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Philosophie (Begriff)
Schule). In letzterer Hinsicht, bei welchem man mehr auf die Thätigkeit, durchwelche diese erhabensten Gegenstände erkannt werden mögen, und auf diese Mög-lichkeit selbst reflectut, bestimmte mau sie als Vernunftwissenschaft; nach Kant :Vernunftwissenschaft ausBegriffen; nachFichte: Wisse,ischaftslehre, oderWissen-schaft des Wissens; n. A. : Wissenschaft von der ursprünglichen Gesetzmäßigkeitdes menschlichen Geistes in seiner gesummte» Thätigkeit. Philosophiren beißtdaher: über die höchsten Gegenstände der menschlichen Erkenntlich vernünftig nach-denken und die gefundenen Vernunftideen in Begriffen klar und zusammenhängenddarstellen. Letzteres fodert den Begriff der Wissenschaft, die ihrer Form nach nurdurch System vollendet wird. Es sind aber, wenn hier von höchsten Gegen-ständen die Rede ist, keineswegs alle einzelne, in der Erfahrung gegebene oder ersthervorzubringende Dinge gemeint, welche diesem oder jenem Menschen die höchstenscheinen, sondern Das, was unbedingt, als das alles Wissen und Sem (dieWelt) bedingende Wesen von der Menschenvernunft erkannt wird, oder mit Glau-ben vorausgesetzt werden muß. Hierdurch unterscheidet sich die Philosophie eben-sowol von den empirischen Wissenschaften, welche es mit gewissen Ersah, ungsgeaen-ständen, als von der Mathematik, welche es mit den Grundform«n der Erfah-rungswelt, oder des Anschaulichen, zu thu» hat, ja auch von der Logik, welche, letz-terer verwandt, von den Grundformen des Denkbaren, oder der Bearbeitungdes Gedankenstoffrs in Begriffen handelt, und von Vielen nur als Vorbereüungs-«issenschaft der eigentlichen Philosovkie angesehen wird, in welche,' diese Gesetze derGedankenverbindung als Mittel der Darstellung und Mittheilung der Ideen schonin ihrer Anwendung erscheinen. Philosophie ist insofern keine Wissnichast ausBegriffen, sondern Wissenschaft der in Begriffe» systematisch einwickelten Ide n,Veruunflwissenschaft durch oder muielst der Begriffe, und Philosoph,reu ist sonachIdeen in Begriffen entwickeln. Sie wird ferner als höchste Wissenschaft, welchejeder andern Wissenschaft ihre Principien gibt (indem das Höchste jeder besondernWissenschaft durch das Höchste, welches die Philosophie erkennt, und durch den Zu-sammenhang, welchen der Philosoph durch -aS Absolute unter den Gegenständender Well erblickt, bedingt, und kein einzelner besonderer Gegenstand ihre Aufgabeist), ja auch insofern, als sie die Gesetze aller wissenschaftlichen Form m ihrem Ur-sprünge faßt und aufstellt, Wissenschaft schlechthin, oder Wissenschaft allerWissenschaften genannt, und kein Bedürfniß, als das rein humane, durch selbst-thätige Erkenntniß Wahrheit zu finden, ist ihr wahrer Tuest. Darin» ist sie auchVorbild jeder andern Wissenschaft, und wir nenne» oft im weiter» Sinne philoso-phisch (philosophische Betrachtung, Behandlung) Das, was sich über die Erfahrungerhebt und durch Ideen bestimmt wird. Und eben darum wird auch das philoso-phische Studium dem Studium der besondern Wissenschaften auf unsern Hoch-schulen vorausgeschickt. Die Größe der Aufgabe aber, welche in jenem Begriffeliegt, und an deren Verwirklichung die ganze pbilosophirendeMenschheit arbeitet,ist der Grund des bescheidenen Namens, welchen jene Wissenschaft, und Diejeni-gen, welch« sie bearbeiten, in Griechenland erlangt haben, indeni nämlich das WortPhilosophie, (einer Grundbedeutung nach, die Liebe oder das Streben zurWeisheit bedeutet, und somit der Philosoph Derjenige ist, der die Wahrheit liebtund die Weisheit sucht; kein Allwissender, aber auch kein solcher, der sich wenigerbescheiden als egoistisch oder ideenscheu auf die oft so sehr gerühmte Selbsterkennt-niß beschränkt, und der Philosophie die übersinnliche Welt abschneidet. Das Mittel-alter nannte diese Wissenschaft Weltweisheit (znssenii.-, urmil.iri,), im Gegen-satze der Theologie oder der-Offenbarung selbst, d. h. der christlichen Religion, derenunmittelbarer Ursprung der Gottheit beigelegt wurde. Der jene Weisheit Su-chende nun strebt, jene höchsten Gegenstände in Verbindung zu erkennen, um da-durch zugleich von seiner eignen Bestimmung überzeugt zu werden; er sucht also