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sagt: „Phidlas ging bei allen seinen kolossalen Schöpfitngen von dem Giiintsatzeaus, daß, was aus gehöriger Ferne gesehen, durch gewaltige Masse und erhabeneUmrisse unpoiure, dennoch auch bei der sorgfältigern Beschallung in fortschreitenderAnnäherung (denn jedes Relief hatte verschiedene Maßstäbe und Augenpunkte) durchdie kunstreichste Ausführung aussehen und zu immer neuer Bewunderung fortreißenmüsse. So war der Künstler bis ins Kleinste groß, ja er setzte wetteifernd mit derNatur seinen Stolz darein, auch eine Cikade und Biene in Erz in höchster Vollkom-menheit zu bilden, und jede seiner Statuen wareineWeltvonKunst. Dahin findetauch Böttiqer des P. eigenthümlichsten Charakter darin, mit der zartesten Ausfüh-rung im Einzelnen die größte Erhabenheit des Kolossalen zu paaren lind auf ver-schiedene Annähernngspunkte »och immer ein Relief oder eine Verzierung in Be-reitschaft zu haben, nve dies vorzüglich beim olvmpischen Jupiter mit den man-nigfaltigen Verzierungen durch Reliefs und Malerei der Fall war. — Auch derStatue der Nemesis zu Rhamnus, welche man fälschlich P.'S Lieblinge, Argora-krituS, zuschrieb, wird eine hohe Würde beigelegt. Er fertigte sie aus einem pari-schen Marmorblocke, welchen die Perser zum Denkmal ihrer Siege bestimme hatten.Von P. an rechnet man gewöhnlich den hohen oder erhabenen Stvl, und die neuernAlterthumskenner behaupten, nach ihm habe die griech. Kunst wieder zu sinken an-gefangen. (S. Bildnerder Alten und P lasti k.) P. war auch Architekt.Perikles erhob Athen zur herrlichsten und kunstreichsten Stadt in Griechenland ;während seiner 20jährigen Leitung erhielt Athen köstlichere Tempel, Säulengängeund Kunstwerke, als Rom in st Jahrhunderten, obgleich Welkherrscherin, sich ver-schaffen konnte. Alles regte sich wetteifernd, die Stadt der Pallas zu verschönern.Die ausgesuchtesten Stoffe und zu diesen die fertigsten Arbeiter waren in Mengevorhanden. Die Aufsicht und Anordnung bei diese» Werken erhielt P., und dieBildwerke, welche dieselben (z. B. das Parthenon ) verzierten, wurden theilsvon ihm selbst, theils im Geiste und nach den Ideen des großen Meisters ge-arbei t. eso sehr P. von den kunstsinnigen Athenern, für deren Ruhm ergearbeitet hatte, unter Perikles verehrt wurde, so sehr mußte er die Launens. Mitbürger erfahren, als seines Gönners Ansehen sank. Er starb im Kerker;über die nähere Ursache dieses Todes herrscht Dunkel. S. Emeric David,„ltAiiineii ilos iuclstputiou!, (liiNAou!, cuutre l'bsslüui" (Paris ) und K. O. Mül-ler, „l)e l'Iliiliiie Vita ct Opel il,u5 ele." (Gott . 1827, 4.).
Philadelphia, Hauptstadt in Pennsylvanien , die größte in den Verein.Staaten, bis 1801 der Sitz des CongresseS, liegt in der niedrigen Gabel desDelaware und Shunlkill, dessen Brücke aus einen» Dogen von 310 Fuß 'Weite be-steht, ungefähr 30 Meilen von, atlantischen Ocean, unter 40" N.Br., folglich mitMadrid und Neapel unter einer Breite; dennoch ist die Winterkälte empfindlicherund anhaltender als in den genannten Städten. Wegen der niedrigen Lage an2 Strömen und wegen der oft plötzlichen Abwechselung strenger Kälte und Hitzehält man die Luft um P. für ungesund, und das gelbe Fieber brach hier meh malSaus, jedoch nur in den niedrig gelegenen Gassen. Dazu kommt, daß die < 2 tadtMangel an gutem Trinkwasser und in der Nachbarschaft viele Sümpfe hat. EineWasserleitung aus dem «huylkill versorgt Philadelphia . — Diese von Will.Penn (s. d.) 1682 gegründete «tadt hat 16,000 H. und 116,000 E., worunter30,000 Deutsche und 20,000 Franzosen. Die gut gepflasterten, geraden undbreiten Vtraßen haben bequeme Weitengänqe; die breiteste mißt 113 Fuß. DieRhede ist vortrefflich. Jährlich laufen über 1200 Schiffe aus und ein, unddie Ausfuhr (vorzüglich Mehl) beträgt an Werth über 13 Mill. Dollars. NurNeuyork und Boston übertreffen in der Tonnenzahl der ein- und auslaufendenSchiffe Philadelphia, und Baltimore kommt ihr am nächsten. Sowie Neu-york der Hauplsitz des Handels, so ist P. der Sitz der Wissenschaften und Künste.