Band 
Achter Band. O bis Q.
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Petrarca

liches Lächeln oder ei» holdesWork nicht versagen. Oft wollte er sich zwar nfttGe-walt losreißen, weil er wol einsah, wie sehr Liese Sä wärmere« seine geistige T häng-keit hindere. Aber er fühlte auch, wie diese Leidenschaft ihn befeuert habe, iminelhöher zu streben, mit ihre Huld zu verdienen, und ihn von andern Verirrungen ab-gehalten habe, wie sie ihn hinimlisclier gesinnt mache. (S. die Canzone: „t.emnl,ni-, I>onn„".) Er begab sich aus Reisen und INS Giwuhl der W elt, aber vergeb-liche dun nie verließ ihn dasBild der Geliebten. (S. ,,(.»»>. !,>«/', l, 7, und diemcisteibafre Eanzone: „I)i jnnn-iier in >><»»!<>".) Er veisuchte s. Glut in de> Em-samseit zu fühlen, aber da ward s. Sehnsuchksstammc größer und strömte aus i»Thränen lind Seufzern, welche die Haine und Hügel des Thales Vaucluse oderValchiusa, wo er sich größtcntheils aushielt und ernstlich studirke. wite, hallten. (S.1-llk und die Sonette und Eanzonen.) Doch hielt ihn diese Liebe nicht durch-aus von andern Liebeshändeln ab, sodaßcr auch einen natürliche»Sohn. der (leb!)an der Pell starb, und eine Tochter hatte, die er a» einen Edelmann ve, heiralbeie.Der tiefste Bchmerz eig« ist ibn, als er in Vei ona, wo er eben war (8. April 1818).die Nachricht von Laura'sTode erhielt. Aber ai^ch noch ihrem Tode hörte er nichtauf, sie zu feiern. Nur im Alter äußerte er. daß er s. Iugendschwärmere, sich schä-me, und daß er jene Gedichte, die freilich Gleichgesinnten gefielen, nicht geschriebenhaben möchte. Doch tadelte er nicht sowol s. Liebe als ihre zu große Heftigkeit, so-wie er überhaupt im Alter eigensinnig unk ein Verächter der Weiber wurde. Diemeiste Auskunft über s. Schwärmerei finden wir in den Schriften von ihm, die amwenigsten bekannt sitid, in seinen lat. Briefen, in s. Aufsätze: „Mein Geheimniß,oder von der Geringschätzung des Irdischen" (ein psychol. Meisterstück, dialogisch),und in s. Gedichte: „Triumph des Todes ". In jenen entschuldigt er s. Leidenschaftmit der himmlischen Vortrefflichkeit der Laura, der Reinheit s. Liebe und den Wir-kungen derselben zur Veredlung seines Gemüths. In diesem dichtet er, wie ihm diescbon verewigte Laura erscheint und ihm freundlich die Hand reicht, wie sie endlichgesteht: „Mein Herz war nie von dir geschieden"; und wie sie durch Zurückhal-tung seine Flamme gemäßigt, um Beider Ehre zu retten, aber auch durch freund-liches Anschaue» s. Schmeiz gelindert habe. (Dgl. auch das Sonett: „Nolei >l>>-<: ftlWnlo ri,>uk-ie".) Wir freuen uns nach einem halbe» Jahrtausend die-ser Liebe; denn sie war die Quelle jener bewunderten Sonette, Canzonen und Se-siinen, in welchen er Freude» und Leiden, Bewunderung und ^chnsucht und allezarte Gedanken und Regungen einer poetische», glühenden Liebe in den süßestenKlängen einer reinen, anmuthigen und wokllautende» Spräche und in den zarteste»Formen der Poesie verewigt hat. Er ist der Meister aller erotischen Dichter. Zwarkönnte man an mehren s. Gedichte Einförmigkeit und manche -Lpuren s. Zeitalters,frostige Gedanken mit Anspielungen, falschen Witz, geschmackwidrige Wortspielelind sonderbare Beiwörter tadeln. Aber der größere Theil derselben wird immer zuden vollendete» Meisterwerken der lyrischen Poesie gerechnet werden. In Über-setzungen kann man freilich die Reize des liebenswürdigen Dichters Niemals ganzkennen lernen; doch besitzen wir einzelne Gedickte von Gries und A. W. Schlegelund die sämmtlichen von K. Förster in zum Theil gelungenen Übersetzungen. DieOriginale (die viele schwer verständliche Stellen enthalten, aber auch ungemein vieleErklärer gesunden haben, z. B. Gesualdo, Eastclvetro, Velutcllo, Taftoni u. A.)sind über WO Mal herausgeg. worden (die vollständigste Ausg. der „ftiin,", nutTassoni's, Muratori's u. A. Erklär., 2Bde., Padua 1827 fg.). Seine lat.Werke sind gedruckt zu Basel 119k und 1581, und oft einzeln. Auch in derFreundschaft war P. unwandelbar. Dies bezeugen die Sammlungen von Briesen,die wir ihr verdanken, und die auch in historischer Hinsicht sehr -esenswerlh sind.Machen gefühlvolle Liebe und treue Freundschaftuns den großen Mann als Men-schen werth, so muß die Kenntniß s. Religiosität diese Achtung noch vermehren, lk