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Achter Band. O bis Q.
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Peter I. (Kaiser von Rußland )

Bündniß mit August von Polen zu zernichten. Karl ließ s. großen Gegner im Her»zen von Liefland stehen und zog nach Sachsen , um P.'s Bundesgenossen zurThronentsagung zu zwingen. Dagegen verschösse P. durch die Umprägung derKopeken in Rubel (die bis dahin nur eine eingebildete Münze waren) seinen Finan-zen einen neuen Zuschuß, und begann seine neuen Operationen mit der Vernichtungeincrschwed. Flottille von 13 Fahrzeugen aufdemPeipussee, welche so vollkommengelang, daß der schwed. Viceadmiral Löschert mit dem letzten dieser Schiffe voll Ver-zweiflung sich und alle Mannschaft in die Luft sprengte. General Schlippenbachwurde bei Reval geschlagen, und die Festungen Dorpat, Narwa und Iwangorod wurden erobert (4. Mai bis 20. Aug. 1704). Auch wurde ein schwed. Angriffaus St.-Petersburg vereitelt; aber die Russen wurden dagegen bei Gemauerrhofenin Kurland und bei Fraustadt geschlagen, wofür sie steh jedoch durch den Sieg beiKalifch rächten. Da erhieltP. die Nachricht vom Abschlüsse des altranstädter Frie-dens (24. sept. 1706) und zog sich, weil er nicht für gut fand, den mit 43,000M. heranziehenden Karl in Polen abzuwarten, mit seiner alles im Rücken liegendeLand verheerenden Armee zurück. Im geheimen Bunde mit dem KosackenhcrmannMazeppa, rückte Karl ihm nach bis in die Nähe von Smolensk ; von dort wendeteer sich aber nach der Ukraine , um die Kosacken für sich zu gewinnen und den Gene-ral Löwenhaupt zu erwarten, der jedoch, von P. bei LieSna geschlagen, seinen» Kö-nige nur wenige Trümmer seines Heeres zuführen konnte. Jetzt vereinigte sichMazeppa öffentlich mit Karl, und eben war dieser mit der Belagerung der festenStadt Pulkawa beschäftigt, als Peter mit 70,000 M. zum Entsatz herbeieilte undunter den Mauern von Pultawa das schwed. Heer in der Schlacht von» 8. Juli170!) vernichtete. Der nun zum Kenerallieutenant bei der Landarmee und zumContrcadmiral auf der Flotte beförderte Zaar schrieb von» Schlachtfelde aus dem Ad-miral Aprapir» in Petersburg : „Unsern Feind hat Phaeron's Schicksal getroffen,und fest gelegt ist endlich der Grundstein unserer Newastadt!" Die Rückkehr Kö-nigs August von Polen in dieses Land und ein neues Bündnis; mit demselben,welchen» Dänemark und Preußen sich anschlössen, sowie die Belagerung Rigas wa-ren die Folgen jener entscheidenden Schlacht. Nun eilte P. nach seiner geliebtenNewastadt, wo er die Verbindung des Ladogasees mit der Wolga anordnete undmit Frankreich, Italien und den Hansestädten Handelsverträge schloß. Nachdemer hieraufseine» Triumph u» Moskau gefeiert, einen Zwist mit England geschlich-tet und die Armee (welche aus 33 Reg. Fußvolk, 24 Reg. Reiterei und .78,000M. Besatzungstruppe!» bestehen sollte) neu organisirt hatte, begann er den Feldzugin Liefland und Karelier». Elbingen, Wiburg, Riga, Dünamünde, Pernau ,Kexholm, Reval wurden 1710 erobert, und mit diesen Plätzen ganz Liefland undKarelier». Als nun auch nach und nach steinerne Paläste sich in Petersburg erho-ben, da beschloß er hier die künftige Residenz aufzuschlagen und feierte daselbst (4.Nov. 1710) die Vermählung seiner Nichte Anna (Iwans zweiter Tochter) mitdem Herzog Fr. Wilh. von Kurland. Unterdessen hatten ihm die Türken, auf ih-res Schützlings, Karls X I l., Andringen, den Krieg erklärt. Sofort errichtete P.zur Leitung der Reichsgeschäfte den dirigirenden Senat, und nachdem er, um dieGeistlichkeit und das Volk für sich zu gewinnen, den Bisthünier» und Klöster» diefrüher eingezogenen Güter größtentheils zurückgegeben hatte, zog er mit s. Heeredurch die mrt ihm verbündete Moldau, und befand sich endlich amPruth, dem La-ger desGroßvesierS Mehemed gegenüber. Hier litt s. Heer an den nothwendigstenBedürfnisse!» drückenden Mangel. Größer noch wurde die Noth, als der mit ihn»verbündete Fürst der Walachei abfiel und die versprochene Zufuhr von Lebensrnit-teln versagte. Dessenungeachtet ging P. über den Fluß dem Feinde entgegen;doch dessen Übermacht und die ihn umgebenden Schwärme der Tataren nöthigtenihn zum Rückzüge. Ein heftiger Angriff der Türken ward zwar abgeschlagn», al-