Band 
Achter Band. O bis Q.
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473
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PhilanthropimöniuS es 3

Es gibt daselbst eine 1780 erdichtete Universität mit 300 Studenten, e. Akademieder Naturwissenscbaft (seit 1812) mit Sammlungen, e. Sternwarte, e. botan.warten, e. Akademie der schönen Künste; die amerik.-philosopb. Gefllschast zurBeförderung nützlicher Kenntnisse; e. medicinische, e. chemische, e. mechanische,e. deutsche Gesellschaft; e. Gesellsch. zur Aufnahme des Landbaueg (gestiftet 1785mit Sammlungen von Mineralien und Modellen); 3 öffentliche Bibliotheken mit100,000 Bdn.; e. Athenäum (gestiftet 1815, mit Samnil. und e. Zournal.Lese-zimmer); 2 Kunstvereine der Künstlet', die ihre Werke ausstellen; e. 1818 gestist.Seminar für Missionare zur Bekehrung der Neger in Afrika ; Peale's Museum;e. Taubstummenanstalt; viele Schulen w. Die allgemeine philad. Bibliothek(jetzt 30,000 Bde.) wurde 1742 von Franklin angelegt; ihr Gebäude, auf dessenFronte die Statue des l>. Franklin von weißem Marmor steht, ist eins der ge-schmackvollste» der Stadt; außerdem «»hält es noch ein Museum und einen php-sikal. 'Apparat. — P. bat 59 Kirchengeld Bethäuser von 22 ReligionSparteie»,unter welchen die PreSbvterianer und Eftglisch-Bischöffichen, »ach ihnen aber dieMethodisten und Katholiken die Mehrzahl ausmachen; einige darunter haben auchgute -Orgeln und Glockenthürme. Bei den 2 deutsch -luther. Kirchen beftndet sichdie Franke'sche Akademie, d. i. eine grammatische Schulanstalt zur Erhaltung derdeutschen Sprache. Die Juden haben eine Synagoge. P. ist der Haupksitz derO. uä ker, welche hier besondere Vorrechte erhalten und mehre Auffalten der Men-schenliebe gegründet haben, z. B. ei» Hospital, ein Arbeitshaus, das mehr als0000 Arme ernährt und beschäftigt. Auch sind die von ihnen eingerichtete» Ge-fängnisse musterhaft. Das älteste Semmarium rührt noch von Penn her, mir derBenennung: „Der Freunde öffentliche Schulen", wozu ihrer viele gehören, dievon den Interessen beträchtlicher Capitalien, die dieser Societät gehören, unter-halten werden. Die Sternwarte ist dieser Anstalt einverleibt und besitzt ebenfallseine» großen Apparat. Das öffentliche Krankenhaus (nlniAwnse), welches ausvielen Gebäuden besteht, ist eine der wohlthätigsten Anstalten dieser Art. Zu ibnrgehört ein anatomisches Museum, ein Klinicum und eineBiblaothek. Für das be-rühmte Gemälde von West, wo Christus die Kranken heilt, ist seit 1817 ein eignesschönes HauS erbaut worden. Ferner hat P. ein ArbeitS- und Besserungsbausmit e. EntbindungS-, Waisen - und Krankenanstalt; e. Irrenhaus; e. Gesellsch.zur Beförderung der Abschaffung des Negerhandels (1787 von Franklin geil,stet);e. Gesellsch. zur Unterstützung fremder Einwandernden. — Außer wichtigen Lcbtffs-werften, Zuckersietereien und 18 verschiedenen Gattungen von Fabriken, gibt es da-selbst 60 Buchdruckereien, e. bedeutenden Buchhandel, 60 Kupferstecher w. In P.befinden sich auch die 1791 errichtete Staatsbank, e. pennsilvanische Bank und 3andre, 11 Assecuranzgesellschaften, e. Handclscollegium u. a. Anstalten für denauswärtigen und Binnenhandel. Letzterer wird vorzüglich mit Piktsburg getrie-ben. An Mehl werden jährlich über 100 Mill. Ctnr. ausgeführt. Zn P. ist dieMünze des Freistaats, welche jährlich etwa 7 Mill. Dost. ausprägt. ( 22 .Pennsilvan ien.)

P b i l a n t h r 0 p i n i S m u S wird das pädagogische Svstcm genannt,welches Basedow und seine Freunde aus den freisinnigen Erziehungsregeln Locke's undRousseau'S in der 2. Hälfte des 18. Jahrh, anzubauen und mit den schon vonAmos Comenius empfohlenen didaktifthenMitteln in Anwendung zu bringen such-ten. Basedow fand den Hauptgrund der körperlichen und geistigen Entartung sei-ner Zeitgenossen in der zweckwidrigen Erziehung der Jugend. Die Unnatur undVerkrüppelung in der häuslichen Kinderzucht, der Wortkram, die Gedächtnißgualund Ruthentyrannei in den Schulen waren die Dämonen, gegen die er, Wolke,Zselin, Campe, Trapp und Salzmann mit den Waffen des gesunden Menschen-verstandes und mit der Begeisterung und Zuversicht pädagogischer Reformatoren