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Achter Band. O bis Q.
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Philipp II- (König von Spanien )

nisichcn Umgebungen, wodurch er bei s. niederländischen Ilnteiuhanen einen dauern-den Widerwillen erregte. Sein Vater wünschte, ihm 1550 auf den, Reichetagezu Regensburg die kaiserl. Thronfolge zu verschaffen. Doch P.'S kaltes und siol-zes Benehmen war den Deutschen so zuwider, daß schon s. Erscheine» als ein Hin-derniß betrachtet, und er nach Lpanien zurückgesandt wurde. Als Maria von Eng-land den Thron bestiegen hatte, suchte der slaatSkluge Karl sie zur Gemahlin fürseinen Sohn, welcher Witwer geworden war, zu erhalten, undP., obgleich 11Jahre junger als Maria, der es auch an allen persönlichen Reizen fehlte, willigtesogleich ein; doch traf das Parlament solche Maßregeln, daß P. an der Ausübungder höchsten Gewalt in England keinen Antheil erhielt. Die Heirath wurde 1554feierlich vollzogen. Um den Mangel einnehmender Vitken zu ersetzen, befliß sichP. einer außerordentlichen Freigebigkeit gegen den englischen Adel. Marias Nei-gung für die Wiederherstellung der kachol. Religion entsprach völlig seiner eignenGemüthsart; er hatte aber Einsicht genug, zu begreifen, daß seine Gemablindurch ihre übereilte Gewaltsamkeit sich und ihre Religion gleich verhaßt machenwürde, daher empfahl er gemäßigtere und mildere Maßregeln, was ihm die Gunstdes Volks zuwandte. Allein dennoch weigerte sich das Parlament, dem Kaisergegen Frankreich Hülfe zu leisten und P. als Gemahl der Königin krönen zu las-sen. Da er in England also wenig Vergnügen fand, und ihm die zudringliche Zärt-lichkeit seiner Gemablin lästig war, begab er sich nach Flandern , von woher er nurselten auf Marias sehnsuchtsvolle Briefe antwortete. 1555 entsagte Karl V. derRegierung, und P. bestig den damals ersten Thron in Europa . Geübte Trup-pen, berühmte Feldherren, geschickte Staatsmänner, 30 M,ll. Dukaten jährl.Einkünfte, reiche Colonien und gewerbfleißige Provinzen hatten Spaniens Machtum das Doppelte erhöht. P. empfing in Gegenwart der Generalstaaten von sei-nem Vater aus das Feierlichste die Oberherrschaft der Niederlande . Wenige Wo-chen nachher übernahm er auch die Regierung von Spanien . Karl begab sich inein spanisches Kloster, wo er, wie man sagt, noch durch die Vernachlässigung sei-nes Sohnes bei der unregelmäßigen Auszahlung teS mäßigen Iahrgeldes, welcheser sich vorbehalten hatte, leiden mußte. P.'S erste Regcnteuhandlung war dieAbschließung eines Waffenstillstandes mit Frankreich 1556. Indessen wurden dieFranzosen durch den Papst Paul I V. verleitet, diese» Waffenstillstand noch in dem-selben Jahre zu brechen. Da nun Paul erklärte, P. habe das Königreich Nea-pel , ein Lehn des heil. Stuhls, verwirkt, so sah sich dieser genöthigt, s. Feldherrn,den Herzog v. Alba, gegen das Oberhaupt der Kirche zu senden, welcher den Papstzu einem Waffenstillstände nöthigte. P. ging hierauf nach England und bewogs. Gemahlin Maria durch die Drohung, nie wieder einen Fuß in ihr Königreich zusetzen, daß sie den Krieg gegen Frankreich erklärte. Ein bedeutendes Corps engt.Truppen stieß zu dem Heere unter dem Herzog Philiberk von Savoyen und demGrafen v. Egmont, welches St.-O,uentin in der Picardie belagerte. Die Fran-zosen , welche unter Montmorency herbeieilten, wurden (10. Aug. 155') gänzlichgeschlagen. P. hatte während der Schlacht (Heldenmuth war ihm nicht eigen)gebetet. Nach der Schlacht kam er zum Heere. Er zeigte diesmal eine ungewöhn-liche Freude, und äußerte sie durch das Gelübde, zu Ehren des heil. Laurentius (andessen Tage die Schlacht geliefert worden war) eine Kirche, ein Kloster und einenPalast zu bauen. DasEscurial ist das jenem Siege errichtete Denkmal. Übrigenswußte P. keinen großen Vortheil davon zu ziehen. Statt auf Paris loszugehen,begnügte er sich mit der Wegnahme von St.-O.uentin. Ham und Chatelet. Ja,aus abergläubischer Furchtsamkeit schloß er mit dem Papste einen Frieden, der fürSpanien demüthigender war als für den Besiegten. Auf der andern Seite erober-ten die Franzosen Calais. Der Schmerz darüber beschleunigte Marias Tod, 1558.Sogleich bewarb sich P. um die Hand ihrer Nachfolgerin, Elisabeth, deren De-