marschfertig waren. Nur Verdienstund Dicnstalter wurden bei Besetzung der Officierstellen berücksichtigt. Mit aus-dauernder Thätigkeit widmete P. sich zugleich den innern Angelegenheiten seinesReichs, dessen neue Schöpfung allmälig aus seinem Geiste hervortrat. Die Er-hebung der öffentlichen Abgaben wurde vereinfacht, die deutsche Kleidung einge-führt, womit zugleich die Bärte verschwanden, die zahlreichen Gefolge (Gholops)der Bojaren wurden vermindert, das Reisen ins AuSland ward gewissermaßen Be-dingung seiner Gunst, Buchtruckereien wurden angelegt, nützliche Schrifteneingeführt, in allen bedeutenden Städten des Reichs Schulen angelegt, und neuekirchliche Einrichtungen durchgesetzt. So ließ er z. B., als 1700 der PatriarchAdrian zu Moskau starb, diese Würde, die fast der päpstlichen ,gleich war, unbe-setzt. Der im Frieden von Karlowitz zwischen der Pforte und Östreich verabredete2jähr. Waffenstillstand zwischen Rußland und der Pforte ward (1700) auf 30Jahre verlängert, aber zugleich an Schweden der Krieg erklärt. Patkul (s. d.)hatte nämlich die mit dem Könige August von Polen getroffenen Verabredungenzur Reife gebracht, und alle Freundschaftsbezeugungen deö jungenKarls All. von