Phannaceutik Pharus 469
zu befestigen wußten. Sie Zählten die bedeutendsten Gesetzlehrer (Scbriftgclehrten)uud Staatsmänner in Iudäa zu ihren Gliedern, und da Personen aus allen Stän-den, ja selbst Weiber, zu ihrer einem Drdcnsverbande ähnlichen Verbindung Zutritterhielten, so gewannen sie einen politischen Einfluß, der unter den Makkabäern undHasmonäern mehre Male über das Schicksal des jütischen Sinais entschied undden Überrest von Macht, den die Römer dem hohen Rathe zu Jesu Zeiten ließen, inihre Hände brachte. Der pharisäische Lehrbegriff hat in dem neuern Iudenihumedie Dberhand behauptet und den Talmud geheiligt. Der Ausdruck Pharisäer wirdaber nur noch bildlich von Scheinheiligen gebraucht, deren Charakter an dieim neuen Testamente auftretenden Pharisäer erinnert. Ist
P h a r m a e e u t i k, s. Apothekerkunst.
Pharmaci e, die Kenntniß der Arzneimittellehre, ihrer Bereitung undMischung. — Pharmakologie, Lehre von den Arzneimitteln und ihrer Wir-kung und Anwendung. Bei den Griechen hieß >>>i-,r,>,->><»,> sowolArzneialsGift;ein Beweis, daß sie jedes Arzneimittel, zu stark oder falsch angewendet, für ebensoschädlich alsGift hielten, oder daß ihreMittel meistens aus derjenigen Claffe waren,welche ihrer heftigen Wirkung wegen unter die Gifte gerechnet wurden, und vor de-nen sie selbst eine gewisse Scheu hatten. So lange als möglich suchten sie mir diä-tetischen Vorschriften und Mitteln auszulangen; nur chronischen und hartnäckigenKrankheiten setzten sie jene pl,n, iin-Ieu entgegen. (Vgl. Ap o t h e ke r k u n st.) —Pharmakopöe (eigentlich die Bereitung der Arzneien, Arzneibercitungskunst)nennt man vorzüglich eine Sammlung von Vorschriften zur Zubereitung und Ver-fertigung der einfachen und zusammengesetzten Arzneimittel. Man hat deren zuallen Zeiten und in allen Ländern verschiedene gehabt, je nachdem der Stand derBildung und Aufklärung in der Arzueikunst und denjenigen Wissenschaften war,aus denen die Pharmacie zusammengesetzt ist. Noch jetzt hat jedes einzelne Landund in Deutschland beinahe jeder einzelne Theil desselben eine andre Pharmakopöe,ja in manchen kleinern Ländern ist nicht einmal eine Pharmakopöe gesetzlich bestimmt,nach welcher alle Apotheker des Landes arbeiten müssen. Hieraus entstehen bedeu-tende Nachtheile. Ein Apotheker arbeitet willkürlich nach dieser, ein andrer nacheiner andern Vorschrift. Der Eine hat eine alte, der Andre eine neue Pharmakopöe.Da nun viele zusammengesetzte oder künstlich zubereitete Mittel in den Apothekenvorräthig sein müssen, die »ach verschiedenen Pharmakopöe» auch verschieden bear-beitekweiden, so kennen die Ärzte niemals wissen, von welchemGehalteund welcherStärke die Mittel sind, die sie verordnen. S. Döbereiner'S „Elemente der pharma-ceutische» Chemie" lJena 1816), Geiger'S „Handbuch der Pharmacie" (1. Bd.,2. A., Heidclb. 1827, und 2. Bds. 1. Abth.), des 1829 verst. Hagen „Lchrb. d.Apothekerkunst" (8. umgearbeit. ?(., Königsb. 1829, 2 Thle.). — Die von Zeitzu Zeit revidirte „stllurnmomoe-, 1,r„ li-i'iic'u" (-1. A., Berlin 1827, 4.) hatDulk übers. und commenkirt (Leipzig 1827). In Erfurt hat Trommsdorff 1795ein pharmaceutisch-chemisches Institut errichtet, das noch besteht; s. dessen „Ma-gazin für Pharmacie", 6. Iahrg. 1828. >l.
P h a r sa l u s, s. Cäsar und Pompejus. — Pharsalia, s. Lucanus .
Pharus, Pharos oder Leuchtthurm ist ein an den Ltecküsten oderbei einem Hafen aufgeführter hoher Thurm, dessen oberer Theil eine große Laterneist, in welcher ein Holzfeuer oder mehre sehr helle Ldl- oder Gaslichtflammen, durchReflectoren verstärkt, befindlich sind, damit die Schiffe zur Nachtzeit in der Ferneihren Laus danach richten können und die Klippen und Untiefen vermeiden. (Dgl.Baake lind Fanal.) Der Name rührt von der Insel Pharos vor Alerandrienher, welche den Hafen dieser Statt deckte. Auf dem östlichen Vorgebirge dieserInsel stand der ungefähr 300 I. v. Chr. erbaute, im Alterthume so berühmte, jazu teil Weltwundern gezählte Pharus von Alexandi ien. Auf seiner größten Höhe,