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Philosophie (Geschichte)
genien und Gnomen leiteten die Philosophie ein und knüpften sie an die Religionan. In dem ersten Abschnitte dieser Periode, gleichsam den; Zugendalker der Phi-losophie, in welchem das Nachdenken noch unsystematisch und von der Poesie nochwenig getrennt war, suchte sie die Frage über den Ursprung der Natur und denGrundstoff der Welt .->) in der ionischen Schule, die mit Tbales (610 v. Chr.)beginnt, durch Nachdenken über die Natur und den Ursprung oder das Erste dernatürlichen Dinge; dann l>) durch die Formen der Anschauung, wie Pyihagorasund seine Schule (die italische), ferner <-) durch dialektische Entgegensetzung vonVernunft und Erfahrung in der eleatischen Schule, und »>) durch Vereinigung bei-,der in der atomistischcn zu lösen. — DerSophistik, welche die sittliche Überzeugungzu zerstören drohte, stellte sich S okra tes (um 422) entgegen und leitete dasInteresse der Untersuchung zunächst auf die sittliche Natur und Bestimmung desMenschen, worin ihm viele seiner Schüler folgten. Die Philosophie erhielt da.durch eine neue Richtung , welche erst durch seine Schüler, besonders Plaro undAristoteles , in systematischer Gestalt sichtbar wurde. Der zweite Abschnitt derersten Periode beginnt daher mit Sokrates und dessen Schülern: -,) Plato (seineSchule die akademische) und l>) Aristoteles (seine Schule die peiipatetische). Siecharakterisirt sich durch ein systematisches Streben, alle Gegenstände dersshilo-sophie zu umfassen. Plato legte den Grund zu einer systematischen Philosophie,Aristoteles bildete das System einer Philosophie aus ; Jener hielt sich mehr an dielebendige Vernunftanschauung, dieser strebte das verständige Nachdenken überdie Dinge zu entwickeln. Neben die akademische und peiipatetische Schule stelltensich e) die stoische (von Zeno gestiftet) und <I) die epikurische im Gegensatze auf.Alle diese Systeme bekämpfte die (von Pyrrho gestiftete) skeptische Schule. Dieübrigen Soldatischen Schulen: <-) die cyrenaische, niegarische, cynische, elische»nd ereirische, folgte» der einseitigen praktischen Richtung ihres Meisters mirmehr oder minder Abweichungen und Eigenthümlichkeit. „Wir sehen hier", sagtSchulze von diesem Abschnitte, „den philosophischen Geist mit männlicher Be.dachrsamkeit die Lösung der philosophischen Aufgaben und die philosophische Ei-gründung aller für die Menschheit wichtigen Angelegenheiten unternehmen". Da.her hatten auch in diesem Abschnitte dic Nachforschungen nach der Realität dermenschlichen Erkenntniß eine so große Wichtigkeit. In dem dritten Abschnittendlich zeigt sich der Philosoph» ende Geist, wie er, mit den Schwächen des Altersbehaftet, nur noch in der Erinnerung ehemaliger Thaten lebt, von! langen Kampfermüdet. aufVereinigung der streitenden Parteien sinnt (bei den Eklektikern), odersich zuletzt, dem Skepticismus zu entgehen, in die Arme des Mvsiicismus wirft(bei den Alexandrinern und Neuplatouikern, deren Anführer AmmoniuS Saecas193 v. Chr. war). Die Römer aber verbreiteten und pflegten nur die empfan-gene Philosophie. (Vgl. über diese Periode Griechische Literatur lind dieArt. über einzelne Philosophen.) 2) Die Geschichte der Philosophie desMittelalters (800—1500 n. Chr.), oder der Scholastik, zeigt das Streben derVernunft nach philosophischer Erkenntniß linker dem Einfluß eines über sie erha-benen, durch die christliche Offenbarung gegebenen Princips, oder im Dienste derKirche. (S. Scholastische Philosophie.) Die Araber, deren literaiischeBlüthe in das Mittelalter fällt, verbreiteten nur griech. Philosophie und einzelnereligiöse Philosopheme. 3 Die dritte Periode, welche voin 15. Jahrh, beginnt,charakterisirt Tennemann durch ein freieres, selbständiges, immer tiefer eindringen-des Forschen nach den letzten Gründen und Streben nach systematischer Einheit derErkenntnisse. Man bekämpfte zuerst die Scholastik durch E,-mnerung an die altegriech. Philosophie in ihrer ursprünglichen Reinheit; nach diesem Kanipfe, in wel-chem man die angemaßte Autorität besiegte, traten neue Ansichten auf, welchesich systematisch zu begründen strebten. Einige bauten auf die Erfahrung, wie