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Philosophie (Geschichte)
Freiheit bewirkt werden soll. Die später entstandene Ästhetik (s. d.) hat manbald zu der theoretischen, bald zu der praktischen Philosophie gerechnet. Wo diePhilosophie sich bloß auf die Erkenntniß dermenschl. Geistesthätigkeit beschränkt,da ist die theoretischePhilosophie Wissenschaft von den Gesetzen des,Vorstellen« undErkennen«, welche man die theoretische Thätigkeit nennt (die Ästhetik hat mandannalsGeschmackslehre, oder vielmehr als Wissenschaft der Regeln der Be-urtheilung des schönen hierher gezogen); die praktische Wissenschaft von den Ge-sehen des Handelns, oder von dem gesetzlichen Handeln. Diese Ansicht aber verliertsich leicht in Formalismus, indem man die Gegenstände der Erkenntniß leichtaus den Augen verliert, wo über die Gesetze derselben nachgedacht wird. Wenig-stens ist die Wissenschaft über die Gesetze und Kriterien der Erkenntniß (richtig vor-gestellt, Das, was Kant als Kritik wollte) mehrPropädeutik oder Einleitung in dietheoretische Philosophie, als diese selbst Diejenigen nun, welche letztere auf die zu-letzt angegebene Weise bestimmen, rechnen die Logik und Metaphysik zur theoreti-schen, dieMoral oder Sittenlehre und das.Naturrecht, oder die philos. Rechtslehre(wovon Staats-und Völkerrecht, sowie die Politik nur angewandte Wissenschaftensind) zur praktischen Philosophie. (Von diesen Wissenschaften s. d. bes.Art.) End-lich kann man auch die Philosophie nach der D'.eizahlder höchsten Ideen derHuma-nität, den Ideen des Wahren, Guten und Schönen, in theoretische, praktische undästhetische Philosophie eintheilen. Eine wissenschaftliche Übersicht der philos. Wissen-schaften in ihrem innern Zusammenhange stellt die Encyklopädie der Philosophieauf. Die neuesten Lehrbücher derselben sind von Gottl. Ernst Schulze (Gott . 1814,n.A. 1811) und Hegel (2. A. 1821). — III. Geschichte der Philosophieist die pragmatische Erzählung von den wichtigsten Versuchen, die Idee der Philo-sophie zu verwirklichen, oder, nach Tennemann, die pragmatische Darstellung derallmälig fortschreitenden Bildung der Philosophie als Wissenschaft. Sie hat nichtnur als einer der wichtigsten Theile der Bildungsgeschichte des Menschen, sondernauch insbesondere in Hinsicht ihres Einflusses auf die Ausbildung und Leitung desphilos. Talents großen Werth. Letzteres darum, weil durch sie die wichtigsten Auf-gaben der Philosophie nach ihrer wahren Bedeutung, ihrem Umfang und Zusam-menhange hervortreten, die wichtigsten Begriffe der Philosophie und die Voraus-setzungen der philosophischen Systeme von mehren Seiten beleuchtet erscheinen, undweil die Übersicht der Bahnen und Irrwege, welche der philosophircnde Geist durch-laufen, das Ziel der Wissenschaft und die dazu führenden Stufen uns belehrendund warnend erkennen läßt. Gewöhnlich theilt man die Geschichte derPhilosophiein die alte, mittlere und neuere. Andre theilen die Geschichte der Philosophie in diegriechische (mit Einschluß der griech. im römischen Reiche) und in die neueuropäischeoder germanische, wobei also die Philosophie des Mittelalters den Übergang bildet.Die erstere Periode beginnt mit den Griechen. Denn obschon die Anlage zum Phi-losophiren an kein besonderes Volk gebunden, sondern eine ursprünglich menschlicheist — weßhalb auch jedes Volk, dessen religiöse Anschauung in Nachdenken, dessenGefühl in Zweifel übergeht, wodurch der ForschungSgeist erweckt wird, sich Philo-sopheme bildet —. so wurde doch die Philosophie als Wissenschaft zuerst bei denGriechen mit Bewußtsein bestrebt und eigenthümlich ausgebildet. Die Philo-sopheme der Morgenländer aber können in einer solchen Geschichte nur als Einlei-tung, und weil sich viele morgenländische Philosopheme in die griech. Philosophieverpflanzten, mit Rücksicht auf diesen Zusammenhang angeführt werden. Tenne-mann charakterisirt die erste Periode (die der griech. und römischen Philosophie)als die Periode des freien Strebens der Vernunft nach Erkenntniß der letztenGründe der Natur und Freiheit. Sie bildet ein in sich vollendetes Ganzes,welches die Keime aller spätern Philosophien gewissermaßen in sich trägt. Dergriech. Geist erhob sich durch Poesie zur Philosophie. Die Theogonien» Kosmo-