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Achter Band. O bis Q.
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Philologie (Begriff der)

schied genauer das Unechte von dem Echten. Eine tiefere Sprachsünde und einsteter Blick auf den Context gaben größere Sicherheit in Kritik und Auslegung.Formelle Ordnung der materiellen Kenntniß, Feinheit der Wahl, Schärfe des Den-kens, Richtigkeit des Geschmacks waren jetzt mehr noch als die Mäste des Wist nSFederungen an den Philologen. In dieser Richtung der Wissenschaft zeichnen sichaus der kühne und geniale Rich. Bentley, der gründliche und besonnene Tlb. Hem-sterhuis, und mit dem besten Erfolge gingen auf diesem Wege fort David Ruhnken ,der die Schnelligkeit des Erfindens mit der Ruhe des Begründe»« glücklich vereinigte,der umfassende und prvductive Kritiker Ludw. Kasp.Valkenaer, »nd unter den jetztLebenden mehre Philologen auch unsers deutschen Vaterlandes (z. B. der um die tie-fere Begründung der griech. Sprachlehre und Metrik so verdiente, scharfsinnige Phi-lolog und Kritiker, G. Hermann). Die fortdauernde Herrschaft des kritischen Prin-cips zeigt allenthalben seine gedeiklichen Folgen, wiewol nun wieder in dem Bestre-ben der Einzelnen manche Verschiedenheit der Richtung sichtbar wird, z. B. in derEonjecturalkritik der so rasche Sinn eines Reiste und Brunck einerseits (der in eini-gen Schulen in Frechheit ausartet), und die steifsiimige Anhänglichkeit aus Urkund-liche in Ioh. Fr.Fischer. Eine Periode der herrschenden Vernunft wen de diejenigeheiße» können, in welcher der Realismus und Idealismus (oder vielmehr Materia-lismus und Formalismus) der Philologie, geläutei i du, ch Kritik und verbunden mithoher Würdigkeit und Gesinnung, als der bleibende Charakter aller ihrer Pflege er-schiene. Mit der hier mitgetheilten Übersicht stimmt auch eine andre ziemlich übet ein,welche Ast in s. „Grundriß der Philologie" (Landshui 1808) mittheilt. Er unter-scheidet nämlich in der neuern Behandlung der Philologie 3 Perioden: 1) die derechten (lebendigen) Philologie, wo man das Alte! lhum in seinem gestimmte» Lebenauffaßte und vorzüglich durch die Musterwerke der claff. Schriftsteller sich im Geistedes Alterthums zu bilden suchte; sie umfaßt das II., 15. und 16. Jahrh.; 2) diedes materialistischen Studiums der alten Welt, vom Anfange des 17. Jahrh.; 3)die des formellen Studiums, im 18. Jahrh. Aber dieser Schriftsteller ist ungerecht,wenn er die Fortschritte der Philologie am Ende des 18. und 19. Jahrh, durch denNamen des formellen Studiums zu charakrerisiren gedenkt.

Die Idee der Philologie hat sich allmälig, und erst in unserm wissenschaft-lichen Zeitalter zu einem umfassendem und bestimmter» Begriffe entwickelt undausgebildet. II. Genauerer Begriff der Philologie. Es ist bemerkt wor-den, daß die Sprachen der Griechen und Römer zueisteine gelehrte Ausbildungund Bearbeitung erhielten; damit hängt zusammen, daß bei ihnen zuerst voneiner Literatur im eigentlichen Sinne, als einem organischen Ganzen von Schrif-ten, in welchem sich die allseitige Bildung eines Volks auf wahrhaft menschlicheWeise offenbart, .die Rede sein kann, und dies ist der Grund, warum selbst später-hin, als auch die orientalischen und alle neuere Sprachen grammatische Behand-lung empfangen hatten, und man, die Etymologie des Worts beachtend, die Sprach-wissenschaften überhaupt oder die Linguistik philologische Wissenschaften oder Phi-lologie nannte, und daher ebenfalls von orientalischer Philologie sprach, dennoch dasStudium und die Wissenschaft der griechischen und römischen Literatur vorzugs-weise Philologie nannte, sowie das griechische und römische Alterthum im vorzüg-lichen Sinne da« Alterthum. Man gehl aber vielleicht zu weit, wenn man diePhilologie geradezu als Alterthumswissenschaft bezeichnet, wie Wolf in s. meister-haften Darstellung der Alterihumswissenschaft („Museum der Alterkhuiiiswissen-schafc", heraus«, von Fr. Aug. Wolf und Philipp Buttmann , 1. Bd., 1. Wt.,Berl. 1807) thut, welcher jedoch zugleich bemerkt, daß die Alterthumswissenschaftzu denjenigen Theilen unsers Wissens gehöre, welche in ihren reichen Materialien,verschieden,» Behandlungsarten und wechselnden Namen, schwankende Grenzenund unbestimmten Umfang verrathen. Denn man verwechselt hierbei das We-