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Peter l. (Kaiser von Rußland )
Schweden konnten Peter von seinem Plane nicht ablenken. Seit Anfang des Jahr-hunderts (hieß es in P.'s Manifest) habe Schweden s. Nachbarn beraubt und selbstdem rufst Reiche die Provinzen Ingermannland und Karelien entrissen; es sei da-her die höchste Zeit, die zu sehr wachsende Macht Schwedens zu brechen, daß sieden Nachbar» nicht weiter gefährlich werde. Hierauf ward Ingermannland vonden Russen beseht und Narwa angegriffen. Da flog LchwcdenS junger kdnigl.Held (vgl. Karl XII.) herbei, und 38,000 Russen wurden von 8000 Schwe-den bei Narwa , 30. Nov. 1700, geschlagen. Dieser Unfall erschütterte P.'sgroße Seele nicht. „Ich weiß es wohl", sagte er, „die Schweden werten uns nochmanchmal schlagen; aber wir lernen! Die Zeit wird kommen, wo wir sie wiederschlagen werden. Diese Schlacht soll, denk' ich, die Russen aus ihrer Trägheit rei-ßen und sie zwingen, zu lernen, was sie nicht wissen!" Rasch wurden neue Trup-pen gebildet, Geschütz angeschafft, und viele kühne Fremde versammelte» sich umden Zaar. Der Sieg der Russen vom 1. Jan. 1702 am Embachflrome über dieSchweden ward die erste Grundlage ihrer künftigen Triumphe. NöteburgsvonP. in Schlüsselburg umgetauft) wurde genommen und Manenburg, unterdessennach Rußland geschleppten Einwohnern sich das Waisenmütchen Katharina (s.d.) befand. Nach gehaltenem Triumpheinzuge in Moskau und kurzem Aufent-halte in Woronesch eilte P. wieder aus den Kampfplatz a» der Ostsee , woMen-zikoff einstweilen die neuen Weichte an dem Einflüsse der Olonza in den Ladogaseedurch Befestigungen gesichert hatte. Zu diesen, Zwecke wurdeNyenschanz, eineFestung an der Newamündung, von P. am 1. Mai erobert. Vier Tage daraufnahm er, der als Bombardiercapitain diente, mit 50 kleinen Fahrzeugen 2 schweb.Kriegsschiffe an der Mündung der Newa ; der Admiral Golowin hing ihm da-für den Andreasorden um. Da man Nyenschanz zu fern von der See und nichtsicher genug fand, so beschloß P., auf der Insel Ljust-Elant eine mi-e Festung zurBehauptung der Newamüntung anzulegen. Hier ließ er sich ein kleines hölzernesHaus nach holländischer Einrichtung bauen und leitete von da aus s. neues Werk.Am 27. Mai 1703 wurde der Grund zu der Festung gelegt, welche der Zaar St.-Petersburg nannte. Unter der Aufsicht des mal. Baumeisters, Obersten An-drei-Tresin, begann der Bau; und bald sah man 20,000 Menschen aus allenTheilen des Reichs daran beschäftigt. Während des Festungsbaues beschloß erauch die Anlage einer Stadt, als Hauptstapelort zur Verbindung Rußlands mirdem übrigen Europa. Nach 4 Monaten stand die Festung St.-Petersburg da, undP. ernannte den obersten Rönne zum ersten Commandanten. Allmälig erhob sichauch die Stadt. Viele von den Herbeigekommencn siedelten sich, den langen Heim-weg scheuend, dort an, wo sie ihrem Zaar ohnehin willkommener waren, währendsie die Häuser der Reichen aufbauen halfen, und viele durch den Krieg verjagteWchweden, Finnen und Lieslänter eilten nach der dargebotenen Freistätte, wo sieneuen Boden für sich zum Eigenthume fanden, sodaß 2 Jahre später (1705) au-ßer Wassili-Ostrow, wo die ersten Privarhäuser gebaut wurden, auch dieSt.-pe-teröburgische Insel und die Adniiralitäisseite angebaut waren. (Vgl. Peters-burg.) Auf diese Weise erhielt P. bald Künstler, Handwerker aller Artenund Matrosen. Im Nov. 1703 führte er selbst das erste Schiff bis in die Mitteder neuen Stadt; der Schiffer und die Mannschaft wurden kaiserlich belohnt undden beiden ersten Schiffen, welche nach ihm einlaufen würden, ebenfalls Beloh-nungen ausgesetzt. In der Nähe stieg zum Schutze Petersburgs, unter Menzi-kosss Leitung die Festung Kronslot aus der See empor. Mehr als 8000Pferde kamen bei den Schwierigkeiten um, welche mit Herbeischaffung der Bau-materialien verknüpft waren, und ebenso viele Menschen verloren ihr Leben; dochschon im März des folgende» Jahres donnerten die Kanonen von den Wällen vonKronslot. Indeß wendeten Ostreich, Holland und England Alles an, um P.'S
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