Band 
Achter Band. O bis Q.
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443
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Pfalzgraf 443

Stephans, Pfalzgrafen in Simmern , zweitem Sohne, Ludwig dem Schwarzen,Pfalzgrafen in Zweibrücken , ab, dessen Sohn Alexander 2 Prinzen hatte, Lud-wig und Rupert. Der Letztere ist der Stammvater der veldenzischen Linie. Desältern Ludwige Sohn, Wolfgang, ist der Stammvater aller seit Erlöschung derveldenzischen Linie, 1884, lebenden Pfalzgrafen . Von seinen 3 Söhnen, Phi-lipp Ludwig, Johann und Karl, stiftete der jüngste die birkenfeldische Linie, dermittlere die neuzweibrückische, der älteste aber hatte 2 Prinzen, Wolfgang Wilhelm und August. Der älteste wurde der Stammvater des neuburgischen, der andre dessulzbachischen Hauses; der dritte Sohn, Johann Friedrich, der zu Hilpoltstein s.Sitz bekam, überlebte alle seine Kinder. Auf Philipp Wilhelm , welcher den letz-ten Kurfürsten simmernscher Linie, Karl, obgleich mit großem Widersprüche desHauses Beiden;, beerbte, folgte sein Sohn, Johann Wilhelm , welcher nach Able-ben des letzten Pfalzgrafen von Veldenz , Leopold Ludwig, 1694 dessenLand bekam;auch im spanischen Erbfolgekriege, da der Kurfürst Maxim. Eman. von Baierngeächtet war, 1706 die Oberpfalz und die alten Kurrechte des pfälzischen Hauseswieder erhielt. Allein Lies dauerte nur bis 1714, wo durch den zwischen Karl Vk.und Ludwig X I V. abgeschlossenen Frieden der Kurfürst v. Baiern Alles, was er ver-loren hatte, wiedererlangte. Als Kurfürst Johann Wilhelm 1716 ohne Nach-kommen starb, folgte ihm sein Bruder Karl Philipp , welcher 1742 auch ohnemännliche Erben starb, worauf die Kur an die sulchachische Linie kam, indem aufKarl Philipp Theodor , welcher als Pfalzgraf zu Sulzbach seinen» Vater JohannChristian Joseph 1733 gefolgt war und schon 1728 von seiner Mutter dasMargui-sat Bergen op Zoom geerbt hatte, nun alle kurpfälzische, wie auch die jülichischenund bergischen Lande übergingen. Als zu Ende 1777 der bairische Mannsstammmit Kurfürst Maximilian >11. steh endigte, so wurden auch die bairischen Lande mitden pfälzischen vereinigt, bis auf einen Theil, der an Östreich kam. Kurpfal; trat,wie im westfälischen Frieden bestimmt worden, wieder in seine alte Kurstelle, diefünfte im kurfürstl. Collegium, und in s. altes Erztruchsessenamt, wofür es dasErzschatzmeisteramt an Kurbraunschweig abtrat. Nach Karl Theodors unbeerbtemTode folgte 1799 der Herzog v. Zweibrücken, Maximilian Joseph . Allein in Folgedes luneviller Friedens von 1801 mußte Max. Joseph die Rheinpfalz zu Gunstenandrer Fürsten abtreten. Bis zu gedachtem Frieden bestand die Pfalz au» 19 Ober-ämtern und den 3 Hauptstädten Manheim, Heidelberg und Frankenihal. Vondiesen wurden die auf der linken Seite des Rheins liegenden an Frankreich abgetre-ten ; auf der rechten Seite dieses Flusses erhielt das Großherzozthum Baden dieOberämter Breiten, Heidelberg und Ladenburg nebst Manheim; Hessen-Darm-stadt die Oberämter Lindenfels , Ohburg und Umstatt; der Fürst von Leiningen-Dachsburg die Oberämter Boxberg und Mosbach, dann Nassau das Amr Kaub .Die Pariser Frieden 1814 und 1815 brachten auch die jenseits desRheins gelegenenpfälzischen Lande an Deutschland wieder zurück, davon Baiern den größten Theil,und das Übrige Hessen-Darmstadt und Preußen erhielten. Der badische Antheilan der Pfalz , wozu auch die mediatisirten leiningisch-pfälzischen Obcrämter ge-hören, sind dem Neckar-, Main - und Tauberkreise zugewiesen; der darmstädtischeTheil der Pfalz bildet Bestandtheile der Provinz Starkenburg und der neuen Rhein-provinz; der bairische Antheil gehört zum Rheinkreise des Königreichs Baiern(s. d.), und der preußische Antheil ist zu der Provinz Niedern hein geschlagen.

P f al z gra f, tlomes z>.il-,ti»u,, Richter und oberster Beamter der frän-kischen und deutschen Könige. Jede königl. Hofburg (Pfalz ), deren es in jedemTheile des Reiches gab, hatte einen solchen Beamten. Der Graf der Pfalz zuAachen (dem 4i<chiso1inm totius re^ni) war der erste unter ihnen und einer derobersten Kronbeamten des Reichs. Aus der Länderdotalion desselben ist die Psalz-grgsschaft am Rhein entstanden. Jedes der alten Hcrzogthümer hatte auch wieder