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Achter Band. O bis Q.
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Phocion

mit Philipp von Macedonien sandten die Athenienser Phocion mit einiger Mann-,schüft nach Euböa , in der Hoffnung, daß die Euböer sich ihm sämmtlich anschließenwürden. Durch Philippo Bestechungen aber ward dies verhindert, und Phociongenöthigt, seine Truppen auf einer Anhöhe in Sicherheit zu bringen. Der Feindschloß ihn ein und machte sich zum Wturme bereit. Plukarch machte gegen denBefehl einen Ausfall und wurde zurückgeschlagen. In einem Augenblicke derVerwirrung aber brach P. los und gewann einen vollständigen Sieg. Vor derSchlacht hatte er Allen, die nicht Lust zu fechten hatten, freigestellt, sich zu entfer-nen; nach dem Siege gab er die Gefangenen los, um sie der Wuth des aihenien-fischen Volks zu entziehen. So hatte er gleich einsichtsvoll, tapfer und menschlichgehandelt. Den Plutarch, der sich zum Tprauncn gemacht hakte, vertrieb er ausEretria , und verließ die Insel, nachdem er sie vor künftigen Angriffen der Macedo-nier gesichert hatte. Als einige Zeit nachher die Athenienser beschlossen hatten, denvon Philipp bedrohten Städte» des Hellespont Hülse zu leisten, diese aber sichweigerten, den Ehares, wegen seines räuberischen Charakters, mit der Flotte zuzu-lassen, wurde P. mit einer neuen Wcemacht abgeschickt. Die Einw. von By-zanz nahmen ihn auf, und er rettete nicht nur ihre Stadt, sondern nöthigte endlichPhilipp, sich von dem Hellespont ganz zurückzuziehen. Ungeachtet dieser glücklichenErfolge riech P. immer zum Frieden. Weine Rechkschaffenheit, Uneigennützig-keit u. Vaterlandsliebe waren so allgemein anerkannt, daß er 45 Mal zum Anführerernannt wurde, ohne je darum angehalten zu haben. §r führte stets die einfachsteLebensweise und bestellte mit eigner Hand sein kleines Landgut. Als die Einw.von Megara sich mit den Achcniensern zu verbinden wünschten, unterstützte P.eifrig dieseMaßregel, begab sich mit vielenFreiwilligen dahin und stellte die Mauernder Stadt her. Aber bald darauf erschien Philipp in Phocis , um Attika anzugrei-fen. P. riech vergebens zum friedlichen Vergleiche, die Schlacht beiEhärouea(388 v. Ehr.) bewies die Richtigkeit seines Urtheils. Ebenso wenig achteten dieAthenienser seines Raths, an der von Philipp berufenen Versammlung der griech.Staaten nicht eher Antheil zu nehmen, als bis sie die Absicht des Königs wüßten.Die Athenienser fanden sich dadurch genöthigt, Philipp eine Anzahl von Reiternund Schiffen zu stellen. Als sie damit zögerte», drang P. darauf, sich derNothwendigkeit der Umstände mit Geduld zn unterwerfen. Der Tod Philippswurde zu Athen von DemostheneS und dessen Anhänger» mit Jubel vernommen ;aber P. erinnerte sie daran, daß die Sieger bei Ehäronea nur um Einen Mannvermindert worden seien. In demselben Sinne widerrieth er, sich neuen Zufällenpreiszugeben, und verwarf ein Bündniß gegen den jungen Alexander. Der Er-folg rechtfertigte diese Meinung. Als nach der Zerstörung von Theben Alexandervon Athen die Auslieferung der so heftig gegen ihn sprechenden Redner foderte,übernahm P. den Auftrag, durch Fürsprache des Königs Zorn zu besänftigen,mit dem erwünschtesten Erfolge. Alexander hatte ihn sehr lieb gewonnen undüberschickte ihm ein Geschenk von 100 Talenten, welches«', genügsam mit dem Sei-nen, auSschlug. Die Abgeordneten fanden ihn mit Wasserträger! beschäftigt, wäh-rend seine Gattin Brot buk. Um indeß Alexanders Gunst nicht von sieb zu wei-sen, bat er um die Freilassung einiger seiner verhafteten Freunde. Nach AlexandersTode faßten die Athenienser abermals den Plan, Griechenland von dem maeedoni-schen Joche zu befreien. P., unerschütterlich in s. Ansichten, mißbilligte ihreMaßregeln, übernahm jedoch, als er sie nicht abwenden konnte, selbst die Führungeines Heeres. Ungeachtet der anfänglichen Vortheile der Athenienser gewann Anti-pater bald die Oberhand und bedrohte Athen , aus welchem die Redner, welche denKrieg gerathen, eiligst entflohen. In dieser dringenden Gefahr wurde P. anAntipater, welcher sein Lager in dem Gebiete von Theben hatte, abgesandt, und er-langte, freilich unter harten Bedingungen, die Zusage, daß man einen Vertrag