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Achter Band. O bis Q.
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488 Philoktet

Ansehen stand, machte er sich auf das innigste vertraut und eignete sich'sein« Lehnso vollkommen an, daß man allgemein zu sagen pflegte, Philo platonisire. Seitder Zeit der Ptolemäer hatten die Juden den Gebrauch der Allegorien von ihrenägyptischen Nachbarn entlehnt ; damit waren platonische und pythagoräische Lehr-sätze, als verborgener und symbolischer Sinn ihres eignen Gesetze«, zu ihnen gekom-men. So konnten sie, ohne den Schein zu haben, als verdankten sie heidnischenPhilosophen Etwas, einen willkürlichen Gebrauch von ihren Systemen machen.Diese Systeme wurden ebenfalls durch mancherlei orientalische Philosophen«, be-sonders in Rücksicht auf die göttliche Natur, verfälscht. P. studiere diese in Ale-xandria wohl aufgenommene Philosophie mit Eifer, und mischte, entweder weiler die jüdische Lehre nicht genau kannte oder weil er den buchstäblichen Sinn desmosaischen Gesetzes zu unschmackhast fand, platonische Sätze in die heil. Lehrenund schrieb sie Moses zu. Wahrscheinlich folgte er darin dem Beispiele der Esse-ner und Therapeuten, von denen er stets mit großer Achtung spricht, wiewol erihre Lebensweise nicht annahm. Als gleich ewige Principien sah er Gott und dieMaterie an: Gott als dasUrlicht, aus dessen Strahlen die endlichen Intelligenzenausgegangen sind; den Verstand Gottes nennt er auch den Sohn Gottes,

sein Ebenbild, nach welchem er durch seine schöpferische Kraft die Sinnenwelt gebil-det hat. Er gründet die Erkenntniß Gottes auf innere Anschauung. Wegen die-ser Lehren sieht ihn Bouterwek für einen der ersten neuplatonischen Alexandriner an.Seine Schriftauskegung ist mystisch; bald verflüchtigt er Facta zu Gedanken, baldschmelzt er Gedanken in Facta um, wobei griech. esophistenkunst und kabbalisti-scher Unsinn sich gegenseitig die Hand bieten. Auch vervollkommnete sich P. in derBeredtsamkeit und erwarb sich Kenntnisse der öffentl. Angelegenheiten, und sein Rufdarin war so groß, daß er von s. Landsleuten im I. 42 an der L>pitze einerGesandt-schaft nach Rom geschickt wurde, um die Juden gegen Apion'S u. A. verleumderi-sche Beschuldigungen tu vertheidigen. Caliguka ließ die Gesandtschaft nicht vor sich,und P. war sogar in Lebensgefahr. Er faßte daher eine von großer Gelehrsamkeitund Geschicklichkeit zeugende Rechtfertigung der Juden ab, welche nach Caligula'STode in> Senate vorgelesen wurde. Unglaubwürdig sind die Angaben, daß P. un-ter Claudius nochmals nach Rom gekommen, dort des Apostels Petrus Freund ge-worden und den christlichen Glauben angenommen, diesem aber, gewisser Krän-kungen wegen, nachher entsagt habe. Die auf uns gekommenen Schriften P.'Ssind zuletzt und am vollständigsten von Mangey (Land. 1142, 2 Bde., Fol.), nachihm von Pfeiffer (Erl. 1185 fg., 5 Bde.) hcrauSgeg. worden. Sie beweisen, daßP. ein Mann von großer Gelehrsamkeit und vielem Fleiße war, der die griech. Phi-losophie unk Literatur genau kannte, und sind sehr wichtig für Den, der den damal.Zustand der Philosophie in Alexandrien kennen lernen will. S. l>. Großmann'S„(luiic-it. l'liilu,,." (Lpz. 1829, 4.)s— Philo aus Biblos, ein Grammatiker,der unter Nero bis Hadrian lebte, übersetzte Sanchoniachon'S „Phönizische Ge-schichte" inS Griechische, wovon wir noch einige Bruchstücke besitzen. — Philovon Byzanz, der im 2. und 3. Jahrh, lebte, wird als der Vf. eines Werks über dieKriegsmaschinen, über die sieben Wunderwerke der Welt ic. genannt. — Noch gibtes einen akademischen und einen stoischen Philosophen d. N.

Philoktet, des Pöas und der Demonassa Sohn, berühmt als Bogen-schütze. Er führte die Einw. von Methone, Thaumacia, Meliböa und Olizonnach Troja. Bei einem Opfer auf der Insel Chrysa aber ward er von einer tem-pelhütenden Schlange, welcher er sich nahete, in den Fuß gebissen. Zwar setzteer die Reise dennoch fort, aber die Wunde ward immer bösartiger und wegen ihresGeruchs Allen so unleidlich, daß man ihn, auf Ulysseö's Rath, nach LemnoS zu-rückbrachte, wo er9 Jahrelang in hülstoser Einsamkeit mühselig sein Leben fristete.Indeß konnte, nach der Weissagung des HelenuS, Troja nicht erobert werden ohne