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Achter Band. O bis Q.
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Pforr Pforzheiiw'

Bedingungen und gültigen Ursachen, enterbt oder Übergängen werden. Denn istkeine rechtmäßige Ursache vorhanden, so kann auch das Testament von Denen, dieden Pflichikheil zu fodern habe», umgestoßen werden. In Hinsicht dieser Ursachen,sowie in Rücksicht der Größe des PflichnheilS, finden in den besondern Gesetzge-bungen viele Abweichungen von diesen allgemeinen Bestimmungen statt.

Pforr (Johann Georg), Thiermaler, geb. den 4. Jan. 1745 zu Upsen inNiedersachsen, trat als Zögling in die hessische Bergbauakademie zu ReichelSdorf .Schon als Knabe zeichnete er ohne Anleitung Pferde, und erregte dadurch soviele Aufinerksaiukeit, daß er von dem Minister v. Weih als Maler in der Porzel-lanfabrik zu Kassel angestellt wurde. Diese Art Arbeit gefiel ihm jedoch so wenig,daß er nach einigen Jahren zu s Ältern zurückkehrte. Als aber Nil die Maler-akademie zu Kassel eröffnet wurde, wanderte er, 32 Jahr alt, wieder als Schülerdahin, erhielt bei der Ausstellung 1778 den ersten Preis und wurde bei der folgen-den als Mitglied aufgenommen. In dein Galerieinspector Tischbein batte er einenFreund, und in dessen Schwester eine Geliebte gefunden, welcher er 1784 die Handbot. Er ließ steh schon 1181 häuslich zu Frankfurt a. M. nieder, wo er in allge-meiner Achtung lebte, und am 9. Juni 1798 an einer Brustkrankheit starb, die ersich früher als Bergmann zugezogen hatte. P. war ein Mann der Natur undWahrheit, menschenfreundlich, dienstfertig, höchst gefühlvoll und unverbrüchlichrechtschaffen. Seme Bilder tragen das Gepräge seines Charakters: Wahrheitund schone Natur. Er ist der deutsche Wouwermans, und unübertroffen i» derDarstellung des Pferdes. Seine Bilder, die er nur leicht untermalte und dann gleichausführte, sind in warmer, lieblicher Färbung und mit einem kräftigen Pinsel ge-malt. Er gab die Gegenstände, wie er sie sah, nicht wie er sie von andern Meisternbehandelt fand. Mit äußerstem Fleiß und höchster Reinlichkeit vollendete er seineHandzeichnungen, führte diese gern in bunten Tuschen aus und besaß die Kunst,solcheBlätter mit einem angenehmen Colorit zu überhauchen. In der Ausführungging er bis in die kleinsten Einzelheiten, wobei aber Weichheit und Wärmenicht vergessen wurden. Von ihm sind die meisterhaften Blätter zu HünerS-dorsis „Anleitung, Campagnepferde abzurichten". Au einem Hefte der vorzüg-lichsten Pferderacen hakte er bei seinem Tode 11 Platten vollendet. Außer-dem gibt es noch einzelne Blätter von ibm.

Pfortader, der Stamm einer Vene, welcher aus mehren zurückführen-den Adern im Unterleibe gebildet wird, dann in die Leber geht, sieb in derselbenwieder in Äste und Zweige vertheilt und das Material zur Gallebereitung liefert.Pfortadersystem, alle Venen, welche sich in den Stamm der Pfortader verewi-gen; die vorzüglichsten sind die Gekrösnerven, die Milzvene, Nicrenvenen undMagenvenen. Dieses Aderfnstem bat einen wichtigen Einfluß auf die Gesund-heit des Mensche», indem alles Blut von den Eingeweiden des Unterleibes in denStamm der Pfortader strömt, und somit der Rückfluß des Blutes aus dem Unter-leibe von der Thätigkeit der Leber abhängt. Verrichtet diese ihr Amt zu langsamund zu schwach, so wird auch das Pfortaderblut langsamer verbraucht, die Entlee-rung dieser Adern geht weniger vor sich, und das Blut häuft sich in den zum Pfort-adersystem gehörigen Adern so an, daß sich diese übermäßig ausdehnen, Kno-ten bilden, und endlich das Blut austritt, woher die sogen. Hämorrhoidalkrank-heit nebst vielen andern Übeln entspringt.

Pforte (Hohe), das große Thor vor dem kastei l. Palaste zu Konstan-tinopel , daher ottomaniscbe Pforte. («, Osmaniscbes Reich.)

Pforzhei m, die wichtigste Fabrikstadt im Grofiherzogihum Baden, imMurg- und Pfinzkreise, am Eingänge des Schwarzwaldes, an der Vereinigungder Flüsse Nagold und Würm mit der schiffbaren Enz. in einem Thale , hat 3Vorstädte, 25 Straßen, ein altes Schloß, 650 H. und 5600 E. Es sind hier