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Pflanzeiibutler Pflicht
sonnig die Rindengillen sich bis in das Mark fort und bilden die sogen. Spiegel-fasern oder das O.uergefüge des Holzes. Ungeachtet also der Bast hauptsächlichaus Taftröhren, Splint und Holz, aus diesen und Löchraubengängen besteht, sogehört doch die Zellform auch zur Zusammensetzung dieser 3 Schichten. DasWachsthum desHolzeS erfolgt von Innen nachglühen, sodaß die dem Mittelpunktezunächst stehenden Schichten die ältesten sind. Zwar findet man in diesen, so langenoch Mark da ist, ursprüngliche Schraubengänge, ja sogar eine grüne Schicht derletztere, pflegt das Mark zu umgeben. Allein das ist das Wesen der ursprüng-liehen Schraubengänge, daß sie sich nicht, oder erst sehr spät verändern. Was denBau der Blätter betrifft, so ist dieser ganz einfach damit erklärt, wenn wir sa-gen, daß die Theile des Stammes hier neben einander in einer ebenen Fläche liegen,die dort in einander eingewickelt waren. Die Saftröhren und Schraubengängetreten in denNerven und Adern des Blattes immer mehr aus einander. Das zwi-schen ihnen liegende Zellgewebe drängt sich nach der obern Fläche zu dichter zusam-men und ist hier gewöhnlich von einem firnißähiilichen Überzüge bedeckt. Nach deruntern wird eg lockerer lind bekommt jene Luftkücken, denen die Spaltöffnungenden Zutritt der Luflstoffe gewähren. Bei den Blumen ist der Kelch meistens vongleichem Bau mit den Blättern, die Eorolle hingegen besteht aus dem zartestenZellgewebe, dessen innere Fläche sich in den feinsten Wärzchen oder Hügelchen er-hebt. Die schraubengänge ziehen sich einzeln und von einem sehr geringen Durch-messer durch den untern Theil der Corollenblätter, und von Spaltöffnungen ist keineSpur zu entdecken. Daß die Staubfäden einen ähnlichen Bau haben, ist schonvorher bemerkt; aber die Antberen weichen in Rücksicht ihrer Einrichtung von allenübrigen Theilen ab. Ganz zellig, enthalten sie von, Anfang an eine Menge eigen-thümlich gebildeter Körper, die man Pollen nennt, und die in der Familie derselbenGestalten darstellen. Die Oberfläche der, weiblichen Narbe ist mit den zartestenHärchen beseht, welche ohne sichtbare Öffnung dennoch auf gleiche organischeWeise die befruchtende Masse aufnehmen, als die Wurzelhärchen die Erdseuchtig-ksit. Der Fruchtknoten endlich enthält vor der Befruchtung bloße Bläschen mitBildungssaft angefüllt. Nach geschehener Befruchtung zeigt sich zuerst das künf-tige Pflänzchen einem Pünktchen gleich, welches in jenem Safte schwimmt, denman nun Keimflüssigkeit nennt. Don der letztern ernährt, schwillt das Pflänz-chen entweder stärker an, entwickelt sich mit seinen Theilen, und besonders werdendie Vamenlappen oder die Kotyledonen sichtbar; oder, wenn die Keimflüssigkeitnicht verbraucht wird, so gerinnt sie z»m Eiweißkörper, und das Pflänzchenbleibt bei den sogen. Monokotyledonen unentwickelt.
P f l a n z e n b u t t e r nennt man in den Apotheken diejenigen aus verschie-denen Samenkörnern durch eine einfache Pressing gewonnenen Öle, welche ihrerdicken und schmierigen Beschaffenheit halber mehr der Butter als dem gemeinenÖle gleichen. Dahin gehören besonders die Cacaobutter und der MuScatbalsam.
Pflanz önthie re oder Z o o p h y t e n, s. Thier.
Pflicht. Von der Pflicht des Menschen reden wir, und Pflicht erkennenwir nur da, wo die sinnliche und beschränkte Natur des Einzelnen etwas Andresfodert als die Vernunft, die im Geiste der Menschheit spricht und das Gesi-tz derMenschheit in sich enthält. Darum schreiben wir auch den Thieren keine Pflichtenzu, denn sie sind der äußern Nothwendigkeit in der Befriedigung ihrer sinnlichenTriebe und Begierden unterworfen. Ein Wesen dagegen, welches nicht bloß einsinnliches ist, sondern die Fähigkeit hat, seine Natur und die umgebende Welt zuerkennen, trägt darin seine Würde, sich selbst und seine Handlungen nach einemsreierkannten Gesetze zu bestimmen (Autonomie). Dieses Gesetz geht daher nicht,wie das Gesetz der äußern Natur, auf ein Müssen, dem nicht auszuweichen ist,sondern auf ein Sollen, auf eine innere Nothwendigkeit, welche nur dem Ver-