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Achter Band. O bis Q.
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Peter I. (Kaiser von Rußland )

lein s. vom Hunger erschöpftes Heer war von einem zahlreichen Feinde eingeschlos-sen. P. sah im letzten Kampfe nur Gefangenschaft oder Tod vor sich. 'Aus die-ser Noth rettete ihn s. neue Gemahlin Katharina (1101 schon heimlich mit ihm ge-traut und am 6. März 1111 zur rechtmäßigen Gemahlin erklärt), welche, unter-stützt von dem Fcldmarschall Scheremeteff, dem Großvcsicr Friedensvorschläge that.Eine große Summe Geldes und Zuwclen nebst Verheißungen mehren Schätze (diesAlles ohne P.'s Dorwissen) sollen Scheremcteff's Brief an den Grossvcsier beglei-tet haben. Dagegen schrieb P., am glücklichen Erfolge dieser Sendung ebensowie an dem der Schlacht verzweifelnd, an den dirigirenden Senat nach Moskau :„Sollte meine Person in die Gewalt des Feindes fallen, so sollt ihr mich nichtmehr für den Zaar, euer» Herrn, erkennen und nichts von Dem erfülle», wasaus meiner Gefangenschaft etwa von mir, und wäre es sogar mein eigenhändigerBefehl, an euch gelangen möchte. Würde ich aber umkommen, so sollt ibr denWürdigsten unter euch zu meinem Nachfolger erwählen!" Doch am 23. sluli1111 kam der hushcr Friede, ungeachtet des Widerspruchs des Grafen Poniaiowski,der Karls Xll. Stelle vertrat, zu Stande, in welchem P. gegen die AufopferungAsow's u. s. w. (vgl. Rußland und Osmanischeü Reich) seine, des Hee-res und des Reichs Rettung erkaufte. (Es ist schwer, alle Motive anzugeben,welche den Großvesier zur Bewilligung des Friedens bestimmten. „Wer soll",fragte er z. B. den schwedischen Abgeordneten, der den Friedensabschluß aus alleWeise zu hintertreiben suchte, mit großer Feinheit, „dann dasMoskowitcrland re-gieren, wenn ich den Zaar gefangen nehme?") Der Fürst der Moldau, Kantc-niir, dessen Auslieferung P. für jeden Preis verweigert hatte, folgte dem Zaar,in dessen Pension er 12 Jahre später starb. So verlor P. die kaum errungeneHerrschaft am schwarzen Meere wieder. Er wandte daher seine Thätigkeit ganzaufdic Fortsetzung des Kriegs gegen die Schweden in Pommern . Zur Herstellungseiner Gesundheit ging er noch im Herbste 1111 in das Karlsbad , und feierte aufder Rückkehr in Torgau bei der Königin von Polen die Vermählung s. einzigenSohnes Alepei mit der Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel , bei welcher Ge-legenheit er Leibn itz (vgl. d.), der, um ihn zusehen, sich dort befand, das Ver-sprechen gab, in seinem Reiche Beobachtungen über die Abweichung der Magnet-nadel anstellen zu lassen. Nachdem er sich mit dem Kronprinzen von Preußen undden dän. Ministern über den weiter» Feldzug beredet hatte, ging er nach Moskau zurück, wo er (19. Fcbr. 1112) s. öffentliche Vermählung mit Katharina vollzog.Die Verlegung des dirigirenden Senats nach Petersburg geschah 2 Monate später.Darauf ging er im Juni 1112 mit seiner Gemahlin abermals nach Karlsbad undnach Zwöchentlichcm Gebrauche dieser Heilquelle zum Heere nach Holstein, wo derschweb. General Steenbock glücklich gegen die Dänen focht. Als er diesen in Tön-ningen eingesperrt hatte, begab er sich nach Petersburg , um dort die Eroberungdes schweb. Finnlands einzuleiten, welcher Plan 1113 auch so glücklich ausgeführtwurde, daß die Russen bis über Abo nach Tawasthus vordrangen, während dieSchweden in Tönningen sich hatten ergeben müssen. Nur die von Preußen vor-geschlagene und von Menzikoff eingegangene Neutralisirung Pommerns störte seinePlane, wofür aber auch der Liebling so bitter büßen mußte, daß kaum der Zaa-rin Fürsprache ihn noch vom gänzlichen Falle rettete. Mit immer größerm Eifersuchte P. die russische Seemacht in Aufnahme zu bringen; doch mußte er sich gefal-len lassen, daß das Admiralitätscollegium ihm seinen Wunsch nach Beförderungzum Vieeadmiral versagte: „denn er habe zur See sich »och nicht so ausgezeichnet,daß man ihn ältern ^Mieren vorziehen könne". Er rüstete sich also, um die Aus-zeichnung bald zu verdienen, und als er den Seesieg bei Twermünde errungen unddurch die daraus erfolgte Einnahme der Festung Nyslot die Erobenmg von Finn-land vollendet hatte: da begrüßte ihn bei seinem Triumpheinzuge in Petersburg der