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Achter Band. O bis Q.
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Phocis Phönix

schließen wolle, ohne Attika zu betreten. Demosthenes und HyperideS sollten aus-geliefert, eine aristokratische Regierung eingeführt, und eine makedonische Besatzungin Munychia gelegt werden. Lange sträubte sich P. gegen die letzte Bedingung,aber Antipater war unbeweglich. Unter diesen schwierigen Umständen ging dasBestreben P.'S, der neben andern ausgezeichneten Männern an die Spitze derRegienmg trat, hauptsächlich dahin, den schwerlastenden Druck zu mildern und s.ganzes Ansehen bei den Macedoniern zum Vortheile s. unglücklichen Vaterlandesanzuwenden. Gleichwol beschuldigte man ihn in der Folge, gegen das Beste Athens gehandelt lind es an die Feinde verrathen zu haben. Unruhe» und Anklagen erfolg-ten, welche P. zur Flucht nöthigten. Er begab sich zu Polysperchon, welcher inPhocis stand. Hier erschien bald darauf eine Gesandtschaft der Athenienser, welcheP.'s und der andern Flüchtlinge Auslieferung begekrre. Polysperchon bewilligtedies Gesuch, und so wurden die Angeklagten als Gefangene nach Athen geführt,wo man zugleich einen Brief im Namen des Königs ablas, der sie der Verräthereifür schuldig erkannte und den Atheniensern zur Bestrafung übe, gab. Das Gerichtwurde vor der Volksversammlung gehalten und vernnheilre P. nebst mehren seinerFreunde, ohne ihre Vertheidigung zu hören, zum Giftbecher. P.'s Ruhe und Gelas-senheit blieb ünerschüttert. „Sage meinem Wohne", antwortete er einem Freunde,der ihn fragte, ob er ihni Aufträge zu geben habe, „daß er das von den Atheniensernmir angethane Unrecht vergessen solle". Schon hatten die meisten den Trank ge-trunken, als man bemerkte, daß er nicht zureiche. Der Henker aber weigerte sich, un-entgeltlich mehr herbeizuschaffen. P. bat einen Freund, ihn zu bezahlen, und sagtescherzend: „So kann man in Athen nicht einmal umsonst sterben!" Sein Leichnamwurde »„beerdigt über die Grenze geworfen. Freunde aber ließen ihn nach Eleusis bringen und dort im Hause einer Megarenseri» verbrennen. Als bald nachher dieAthenienser ihr Unrecht einsahen, errichteten sie P. Ehrensäulen, begruben seineGebeine auf öffentliche Kosten und bestraften seine Ankläger.

Phocis, eine griech. Landschaft, welche gegen N. an Thessalien, gegen L>.an LokriS und Döotien, gegen S. an die Bai von Korinth und gegen W. an Dorisund die ozolischen Lokrcr grenzte. Die Hauprflüsse waren der Cephissus und Pli-stos, das Hauptgebwge der Parnaß. Phocis war das Vaterland der Hellenen.ParnassuS, des Poseidon Sohn, erbaute noch vor der deukaliomschen Flut Delphiund gab dem Gebirge seinen Namen. Als die genannte Flut Delphi verheert hatte,erbauten die geretteten Einw. auf dem Parnaß die Stadt Lykorea, wo jetzt Deu-kalion regierte. Die Nachkommen desselben verbreiteten sich gegen Norden undverdrängten die dort wohnenden Pelasger. Jetzt kam der Name Hellenen auf.Mehre kleine Königreiche entstanden. Unter andern brachte ein Sohn des 'Agens,Phokus, eine äginetische Colonie hierher, und von ihni erhielt das ganze Land denNamen Phocis . Später wurde die Verfassung wahrscheinlich demokratisch. DiePhocenser waren ein fleißiges Volk und lebten vornehmlich vom Ackerbau. Siewaren wegen ihrer Tapferkeit berühmt. Diese bewiesen sie in den Kriegen gegendie Thessalier, ferner in dem persischen und peloponnesischen Kriege, an welchen»letzter« sie als Bundesgenossen der Spartaner Theil nahmen. Sie wurden die Ur-sache des für Griechenland so verderblichen heiligen Kriegs und theilten 338 v. Chr.,nach der Schlacht bei Chäronca, das allgemeine Schicksal der Griechen. (Vgl.Griechenland.)

' Ph one t i sch e S ch r i st, s. Hieroglyphe undRosette (Znschriftv.)

P höni x, ein ägyptischer Wundervogel, an Größe dem Adler gleich, mittheils goldenem, theils rothem Gefieder, von dem man erzählte, daß er nur alle

Jahre, beim Tode seines Vaters, aus Arabien nach Ägypten komme, seinenVater, in ein §i von Myrrhen gehüllt (einbalsamirt), in den Tempel der Sonnebringe und daselbst begrabe. Nach Andern bereitet er sich selbst, wenn sein Tod