Band 
Achter Band. O bis Q.
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Phidias 471

ten der marathonischen Deute für den Tenipel der Polkas (der^tadtbeschützerin),und sie war als schirmende Vorstreikerin gebildet. Auf ihrem Schilde halre Dirs,nach Parrhasius'S Zeichnungen, den Centaurenstreit in Relief gearbeitet. Nebender Statue stand die uralte Burgbewohnerin, die Nachteule. Von dieser Statuewird erzählt, daß die Seeleute, wenn sie um das Vorgebirge Sunium heriimschifften,noch ihren Helmbusch und die Spitze ihrer Lanze schauten. Die zweite berühmtestebildete er auSElfenbein und Gold; sie wurde die Statue desParthenon, oderPar-thenos (die Jungfrau) genannt, und maß mit der Basis ungefähr 39 pariser Fuß.Er nahm start Marmor das glänzendere und zartere Elfenbein dazu (eigentlich warsie aus Holz mit Elfenbein überzogen), und legte der Stalue ein aus Gold getriebe-nes oder gegossenes Gewand so kunstreich an, daß es auch an- lind ausgezogen, ganzabgenommen und dem iedesmaligen Tempelschatzmeister zugewogen werden konnte.Es wog 44 Talente. Unter Demetrius Poliorcetes wurde eS geraubt. Die Augenwaren von Marmor eingesetzt und, »ach der damals noch herrschenden alten-Litte,wahrscheinlich bemalt. Wie stand aufrecht, trug den Schuppcupanzcr (dieAgio) aufder Brust und hielt in der linken Hand den Speer. Daneben sah man eine großeSchlange oder einen Drachen, den i»an für die Schlange des ErechkhonüiS halt.Ausihrer rechten Hand stand die zur Göttin gekehrte Victoria, gleichfalls von Elfen-bein mit goldenem Gewände, 4 Eubitos hoch. Neben ihr ruht der große Schild,der auf der äußern Seite dieSchlacht mit den Amazonen, auf der innern den Kampfmit den Giganten vorstellt. Die einzelnen Theile der Ltatue, sowie die Basis,waren ebenso durch Reliefs künstlich ausgearbeitet. (So z. B. hatte P. sich selbstund den Perikles auf dem Lchilde angebracht.) Die ausführliche Beschreibunglese man in Böttiger's ,,Andeutungen über die Archäologie", Die dritte kleinere,in Bronze gearbeitet, welche wegen ihrer zarten Proportionen vorzugsweise die schönegenannt wurde, wurde von den Lemniern gekauft und auf die Burg von Athen ge-schenkt. Der olympische Jupiter des P. stellte die ruhige Majestät des Himniels-königs dar und wurde daher sonst zu den Wundern der alten Welt gerechnet. Jupi-ter war hier sitzend auf einem Throne, den goldenen Olivcnkranz auf dem Haupte,in kolossaler Größe vorgestellt; der Oberleib wzw nackt, die Hüften bedeckte ein weiterMantel, der in reichen Falken bis auf die Füße Herabstoß, die auf dein Fußschemeldes kunstreich verzierten Thrones ruhten. Die nackten Theile des Bildes warenvon Elfenbein, die Bekleidung von getriebenem Golde mit einer Nachahmung vonStickerei durch Farben, wobei desKünstlers Bruder, Panänus, ihm geholfen habensoll. 'Auf der rechten, vorwärts gekrümmten Hand stand die dem Gotte zugekehrteSiegesgöttin, die, auch aus Elfenbein und Gold, eine Binde emporhielt, womitsie den (»kränz umwinden zu wollen schien. In der linken hielt der Gott das ausallen Me-allen kunstreich zulammenaelöthetc vielfarbige Scepter, auf welchem derAdler ruhte. Der Ausdruck der Macht, Weisheit und Güte waren in seinemHaupte vereinige, und er saß als der Gott, der den Vorsitz über die Hellanodikenführt und den Siegern in den feierlichen Spielen zu Olvmpia den Siegerkranz unddie Palme darreicht, thronend in ruhiger Würde da; das Ideal des griechischenAnthropomorphismus. Cicero erzählt (,.»<-nrnioro". II), wie der Künstler durcheine Stelle des Homer zur Entwerfung seines Ideals angeregt worden sei, und nachihm Wieland (über die Ideale). Höchst ergreifend warderAnblickkesGoiteS, undnoch mehr wurde der Ausdruck dadurch verstärkt, daß die Statue mit einet» großenTeppich »erhangen war, welcher erst dann weggezogen wurde, wenn der Gott sicht-bar werden sollte. Pracht und Größe warfen staunend den Beschauer zu Boden.(Vgl. Volkel'S, Siebenkees's und Tölkc'S Schriften über den Tempel des Jupiter zu Olvmpia.) Neuere haben dem Künstler wegen der vielen Verzierungen seinerWerke Überladunq vorgeworfen, namentlich i» Bezühung auf die Pallas - undIupirerSstatue. Einsichtsvoll scheint ihn Böltiger dagegen zu vertheidigen, wenn er