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Achter Band. O bis Q.
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476 Philipp (Kon. v.Macedonien) Philipp II. (Kon. v. Spanien )

Reichthum an Einfallen und eine angenehme Melodie zeichnen s. Compositio-neu aus, dagegen man oft das Anzuspielende in s. Gemälden tadelt. P.reiste jährlich nach London auf Kosten des dortigen Schachclubbs, dessen Mit-glied er 3l) I. lang war, und wählte es endlich zu s. Aufenthalt. Er starbdaselbst den 31. Aug. 1795. Bis an das Ende seines Lebens behielt er seinaußerordentliches Gedächtniß. Noch 2 Monate vor seinem Tode spielte ermir verbundenen Augen 2 Partien Schach zugleich und gewann sie beide.

Philipp, König von Macetonien, Vater Alexanders d. Gr., lebte in derMitte des 4. Jahrh. v. Ehr. Er war in seinen jüngern Jahren als Geisel nachTheben gekommen und erhielt in dem Hause des berühmten EpaminondaS einevorzügliche Bildung. In einem Alter von 22 I. (381 v. Chr.) bestieg er den mace-donischen Thron, den er in s. Grundfeste erschüttert und von zahlreichen Feindenumgeben fand. Seinem Genie gelang es bald, denselben zu befestigen und zu einemnoch nie erlangten Ansehen zu erheben, indem er sich von einem Theile s. Feindedurch einige Aufopferungen, von dem andern durch Gewalt der Waffen befreite.Bald bekriegte er selbst ruhige Völkerschaften, und suchte, nachdem er in Thessalienund Thrazien bedeutende Fortschritte gemacht hatte, allmälig seine Herrschaft über->anz Griechenland auszubreiten. Hierzu gab es nie einen günstigern Zeitpunkt alsjetzt, wo die einzelnen griech. Staaten, anstatt sich gegen einen so furchtbaren Nach-bar zu vereinigen, unter einander uneins waren. P.'s List verstand es trefflich,diese Uneinigkeit zu vermehren. Als er daher von den Thebanern gegen tiePhoeen-ser, welche den Schatz des delphischen Tempels geplündert hatten, zu Hülfe geru-fen wurde, säumte er nicht, diese schöne Gelegenheit zur Befriedigung s. Herrsch-sucht zu ergreifen. Die Unterjochung der Phocenser war bald vollendet; aber dastreulose Betragen P.'S gegen seine Bundesgenossen öffnete den Griechen die Auge».Mehre Staaten vereinigten steh mit den Atheniensern, fest entschlossen, sich denehrgeizigen Absichten des maeedonischen Königs zu widersetzen; andre hingegen er-niedrigten sich zur schimpflichsten Schmeichelei gegen den schlauen Eroberer. Nochverzögerte eine gefährliche Wunde, die er bei der Rückkehr von seinem Auge gegendie Scythen empfangen hatte, den Schlag, welcher die Freiheit Griechenlands ver-nichten sollte, bis endlich der große Sieg bei Chäronea (338 v. Chr.) das Schicksalderselben entschied. P. versammelte die Abgesandten der griech. Staaten zu Korimhund dictirte nach Willkür den Frieden, der ihnen die Freiheit raubte. Doch als ereben im Begriffe war, steh zum Oberbefehlshaber gegen die Perser erwälssenzu lassen, ward er in seinem 41 I. von Pausanias , einem jungen Mace-donier, der von den Persern bestochen war, ermordet. Dieser Fürst, der Schö-pfer des maeedonischen Phalanx (s. d.), verband Mit den größten Feldherrn-talenten die Unerschrockenheit des tapfersten Soldaten in seinem Heere. AberEhrgeiz und Herrschsucht waren die Grundzüge seines Charakters, die ihn oftzu den ungerechtesten Handlungen verleitete».

Philipp II. , König vonSpanien, Sohn Kaiser Karls V.und JsabellenSvon Portugal , der Kluge von spanischen Schriftstellern, der Dämon des Südensv. s. Zeitaenossen genannt, war 1527 zu Dalladolid geb. Von Natur kalt, ernstund uirückhaltend, dabei scharfsinnig und regsam, ward er in Spanien von eifrigenGeistlichen sorgfältig, aber bigott erzogen. Sein Vater vermählte ihn im 16. I.mit Maria, T. des Königs von Portugal, und überließ ihm, als er nach Deutsch-land ging, die Verwaltung Spaniens , indem er ihm den Herzog v. Alba zumRathgeber beiordnete. 1547 berief ihn Karl zu sich. Auf dieser Reise zeigte sichP. mit großer Würde, und machte auf die Personen, die ihm vorgestellt wurden,einen günstigen Eindruck. Er traf den Kaiser zu Brüssel . Die niederländischenStände nahmen ihn mit außerordentlichen Freudensbezeigungen aus. Allein P.zeigte eine Härte des Gemüths und eine ausschließliche Anhänglichkeit an s. spa-