504 Philtruin Phocion
Bac« und Locke. Ihnen entgegengesetzt, suchte DeScarteS , mit welchem Einig«die neuere Philosophie anfangen, sie auf ihrem eigenthümlichen Boden durch dia-lektisches Raisonnement zu begründen; indem er vom Zweifel zum Dogmatismusüberging und das subjective Bewußtsein und Denken als die Grundlage der Phi-losophie aufstellte, wodurch die idealistische Richtung der neuern Philosophie be-gründet wurde. Spinoza und Leibnitz verfolgten auf entgegengesetzten Seiten,Jener realistisch, Dieser idealistisch, den betretenen Weg des Nachdenkens. DerGeist des Letzter» erlosch in dem Formalismus der Wolf'schen Schule und in einereklektischen Popularphilosophie. Die Hume'sche Skeptik bahnte der Kant 'schenKritik des Erkenntnißvermögens den Weg. Durch beide wurde der Schein dergemeinen Erkenntniß aufgedeckt. Mit dieser Kritik aber beginnt ein bedeutenderAbschnitt der neuern Philosophie, weil Kant vornehmlich in Deutschland , wo seitEnde des 18. Jahrh, die Philosophie blühte, durch seine Kritik eine große Umwäl-zung bewirkte. (A. Kant und Kritik.) Unbefriedigt durch die Kritik, tratenbald nach ihrem Erscheinen die neuern Systeme der Wissenschaftslehre von Fichteund der IdentitätSlehre oder der Philosophie des Absoluten von Schelling auf.Gegen sie kämpfte vorzüglich die Mystik Iacobi's und s. Schüler. Die AufgabeMehrer neuerer Bearbeiter der Philosophie ist, die Wissenschaft mit Religion undLeben inniger zu verbinden (s. Deutsche Philosophie), die einzelnen Theileder Philosophie mit Klarheit und Tiefe auszubilden und in einen organischen Zu-sammenhang zu bringen. — Tennemann's „Geschichte der Philosophie" hatA. Wendt mit Zusätzen und Berichtigungen neu herausgeg. (1. B., Lpz. 182g);H. Ritker's „Geschichte der Philosophie" (1. Tb., Hamb. 1829) enthält die Ge-schichte der Philosophie der alten Zeit. — Über die schottische Philosophie s. d.Art. Englische Literatur. '1.
P h i l t r u m, s. L i c be Strä n k e.
Phiole, ein gläsernes Gefäß mit langem engen Halse und Mundloch, aberweitem runden Bauche, das von den Chemikern zu verschiedenen Verrichtungen,besonders zurDigestion und S.stuiion gebraucht wird. Man nennt es auch Scheide-flasche. In der Befestigungskunst gab es eine Gattung Slurmtöpfe oder Sturm-phiolen, welches Gefäße mit Handgranaten oder mir andern feuerfangeiidkn Sachenwaren, die bei Bestürmungen u. dgl. gebraucht wurden.
Phlegethon, beidenAlten einer von den Flüssen der Unterwelt, welcherFeuerströme fortwälzte und glühende Felsenstucke forttrieb. Au seinen Ufern wuchsweder Baum noch Pflanze.
Phlegma (a. d. Griech.), überhaupt wässerige Feuchtigkeit, besondersim Geblüte, daher phlegmatisches Temperament (s. d.). — In der Chemieheißt Phlegma die wässerige Feuchtigkeit ohne Geruch und Geschmack, welchedurch Kunst aus den Körpern gezogen wird und dem geistigen Wesen derselben ent-gegenzesetzt ist.
Phlogiston, s. Brennstofs und Chemie.
Phöbus (rein, hell), ein Beiname Apollo'S, und als dieser mit dem < 2 on-nengotte vermischt wurde, des Helios.
Phocion, ein athenienfischer Feldherrund einer der tugendhaftesten Cha-raktere des Alterthums, war von niederer Abkunft, empfing aber eine gute Er-ziehung und sog unter Plato u. a. Philosophen ftne erhabenen Grundsätze ein, diesein ganzes Leben leiteten. Ernst und streng in seinem Äußern, war er von Gesin-nung sanft und wohlwollend. Seine Beredtsamkeit zeichnete sich durch Klarheitund Kürze aus, und seine Meinung äußerte er in den Volksversammlungen freiund rücksichtslos. Zuerst diente er unterChabrias, einem Feldherrn von Verdienst,aber heftig und ungleich von Cbarakter; er gewann s. Achtung und mäßigte seinUngestüm. Er trug zu dem >L)ieqe zur See bei Naxos (311 v. Chr.) bei undtrieb nachher mit vieler Klugheit die Steuern von den Inseln ein. In dem Kriege