Band 
Achter Band. O bis Q.
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Philologie (Geschichte der)

Die or ientalische Philologie, namentlich die hebr. Literatur und Sprache, wurde im16. Jahrh. von Buxdorf. im 11. von Glaß, Pfeifer, ini 18. und 19. von Mi-chaelis, Danz, Dache, Hezel, Cocceji , Schnurrer, Tychsen, Eichhorn, Paulus»v. Hammer, Vater, Geseniiig, neuerdings der Sanskrit durch A. W. Schlegel,Kosegarken, Bopp, das Chinesische durch Montucci und Klaprvth u. m. A.gründlich bearbeitet. Der Einfluß dieses Philolog. Fleißes zeigt sich besondersdeutlich in der Theologie, denn wir finden die größten Exegeten unter den Deut-schen seir dem Zeitalter der Reformation. Melanchchon, Beza leuchteten vor.Ihnen folgten im 17. Jahrh. JahlonSki, Hermann v. d. Hardk, ReincceiuS, Si-mon; nn 18. Iabrh. Seniler, Ernefli, MoriiS, Koppe, Ilge», Griesbach, Vtat-thäl, S torr, Nesselt, Knapp, Paulus, die Rose,inniller, de Wette ic. Die Juris-prudenz wurde durch Pkilologie aus allen O.uellen entwickelt und als gelehrte Wis-senschaft ausgebildet, welchen Charakter sie noch jetzt bei den Deutschen trägt. DieGeschichtsforschung und Erdbeschreibung wurde durch sie auf die inannigfaltigskeWeise befördert und erweitert, und kein Fach der Wissenschaften und Künste bliebohne ihre Unterstützung, sowie man umgekehrt das Studium der class. Literaturdurch antiquarische und archäologische Kenntniß förderte (man denke an Heyne,Böttiger, Doß). Wir fügen diesem kurzen Abrisse der Geschichte der Philologiedie Übersicht des oben genannten Creuzer'S bei, welche von dem Wiederauflebender class. Literatur im 14. und 15. Jahrh, ausgeht. „Zwar", sagt dieser, „gabes keine Zeit, wo eine bestimmte Richtung Aller nach Einer Seite hin sichtbar wäre,jedoch lassen sieh verschiedene Perioden unterscheiden, nachdem in jeder herrschendenGrundtriebe des philologischen StrebenS. Und da zeigt sich zuerst der noch unbesiimmte Trieb der N achahmn n g. Die ideale Ganzheit und Schönheit des clas-sischen Alterthums erschien dem geraden und natürlichen Sinne, und ward getreu-lich aufgefaßt von unbefangenen, edel» Gemüthern. Beides, die Erzeugnisse alterbildender Kunst, wie die der Rede, verehrte man mit einer und derselbe» Andacht,wie denn überhaupt in der Gesinnung und Stimmung die Humanisten dieser Zeitvon den bildenden Kanistern sich noch nicht so sehr trennten, als oftmals nachhergeschah. Beide, gleich begeistert durch den Anblick jener großen Productionen,suchte» das Gleiche hervorzubringen, und in allen Elementen des Lebens und Wis-sens regte sich der unbestimmte, unschuldige Trieb der Reproduktion. Aber ebenjene Bewußtlosigkeit der Nachahmung gestattete noch keine gesetzmäßige Unter-scheidung mancher zufälligen Form, worunter das 'Antike erscheint, von dem Noth-wendigen und Bleibenden seines Wesens. Diese Periode kann demnach die desSinnes heißen. Exempel in dieser Rücksicht sind hier Poggius, Angelns PolttianuS und Marsilius Ficinus ; Letzterer als Wiederherstelle,'alter Philosophie. Esfolgt die Periode des Realismus bei vorherrschendem Princip der Polvkistvrie.Steward veranlaßt durch die gegründete Überzeugung von der Nothwendigkeit um-fassender, realer Gelehrtheit bei jedem Versuche, Werke desAltenhums gründlichherzustellen und zu erklären. Sie ward Verirrung, als der Stoff die Form zu über-wältigen begann, als die Sorge des materiellen Anhäuseus die organische Einheitverdrängte, als es Triumph des Philologen ward, im reichen Verrathe desWiffenSzu schwelgen, als der dienende Geist sich selbstgefällig in dem Spiegel seiner Gelehr-samkeit beschaute. Repräsentanten für diese Periode, und »lehr oder weniger ihrerVerirrnng hingegeben, sind die Scaliger, Claude Sauniaise, Geih. und Ioh. Nvs-siiiS, Kasp. Barth u. A. Was diese großen Pvlvbistore» gewirkt hatten, warderst recht einleuchtend, aber auch erst recht brauchbar durch die kritischen Bemühun-geu der folgenden Periode, die nur die des Versta » de-S iienuen können. Das jetztherrschende Princip einer heilsam sondernden »»d stehlende» Kritik crai ino Mittelund schied de» ungeheuer», durch die Allbeleseuheit jener Männer gewonnenen,Sioff. Es prüfte scharfer den formalen Werth der Werke des Alterthums, unter.