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Achter Band. O bis Q.
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Philosophie (Eintheilmig)

vornehmlich das Absolute in seiner Offenbarung, das Verhältniß desAbsolukenzumEndlichen, des Unbedingten zu dem Bedingten, und umgekehrt der endlichen Dingezu dem letzten Grunde alles Seins; ferner das Verhältniß des Geistes zur Natur,derFreiheit zur Nothwendigkeit, und des Subjektiven ziiin Objectiven zu erforschenund zu erklären. Dieses sind die Gegen sitze, welche die Philosophie von jeher in ei-nem Hähern aufzuheben und zu erklären versucht hat. Die nach dem Talente undder verschiedenen Ausbildung der Philosophirende» verschiedenen Lösungen bilden dieverschiedenen philos. Ansichten und Systeme, deren Folge und Zusammenhang dieGeschichte der Philosophie zeigt. In diesen Versuche», die Ztee der Phi-losophie zu verwirklichen, sowie überhaupt durch die Beschäftigung Mit Philosophie,bildet sich zugleich der erkennende Geist des Mensche» zur höchsten ihm erreichbarenVollendung aus und nimmt eine Richtung auf das Übersinnliche, die seinem gan-zen Leber, eine höhere Gestalt geben niuß. Freilich findet dies nur statt bei demjeni-gen Philosophen, der mit Wahrheitsliebe, Geist und hohem Eifer nach einem sichselbst begreifenden rnid begründenden, d. i. dem philosophischen Wissen, auf demdurch die Vernunft selbst vorgeschriebenen Wege strebt; denn die lebendige, mitErnst und Eifer für das Höchste erworbene Erkenntniß kann nicht ohne Einfluß aufdasLeben des Menschen und dessen Gesinnung sein. Die Weisheit, als die höchsteFrucht der Philosophie, ist daher auch nicht auf das Wissen beschränkt; sie umfaßtWissen und Handeln, in ihr sehen wir das Handeln durch das höhere Wissen be-stimmt und fest begründet, und das Wissen in das Handeln übergehen. Wo diesnicht ist, da ist die Philosophie nur Fornialismus und Schulweisheit, die in demSysteme, der Form der Wissenschaft, das Wesen sucht und, a» diese gefesselt, dieFreikeit des Geistes verliert. Aber alle Philosophie zerfällt ohne System, und dieFrcibeit des Denkenden kaun sich leicht in ungebundene Willkür, und wo sie demGefühl allein huldigt, in Mysticismus verlieren. Dem Bestreben, die Philosophieals Wissenschaft im System aufzustellen, stellt sich immer das polemisirende «we-ben entgegen, die Fesseln des Systems zu vernichten, welches, wenn es auü demTriebe entspringt, sich das Feld bei Forschung offen zu erhalten, der wahreSkepticismus (s. d., Dogmatismus und Kritik) ist. — ll. Einthei-lung der Philosophie. Die Philosophie im weiten, «inne theilt man inreinphilosophische Wissenschaften (Philosophie in, engern und eigentlichen Sin-ne) und in die angewandte Philosophie. Die Philosophie im engern Sinne istEntwickelung der reinen Vernunfterkeiintnisse (der Ideen) durch Begriffe; dieseund die gefundenen Gesetze des Geistes wendet sie auf Gegenstände, die in der Er-fahrung gegeben sind, an. (Au der letzter» gebärt z. B. die Psychologie, diePädagogik, Politik w. ss. dd.s) Die Philosophie m, cigenilichen Sinnewurde von den Alten gewöhnlich inLogik oder Dialektik (als Lehre von der Mög-lichkeit, Form und Methode der Philosopbie), Physik (späterhin Metaphysik),die Wissenschaft von den letzten Gründen alles Seins, und E kh ik, die Wissenschaftvon der moralischen Natur und Bestimmung des Menschen, eingetheilt. In denneuern Zeiten ist die Eintheilung der Philosophie in thecretiscke und praktische dieallgemeinste gewesen. Die theoretische oder spekulative Philosophie, so wurde derBegriff ehemals bestimmt, sollte die höchste» Wabi Heiken über Gott und die W.lt,Natur uiid Geist überhaupt vortragen; die praktische die Anwendung lebren. Mansah aber bald, wie wenig der letztere Begriff den unter der praktischen Philosopbieverstandenen Wissenschaften angemessen sei, und bestimmte die praktische Philoso-phie als die Wissenschaft von dem Handeln oder von der moralische» Natur desMenschen insbesondere. Einige nennen daher die theoretische Philosophie dieerklärende Philosophie, insofern sie Das zum Gegenstände hat, was ohneunser Zuthun ist, und was wir durch das Ei kennen finden; die praktische die be-fehlende oder rathende, insofern sie Vorschriften ertheilt für Das, was durch