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Achter Band. O bis Q.
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Philologie (Geschichte der)

Commentart erschienen, und die Philologie hatte durch jene Erfindung ihre eigent-liche gelehrte Gestalt angenommen; denn das gemeinsame Zusammenwirken derSprachkenner wurde durch sie erst möglich gemacht oder wenigstens erleichtert, unddie Musterwerke des Geister, sowie die Untersuchungen über dieselben, waren demZufalle weniger ausgesetzt, als bei der mangelhaften schriftlichen Verbreitung. Dieschönste Frucht dieser Cultur offenbarte sich aber darin, daß das Lesen der Classikerdes Alterthums und die Kenntniß der alten «Sprachen nicht mehr allein dem Zweckeder Kirche und Theologie diente, sondern die Bildung des Geistes überhaupt zumZwecke hatte. Glückliche Nachbildungen der Alten und eine reinere römischeSchreibart, worauf man vielleicht nur zu hohen Werth legte, bezeugen, wie sehrman diesen Zweck erreichte. Wir nennen noch als ausgezeichnete Philologen die-ser Periode einen Leonard» Bruni von Arezzo (1370—1444), Poggius Dracciolini(1380—1459), Lorenzo Valla (1407—57), Nic. PerottuS, Franc. Philelphu»,Pomps». Lälus, MarsiliuS Ficinus (1433 —99) und Angelo Poliziano (1454—92). Von Italien aus wurde das erwachte Studium der claff. Literatur zu-nächst nach Frankreich verbreitet. Wir finden im 15. Jahrh. Griechen undItaliener als Lehrer der Philologie in Paris , und viele Übersetzungen der rönii.scheu Classiker ins Französische. — In England verbreitete sich eine gründlichePhilologie erst seit dem Ende des 15. Jahrh, durch einige in Italien gebildete Ge-lehrte. — In Deutschland wurde dieselbe hauptsächlich von den Niederlanden ausverbreitet und durch eine wohlthätige Reform des Schulunterrichts in Nieder--deukschland vorbereitet. Die ersten Philologen Deutschlands bildeten sich in Ita-lien aus, z. B. Rud. Agricola (1442—85), K. Celte« (1459—1508) und Zoh.Reuchlin (1454 -1521), Ersterer ein Schüler des Thomas von Kempten , derZweite vorzüglich durch die Stiftung gelehrter Gesellschaften in Deutschland , Letz-terer durch die Wiedererweckung der hebr. Philologie berühmt. Das im 16. Jahrh,in dem gebildeten Europa überall verbreitete philologische Studium zeigte den gün-stigsten Einfluß nicht nur auf allgemeine Cultur, sowie auf Philosophie, sondernauch auf alle specielle und positive Wissenschaften. Ohne diesen Einfluß würdeauch die kirchliche Reform, welche Luther und seine Freunde unternahmen, nichtzu Stande gekommen sein. Und eben dieser Einfluß war es wieder, welcher denEinfluß für Philologie und das Ansehen der class. Literatur unterstützte und erhielt.Ja dieses L>tudii»n ward die Grundlage der neuen europ. Bildung. In diesemJahrh, finden wir noch einen der ersten Humanisten (denn Humaniora wurdenseit dem Mittelalter die Wissenschaften, die in das class. Alterthum einführen, undHumanisten ihre Priester, wennauch nicht mit Recht, ausschließend genannt),der insbesondere aufDeutschland den größten Einfluß äußerte und das Studium dergriech. Literatur vorzüglich förderte, DefideriuS EraSmus(1467—1556, s. d.) involler Thätigkeit. Seit Ende des 16. Jahrh, aber, wo in Italien das Studiumder alten Literatur wieder vermindert ward (in den neuern Zeiten wurde dort die-selbe fast ausschließlich in Beziehung auf Kunstgeschichte und Alterthümer bearbei-tet), war Holland die Schule der größte» Philologen, die sich namentlich um dieEtvmolozie der alten Sprachen, um die Grammatik, niedere Kritik und gramma-tische Erklärung großes Verdienst erwarben und späterhin die Philologie vorzüglichauf das Studium der Jurisprudenz anwandten. Hier nennen wir den weltbe-rühmten Hugo de Grovt sGrotius^ (1583—1645), der als Epeget Muster warund die Philologie mit Theologie enger verband; ferner einen Iustus Lipfius,Adr. Iongh« (Ilinius), Gruter, Dan. und Nic. Heinsius, die Gronov, Bur-mann, einen Perizonius, Lamb. Bos, SiegebertHavercamp, Drakenborch,-Ouden-dorp, HemsterhuiS, Wesseling, Lennep , Hoogeven, Valkcnaer, Ruhnken, Wyt-tenbach n.A. Auch die orientalische Philologie wurde hier emporgebracht, z. B.durch die berühmten Drientalifien Erpen (1584—»1624), LeuSden, Hadr. Re-