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Phonizien
herannaht, ein Nest von Myrrhen und köstlichem Kraut und verbrennt sich in dem-selben, geht aber alsdann verjüngt aus seiner Asche wieder hervor. Nach neuernmythologischen Forschungen ist der Phönix das Symbol einer Periode (IahrcS-cyclus) von 50V Zähren. Wahrscheinlich wurde der Abschluß dieser großen Zeit-periode durch eine Verbrennungsfeier bezeichnet, indem man nämlich das Bild einesVogels verbrannte. Der Phönix verjüngt sich selbst, d. h. aus dem Alken entstehtder Neue. Alles, was mehr als 60 Schriftsteller, Herodot, Plutarch , Lucian,Strabo, Plinius u. A., was Zkaliener und Franzosen über diesen Gegenstand ge-sagt haben, findet man in Ant. Mötral's Schrift: „l.o Oliüuix, ou Ou
Phönizien, welches oft als ein Theil von Syrien betrachtet wird. warein schmales Küstenland amMittelmeere, von'AraduS amElcuiherus an bis TyruS am LeonteS;. doch mögen auch noch südlicher im Gebiete von Palästina einige Kü-sienstädte dazu gehört haben, weßhalb PtolemäuS die Südgrenze bis zum ChorseuSausdehnte. Dieses nicht viel über 200 DWt. große Ländchen war sandig und vonden holzrragenden Gebirgsketten des Libanon und Antilibanon durchschnitten,hatte in seiner blühendsten Zeit eine Menge berühmter Städte, bildete aber nieeinen einzigen Staat. Die älteste hieß Sidon (jetzt Said), berühmt wegenihrer künstlichen Arbeiten, besonders in Glas. Eine Tochter derselben war Ty-ruS , am berühmtesten durch ihre Purpurfärbercien. Diese Stadt bekam denNamen AlttyruS, als auf einer davor gelegenen Insel das später bekannte TyruSentstand, das Alexander bei seiner Belagerung zur Halbinsel machte. Bybluswar durch den Adonisdienst berühmt (jetzt Dschibili oder Esbile); Ako, in späternZeiten Ptolemais, nachher Acre; Berytus, späterhin durch eine Recbisschule be-rühmt. Diese und andre Städte waren anfangs als Colonien von der Mutter-stadt abhängig, wurden später unabhängig und bildeten in ihrer blühendsten Zeit(von 1000—600 v. Chr.) einen Städkebund, an dessen Spitze jedoch TvrnSstand. Das Urvolk der Phönizier lebte wahrscheinlich anfangs nomadisch amarabischen und persischen Meerbusen, begab sich sodann nach Palästina, und zogvon dort, schon lange vorder Ankunft der Zsraeliten, gewiß von einer mächtigernHorde gedrängt, in seine nachherigen Wohnsitze, deren Küstenlage und Holzreich-thum auf Fischfang und Schiffbau führte. Durch Zufälle begünstigt, wurdennach und nach die Phönizier ein seefahrendes Volk, das bald auf Raub , bald aufHandel ausschiffte. Daß dies schon sehr früh geschehen sei, darauf leiten die vor-handenen dunkeln Nachrichten. Sidon heißt bei MoseS der erstgeborene SohnKanaans. Die schon um 1500 unter Agenor nach Kleinasien. Kreta, Libyen undGriechenland ausgewanderten Colonien verbreiteten mancherlei Kenntnisse; Kakmuswenigstens, des Erster,! Sohn, brachte Ideen von bürgerlicher Verfassung undBuchstabenschrift nach Hellas. Bei der Niederlassung der Juden in Palästina(um 1440), mit denen sie das Bedürfniß der Erzeugnisse Palästinas vorchglichverband, beißt Sidon die große Stadt; bei Homer ist es vor allen Städten derErde berühmt wegen seiner künstlichen Arbeiten. >LXbon im 12. Jahrh. v. Chr.legten sie Colonien in Afrika an; Uiica ward um 1110 gestiftet- und um «alo-mon's Zeit war die Fahrt nach Tarschisch, der Sudwestküste Spaniens , ft'bon ganzgewöhnlich, wodurch wir zugleich einen Begriff von der Ausdehnung des phönizi-schen Handels und Verkehrs erhalten. Mehre sichere, nahe gelegene Häfen muß-ten daher den Sidoniern sehr willkommen sein. Deßwegen bauten sie, bei einemdurch die Natur gebildeten Hafen, einige Häuser, und auf einem nahen Felseneine Burg, Zor. Nach und nach siedelten sich hier mehre an, und glaubenwir mit IosepHus und Trogus PompejuS, daß Tyrus um 1184 gestiftetsei, so muß man annehmen, eS sei um diese Zeit eine große Colonie dahin gekom-men, Welche die Feste erst zur Stadt erhoben habe. In Kurzem aber wuchs die