Philippiken Philippinen 483
hen die Ruinen der Stadt. Paulus errichtete hier eine Christengemeinde undschrieb an dieselbe den Brief an die Philipper.
Philippiken, or-,rinne, jO.iüppieae, die Reden des Demosthene»(s. d.) gegen Philipp von Macedonien. Noch ihnen nannte Cicero seine Reden ge-gen den Antonios; seitdem ist Philippica gebräuchlich für jede heftige und don-nernde Rede.
Philippinen , die, oder manikischen (auch luzonischen) Inseln (16— 1ö°N. B. und 135—145°O. L. ), die nördlichste Kruppe der indischen In-seln, an der Zahl 1206, zusammen über 6000 OM. mit 5 Mill. Einw., von de-nen 2 Mist. den Spanier» gehorchen sollen (nach A. haben sie nebst den Marionennur 2,200,000 Einw. , liegen im großen Ocean und im chinesischen Meere. Siesind voll Gebirge, zwischen welchen sich fruchtbare Thäler ausbreiten; unter denBergen werfen 10 Feuer aus, worunter der Mayon auf Lrn.on am meisten wüthet.Durch den Ausbruch «ines Vulkan« in der Provinz Camarires auf Lu> on den 1.Febr. 1814 wurden 5 Städte gänzlich zerstört. Die größte Insil, Manila oderLu on (2400 UM-- wovon 1450 auf den span. Antheil kommen), hat 2,460,0t 0Einw., wovon 1.820,000 den Spaniern unterworfen sind. Von den Insel» Min-danao, Samar, Leyte, Mindere, Panay, Negros , Zebu und den Kalamianen be-sitzen die Spanier Küstenstriche. Die größer» Inseln sind im Innern noch sehr un-bekannt. Seen und Flüsse geben dem Boden eine außerordentliche Fruchtbarkeit.Die große Feuchtigkeit mäßigt die Hitze, verursacht aber häufige Krankheiten. Ohnediesen Nachtheil des Klima würden diese Insel» der reizendste Aufenthalt der Weltsein. Reis, Cacao , Cocos, der beste Zucker, Pfeffer, Ingwer, wilde Muokaten-nüsse, Orangen, Datteln, ParadieSseigen, Ananas und andre wohlschmeckendeFrüchte wachsen in Menge, so auch Hansbäume, die trefflichste Baumwolle, In-digo, Farbehölzer, Santel-, Kampeschen-, Aloe-, Eben-, Eisinholz, Kaffienbäume,Tamarinden, der Campherbaum, Areka, Betel und vortrefflicher Taback. Manhat eine Menge eßbarer Vogel, Rindvieh, Büffel, Schweine, Hirsche, Ziegen,Pferde, unzählige Arten von Affen. In LenWältern erzeugen unzählige Schwärmevon Bienen so viel Honig und Wachs, daß letzteres hier gemeiner als Talg ist.Das Meer enthält einen Reichthum von Fischen und Schaltbiercn; auch Ambraund Perlen. Die Gebirge sind reich an Metallen; man findet Gold in den Flüssen,und Eisen liegt zu Tage; aber die Trägheit der Spanier vernachlässigt den Bergbau.In den ältesten Zeiten waren die Philippinenden Chinesen Unterthan, die sie ver-ließen. Vor 1521 besetzten die Malaien Mintanao und wohnte» daselbst unter ara-bischen Fürsten , welche auch Sultane von Salangan hießen; diese errichteten auchzu Suluh eine besondere Herrschaft. Die Spanier entdeckten die Inseln 1521 durchMaeella» und landeten zuerst aus Zebu, wurden ober zurückgetrieben, landeten1564 aufs Neue, eroberten Zebu, Manila (1555), Suluh, Müidanao und(1580) Masbate. In der Folge dehnten sie diese Eroberungen noch mehr aus,verloren sie aber auch zum Tbeil wieder. 1551 gründeten sie aus der Südostseiteder Insel Lin on die Stadt Manila , w-lcke mit den Vorstädten, unter denenPariana, von 10,000 Chinese» bewohnt, 140,000 Einr.v zäblr. Darunter sind3000 Spanier, welche die Regierung und den besten Theil des Handels in Hän-den haben; die Handwerker und Künstler sind Chinesen; den Feldbau besorgenvornehmlich die Eingeborenen. Außer dein spanischen Statthalter hat Manila ei-nen Erzbischof, unter welchem die 3 Bischöfe zu Neusegovia, Caceres und Ie-suSstadt stehen. Die Stadt ist schön, aber wegen der häufigen Erdbeben meistnur aus Holz erbaut, stark befestigt und hat einen guten Hasen, auch eine un-ter Aufsicht der Dominicaner stehende Universität. Von hier au« werden die Er-zeugnisse und Waaren Asiens »ach deni spanischen Amerika gebracht. Jährlich se-gelte im Juli eine Galione von Manila nach Acapulco in Mexico , woselbst sie die
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