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Philologie (Geschichte der)
eigne Sprache erhielt schon seit dem 7. Jahrh, eine gelehrte Behandlung. Im11. und 12. Jahrh, thaten sich viele große Männer durch tieferes Studium derclass. Literatur hervor, namentlich in Italien (wo seit dem 12. Jahrh, mehre Uni-versitäten gestiftet wurden), in Frankreich und England. Hierher gehören Lanftancaus Pavia und dessen Schüler Anselm aus Aosta ; der gelehrte Gerber! (PapstSylvester II., starb 1003), BischofAbbo von Fleury (st. 1004) und Bruno vonKöln (st. 1101). Die gelehrte Theologie führte zur Philosophie, diese auf Plato und Aristoteles znmck. Männer wie Abälard (st. 1142), Bernhard v. Clair-vaux, Johann v. Salisbury, Reger Dacon u. A. verstanden Griechisch und schrie;ben ein besseres Latein. Ader sie hatten mit der unwissenden und intolerantenGeistlichkeit einen harten Kampf zu kämpfen, nach welchem (im 13. Jahrh.) dasStudium der römische» Klassiker und die bessere Latinikät wiederum fast ganz ver-schwanden. Im 13. und 14. Jahrh, finden wir einige Anstalten, durch welchedie hauptsächlich zum Behufe des Bekehrungsgeschäfts nothwendige Kenntniß derorientalischen Sprachen, namentlich der hebräischen und arabischen, unterstütztwurde; auch beförderte der Umgang der Christen mit den Mohammedanern imOrient und Occibenr während der Kreuzzüge diese Kenntniß; aber die gelehrte Be.Handlung dieser «Sprache blieb noch weil zurück. Seit der Mitte des 14. Jahrh,erwachte wieder der Genius des class. Alterthums zuerst in Italien , von wo ausein gründlicheres Studium und eine geschmackvollere Erklärung der class. Sprachenund ihrer Literatur sich fast über alle Theile Europas verbreitete. Italien wurdeder erste Sammelplatz wahrer Philologen. Zwei seiner größten Nationalschrift-steller, Petrarca und Boccaccio , voll Feuer für die Werke des class. Alterthums,wirkten kräftig zur Verbreitung der römischen und griech. Literatur. Besonderswaren es Cicero und Virgil , welche des Erster» Aufmerksamkeit auf sich zogen;doch bewog er Boccaccio , von flüchtig gewordenen Griechen die Sprache des Homerund Plato zu lernen, was ihm selbst bei seinem Alter nicht mehr gelingen wollte.Boccaccio brachte es in seiner Vaterstadt Florenz dahin, daßJohann ronRavenna,ein Zögling Petrarca' », für die römische, und für die griech. Literatur zuerst Leon-tius Pilatu«, darauf Manuel Chrysoloras (1397) als Lehrer angestellt wurden.Durch Letztem, sowie durch Argyropulos u. a. ausgewanderte Griechen, die sich,als der Fall des oströmischen Reichs sie vertrieb, dem blühenden Italien zuwendeten,wurde in Schriften und mündlichen Vortrügen eine gründlichere griech. Sprach-lehre in Umlauf gebracht und dadurch ein tieferes Verständniß der griech. Literatureröffnet. In allen großem Städten Italiens , selbst in denen, welche keine Uni-versität hatten, eröffneten Lehrer der alten Literatur ihre HLijole. Ihr Enthusias-mus theilte sich ihren Zuhörern mit, und durch diese wurde es (von 1400—1430)Ton der Republiken und fürstl. Häuser in Italien , die class. Literatur in Schutz zunehmen und durch das S tudnun derselben einen reinen Geschmack wiederherzu-stellen. Ja dieses Studium wurde zur Nationalanzelegenh, ik erhoben. Der leb-hafteste Eifer für dieselbe herrschte im 15. Jahrh, unter allen ständen Italiens und gründete überall philologische Vereine. Auch wurden seit Petrarca nnd Boc-caccio , welche selbst We, ke der griech. und römischen Literatur sammelten und durchAbschriften verbreiteten, viele Privat- und öffentliche Bibliotheken angelegt, und dieliterarischen Klösterschätze gemeinnütziaer gemacht. In Florenz stiftete Cosinusvon Medici (1429) die Platonische Akademie , sein Enkel Loren; sammelte diereichsten Schätze der Literatur und Kunst und zog die größten Gelehrten in jeneMusenstadt; ebenso war Nicolaus V. für Rom thätig, in Mailand ein Visconti,in Verona ein della Scala, in Sicilien König Robert; in Venedig bildete AldusManutiuS eine» für class. Likcratur enthusiastisch wirksame» Kreis, und die einge-führte Buchdruckerkunst wirkte hier vorzüglich in, Dienste der class. Literatur.Schnell vervielfältigten sich jetzt die Werke der class. Autoren; Sammlungen und