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Achter Band. O bis Q.
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Pfalzen

enthielt 130 ^M. Amberg war die Hauptst. und der Sitz der Regierung. Bis1620 gehörten die Ober- und Unterpfalz zusammen; als aber der Kurfürst Fried-rich V. nach der Schlacht bei Prag in die Acht erklärt worden war, kam die Ober-pfalz an Baiern. Jetzt gehört ein Theil der Oberpfalz zum Regen-, der andre zumMainkreise des Königreichs Baiern. Die Unterpfalz oder Pfalz am Rheine (7b j^N., mit 305,000 Einw.) lag aufbeiden Veiten des Rheins und war begrenztvon Mainz, Katzenellnbozen, Würtemberg, Baden, dem Elsaß, Lothringen und Trier , gehörte nebst andern Fürstenthümern und Grafschaften dem Kurfürstenvon der Pfalz , und ist trotz der Verwüstungen, denen sie zu verschiedenen Zeiten aus-gesetzt war, eins der fruchtbarsten und einträglichsten Länder Deutschlands . — DiePfalzgrafe» am Rheine hatten schon im 11. Jahrh, die Pfalzgrafschaft und die da-mit verbundenen Länder erblich erhalten, und g hörten zu den vornehmsten Reichs-fürsten. Nachdem Pfalzgraf Hermann II. ohne Erben verstorben war, gab Kai-ser Friedrich l. die zur Rheinpsalz gehörigen Länder 1156 seinem Bruder Konrad.Heinrich von Braunschweig , ältester Sohn Heinrichs des Löwen, vermählte sichmir dessen Tochter Agnes, und bekam vom Kaiser Heinrich VI. die Anwartschaft aufdie Länder seines Schwiegervaters, nach dessen Tode er auch zum Besitz gelangte.Weil er es aber mit seinem Bruder, dem Kaiser Otto IV. , gegen Kaiser Friedrich Ihielt, so erklärte ihn dieser 1215 in die Acht und belehnte mit der Pfalz den HerzogLudwig v. Baiern, welcher jedoch zum völligen Besitze derselben nicht gelangen konnte.Sein Sohn Otto heirathete des geächteten Pfalzgrafen Tochter Agnes, und aufdiese Weise kam die ganze Pfalz an das bairische Haus. Ottos Söhne, Ludwigder Strenge und Heinrich, regierten anfangs gemeinschaftlich. 1256 aber theiltensie sich so, daß Ludwig die Rheinpfalz und Oberbaiern, Heinrich aber Niederbaiernbekam. Jener hinterließ 2 Prinzen, Rudolf und Ludwig, von denen ersterer dieKurwürde und die Pfalz erhielt. Der letztere erhielt Oberbaiern, wurde Kaiser underbte hernach auch Niederbaiern. Weil fein Bruder Rudolf es nu t seinem Gegner,Friedrich dem Vehönen, Herzog von Östreich, hielt, verjagte er ihn von Land undLeuten, verglich sich aber nachher mit dessen Söhnen und ließ ihnen die pfälzischenLande nebst einem Vtüeke von Baiern , welches nachher die Obcrpfalz genannt wor-den ist. Rudolfs 3 Söhne, Adolf, Rudolf 11. und Rupert l. folgten einander;letzterm folgte Rupert II. , Adolfs Vohn. Rupert 111., sein Vohn und Nachfol-ger, wurde 1100 Kaiser und hinterließ 4 Prinzen, welche sich in die väterlichenLande also theilten, daß der älteste, Ludwig, mit dem Beinamen der Bärtige, dieKur- und Rheinpfalz, Johann die Oberpfalz, Stephan Zweibrücken und Simmern und Otto Mosbach erhielt. Die 2. und 4. Linie starben bald aus. Auch Ludwigsdes Bärtigen Nachkommenschaft starb 1559 mit Otto Heinrich aus, welcher sichzur evangelischen Religion bekannt und die treffliche Bibliothek zu Heidelberg ange-legt hatte. Seine Lande und die Kur fielen an Friedrich III. von der siinmernschenLinie, welcher die resormirte Religion annahm. Ihm folgten Ludwig VI., Fried-rich IV. und Friedrich V. , welcher sich 1619 verleiten ließ, die von den unruhigenBöhmen ihm angebotene Krone anzunehmen, und darüber seine Lande und die Kur-würdeverlor, welche vom Kaiser Ferdinand II. seinem Vetter, dem Herzoge Maxi-milian von Baiern, übertragen wurde. Sein Sohn Karl Ludwig bekam zwardurch den westfälischen Frieden die Unterpfalz wieder; auch gab man ihm eine neue,die achte Kurstelle, nebst dem Erzschatzmeisteramte; die Oberpfalz aber, der Rang,den ehemals Pfalz im kurfürstl. Collegium gehabt, und das Erztruchsessenamt blie-ben bei Baiern . Doch wurde festgesetzt, daß, wenn der bairische Mannsstammverloschen würde, Pfalz wieder in den Besitz dieses Landes und dieser Rechte kom-men sollte. Sein Sohn Karl beschloß 1685 die simmernsche Linie. Die Kur unddie dazu gehörigen Lande fielen nun an seine» Vetter, den Pfalzgrafen von Neu-burg, Philipp Wilhelm . Das neuburgische Haus stammt von des obgedachtcn