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Philologie (Geschichte der)
Sinn». Scholrastm und Lexikographen finden sich unter den Griechen noch bis in«15. Jahrh., sowie sich nie im oströmischen Reiche das Ansehen der griech. Literaturganz verlor. Mit der gelehrten Bearbeitung der Sprache wurden die Römer durchden Griechen Krates von MalluS. bekannt (189 v. Chr.). Das philologische odergrammatische Studium umfaßte, nach Cicero's Erklärung, auch die Behandlung^ der griech. Dichter, Kenntniß der Geschichte, Worterklärung und die richtige Aus-sprache. Doch nicht bloß die griechische, sondern auch die römische Sprache und da»römische Alterthum wurden durch M. Terentius Varro , einen berühmten Polyhi-stor und Polygraphen (116—27 v. Chr.j, M. VerriuS Flaccus (unter August),AfiniuS Pollio ». A., ein Gegeniland gelehrter Untersuchungen, und die Grundsäh«der griech. Grammatik wurden aufdie lateinische angewendet. LuciusPlotius lehrtelat. Grammatik zu Cicero'« Zeit. M. Fab. Quintilian und Aul. GelliuS waren imumfassender» Sinne Philologen. Die ansehnlichsten Bibliotheken wurden als Beut«nach Rom geführt. Die römische Literatur strebte der griech. nach. Erklärer der rö-mischen Schriftsteller (wieAsconius PedianuSüber Cicero'sReden, ÄliusDonatusüberTerenz u. A.) traten dann (seit 50 ». Chr.) auf, von denen Viele Vorlesungenüber d>4 römischen Classiker hielte». Donaius 354 n. Chr.) und Priscianus (524n. Chr.) wurden die Hauptlehrer der lat. Grammatik. Wie das Christenthum dasHeidenkhum verdrängte, so wurde auch das Studium de« griech. und römischen Al-terthums und seiner Literatur vorzüglich durch die frühern christl. Lehrer unterdrückt,tvelche Alles, was mit dem Heidcnchuni in Verbindung stand, für verderblich undschädlich hielten und dadurch zum Verfalle der Wissenschaften ungemein beitrugen.Hierzu kam das Eindringen der noch rohen Germanen in die Länder des römischenReichs, durch welche viele literarische Anstalten und Denkmale, namentlich die vonden Kaisern zur Erziehung und Bildung der höher» Stände gestifteten Echtsten zuGrunde gingen. Allein die Geistlichkeit bedurfte zur Vorbereitung für ihre Ämternothtvendig der gelehrten Bildung, namentlich der Kenntniß der alten Sprachen.Dies brachte die Cultur der weltltch-ui Wissenschaften in die Hände der Geistlichkeit,welche dieselben auch bis zu einer bessern und günstigern Zeit aufbewahrte und mitden Abteien, Stiftern und Kloster» Schulen verband, in denen die sogen. Encyklo-pädie, die in den 7 seien Künsten (s. d.) bestand, gelehrt wurde. Zu diesem Un-terrichte bediente man sich hauptsächlich derLek,bücher desMartian»sCapclla(461n. Chr.) und des Cassiodorns (starb 583), die ebenfalls schon in den kaiserl. Schulenim Gebrauche gewesen waren. Doch sinoet man erst im 6. Jahrh, solche geistlicheSchule», in welche die Reste gelehrter Bildung sich flüchteten, zuerst in Frankreich ,später in Irland, Schottland , England. Freilich wurde jener Unterricht zunächstauf die Zwecke der Theologie beschränkt. Du' lat. Sprache nahm daher auch, beson-ders da sie fast nur geschrieben wm'pe, »st,, neues Colorit an, in welchem derMan-gel an classischer Bildung , sowie der Einfluß kirchlicher und religiöser Vorstellun-gen und das Aufstreben der neuern europäischen Sprachen sich zeigte. So erzeugtesich das Mönchslatein. Sehr vorlh. ilh.ift für die gelehrte Bildung ward die Stif-tung des Benedictinerordens durch Benedict von Nnrsia (starb 544), in dessen Re-gel besohlen wird, in jedem Kloster diese« Bodens Unterricht zu ertheilen , Bücherabzuschreiben und Büchersamiiilungen anzulegen. Die Schuln,istalken, welcheKarl d. Gr. und seine gelehrten Freunde stifteten, führten auf das Studium derlat. Sprache zurück. Aber erst seit dem 10. Jahrh, wurde durch häufigeres Lesenund Abschreiben der alten Classiker Geschmack, gelehrte Bildung und eine reinereLatinität herbeigeführt. Hierin besteht besonders das Verdienst der Congregationvon Clugny und späterhin des BrdenS der Cistcrcienser und Carthäuser (seit dem12. Jahrh.). — Die arabische Literatur und Sprache gewann seit dem 7. Jahrh,viel Verbreitung und Ansehen. Durch die Araber wurde auch die Philologie erhal-ten und befördert, namentlich aber die griech. Literatur wieder aufgefrischt. Ihre