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Physikotheologie
rot zu Dorpat „blnlrekion? rur In pl^signe" (1820 — 24, 6 Bde.), Perlet,,t'-ou>8 ,Ie 0 >>e>»ik! cl <Ic pb^signe" (Marseille 182k, 13 Lieferungen, 4.). Vgl.auch die Literatur bei dem Art. Naturwissenschaften.
Physikoiheologie wurde sonst durch natürliche Theologie übersetzt undder geoffenbarten gegenübergestellt. Wenn der Mensch durch sein innerstes Be-wußtsein, durch sein Gefühl und seine Vernunft auch zum Bewußtsein Gottes, zureligiösen Empfindungen und zur Erkenntniß ewiger Wahrheiten gelangen kann,wie es in dieser Hinsicht allerdings eine Religion gibt, die man eine natürliche nen-nen mag, weil sie in den natürlichen Anlagen und Vermögen des Menschen sichentwickelt, ohne eine übernatürliche Unterstützung zu erhalten, so kann es auch eineTheologie geben, welche natürliche oder Physikotheologie genanntwird, inwiefern sie wesentlich die Erforschung, Begründung, Entwickelung undübereinstimmende'Anordnung jener religiösen Wahrheiten beabsichtigt. So habenauch wol fromme und gelehrte Christen sie früher gedacht und behandelt, ohne dabeiden Glauben an die Nothwendigkeit und Wirklichkeit der Offenbarung aufzugeben,und die Physikotheologie als Gegensatz der geoffenbarten Theologie aufstellen zuwollen. Denn es war demüthigen und bescheidenen Forschern einleuchtend genug,wie der einzelne Mensch bei den herrlichsten, von Gott ihm verliehenen Kräften,und der Fähigkeit, die erhabensten Anschauungen von Gott, als dem Urquell undErhalter aller Dinge, zu erlang.n, doch aus eigner Kraft nie zu einer Religiongelangen konnte, die alle Ansprüche seines Geistes und Herzens vollkommen befrie-digte und unter allen Lebensverhältnissen mit einem Trost und Muth, einer Zuverficht und Freudigkeit, wie keine der mannigfachen Philosophien je gewährt hat, er-füllte. Das Bedürfniß einer außerordentlichen Erleuchtung und Le.luiig der Mensch-heit, das Bedürfniß einer Offenbarung, und die geschichtlich und im Glauben ge-gründete Gewißheit derselben, konnte demnach durch eine echte Physikotheologiekeineswegs wankend gemacht oder umgestoßen werden, und diese demnach auch nichtüber die Theologie des Christenthums sich erheben wollen, so wenig als die eine mitder andern je wahrhaft in Widerstreit kommen kann, außer wenn man einem Wi-derstreite des Menschlichen gegen das Göttliche Raum gibt. Doch hat in späternZeiten, da ein sogenannter Naturalismus sich übermüthig der Offenbarung desChristenthums gegenüberstellte und kein Indifferenlismus den Weg bahnte, diePhysikoiheologie sich selbst als einen Gegensatz gegen die christlicheTheologie geltend-machen wollen und so eine böse Nebenbedeutung gewonnen. Es wird dann jeneTheologie damit bezeichnet, die, ohne jene unverkennbare, seit Jahrhunderten fort-dauernde Einwirkung der Offenbarung auf alle menschliche Erkenntniß und unserefrüheste Bildung zu berücksichtigen, sich aller Offenbarung überhebt, und mit derUeberzeugung, der Mensch könne und müsse Alles, was von Goit und göttlichenDingen zu erkennen nothwendig und nütz! ch ist, auch ohne das göttliche Licht aus eig-ner Kraft u. Vernunft sich aneignen, alle Lehren u. Erkenntnisse derselben für Früchteder eignen Kraft und Vernunft ausgibt, dahingegen jedes Geheimniß, was die Of-fenbarung zwar als sichere und beglaubigte, aber keineswegs mit menschlicher Kurz-sichtigkeit völlig zu durchschauende Wahrheit enthüllt, völlig verwirft. Gleichwolbleibt dieser natürlichen Theologie die Natur selber ein großes Geheimniß, währendsie das Werden und Erhalten derselben vollkommen erklären zu können glaubt, undderMensch selber, das Verhältniß seines eignen geistigen und körperlichen Lebenszu einander, bleibt ihr in Vielem ein Räthsel, während sie die genügendsten Auf-schlüsse über Gott und göttliche Dinge und des Menschen höchste Bedürfnisse mit-theilen zu können sich eitel überredet. Zn einem beschränkter» und gewöhnlichernSinne bezeichnet die Physikotheologie den Versuch der Vernunft, aus den Zweckenund der weisen Einrichtung der Natur auf einen weisen Urheber derselben, von derSchöpfung auf den Schöpfer zu schließen. Daher der physikorheologische