Band 
Achter Band. O bis Q.
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P si y >7 o k r a t i sch e S System

Beschauer bei Unterscheidung von Wurde und Gemeinheit rc. Ferner schließt derBegriff der Phvsiognomie die zufälligen oder ganz physischen Veränderungen undBewegungen aus und fodert bloß bleibende Beschaffenheiten, oder gleichförmigwiederkehrende Veränderungen und Wirkungen de? Körpers, welche jenen natür-lichen und bleibenden Beschaffenheiten der Seele so entsprechen, daß sie als derenZeichen angesehen werden können. Hierher rechnet Kant in s. „Anthropologie",in Hinsicht des Gesichts, mit Recht: 1)Die Gesichtsbildung, in deren Profil Haupt-fach Ich das Charakteristische sich zeigt. (W. Profil.) Die Gesichkkbildung scheintober mehr die durch körperliche Anlage bedingte Geisiesart zu bezeichnen. DerMensch kann dieser Anlage zwar entwachsen, aber ihrem Einsiusse nie ganz ent-gehen. Dies bezeugen Blumenbach'ö Untersuchungen über die Physiognomiender verschiedenen Völker der Erde. Auch können, namentlich in Beziehung aufdie Sin n, welche mit der Gehirnbildung in Verbindung steht und das „Mensch-lichste am menschlichen Haupte ist", viele Beobachtungen Gall'g hierher bezogenwerden, sowie die Bemerkungen der Kunstkenner über die Werke der Bildhauer,kunst und Malerei. 2) Die Gesichtszüge. 3) Mienen oder in Bewegung gefetzteGesichtszüge, insofern sie habituelle (gleichförmig wiederkehrende) Gesichtsgebär-dunge» sind. Übrigens sind auch andre Äußerungen des Menschen charakteristisch,jedoch in verschiedenen Graden, z. B. der Gang, die Stimme und Sprache, welchemehr als Alles den Geist verstehen läßt (Phinognomik) — Schrift rc. Auf diesecharakteristischen Äußerungen gründet sich nun die Physiognomik, von welcherKant und Mehre behaupten, daß sie nicht zur Wissenschaft werden könne, „weilder Eigenthümer einer mensch! eben Gestalt, die auf gewisse Neigungen oder Ver-mögen des angeschaute,i Subjects bmdeutet, nicht durch Beschreibung nach Be,griffen, sondern durch Abbildung und Darstellung in der Anschauung oder ihrerNachahmung verstanden werden kann; wo die Menschengestalt im Allgemeinennach ihren Varietäten, deren jede auf eine besondere, innere Eigenschaft des Men-schen im Innern hindeuten soll, der Beurtheilung ausgesetzt wird". Indeß laßtsich doch der Inbegriff der (jetzt noch zerstreuten) Regeln so nennen, nach welchenman die Geistesarl der Menschen, oder gewisse Classen der Geistesbeschaffenheit inkußerl'cben Zeichen erkennen kann, wobei freilich sichtbare Abbildungen unter-stützen müssen. Die Anwendung dieser Gesetze aber wird durch mannigfaltige Aus-nahmen sehr beschränkt und kann bei voreiligen Schlüssen leicht gehässig werden.Letzteres ist der Grund, warum von Lavater'S (vgl. d. und Lichtenberg) Phy-siognomik erst 1829 zu Wien eine neue abgekürzte Ausg. in 4 Bdn. von Armbrustenerschien, obgleich sie einen Schatz von Erfahrungen und herrlichen Beiträge» zu einerTbeoi i? kei Physiognomik enthält. (Schon der Dominicaner Campanella, st. 1639,war Phvsiognomiker.) Verstellung der Menschen, Krankheiten und andre Umständeverändern die äußere Gestalt und lassen die verschiedenen Erfahrunaen oft verwischen.Darum aber müssen auch diese Einschränkungen in einer solchen Theorie ausgeführt,und es muß in ihr die Frage beantwortet werden, welche Geistesbeschaffenheit amleichtesten sich im Äußern offenbart und erkennen lasse. Dies sind nämlich Eigen-schaften des Temperaments und die Gefühlsweise eines Menschen; weniger leichtkann auf Gesinnung und intellectuelle Beschaffenheit geschlossen werden. Scharf-sinnige Grundzüge einer Theorie der Physiognomik hat Ioh. Jak. Wagner in s.Buche: „Über die Natur der Dinge" (Lpz. 1803, von S. b51 an) aufgestellt.Neuerdings haben sie I. Cross („An otlrn>i>l in «rlablisli pli^sio^nomv Npoiirciensiiwul princiyle.-i", Glasgow 1817) und Spurzheim („T1,e zfti^ringmo-N'iro! ^vriein") bearbeitet.

P h ysiokratisches System, Dieses staatswirthschaftliche System,welches eine Reihe von Jahren hindurch die Blicke von Europa auf sich gezogen,ward zuerst in Frankreich von einem geistreichen, speculativen Kopfe, Franz O.ues-