Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
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Physiologie (Inhalt)

rungsmittek, der Atmosphäre -c. verbreiteten; die letztere, indem sie durch gründ«liche Kritik Dessen, was die Vernunft zu leisten oder nicht zu leisten vermag, alleleere und nicht zu erweisende Hypothesen verbannte, eine bessere Art der Natur-forschung überhaupt einführte, gewisse, aus der Grundeinrichtung des Geistes ent-springende Sähe als die Richtung für alle Untersuchungen der Natur aufstellte.Hieraus entstanden richtigere Begriffe über Organisation und Organismus.Schelling leitete von dem Leben selbst, als dem Urquell alles Seins, nicht nur dieganze Natur, sondern den Geist, die Vernunft selbst ab, und betrachtete somit Alles,was ist, Geist, Mensch, Natur, Organisation, das Weltall selbst, als die Offenba-rung dieses höchsten und ewigen Lebens in einer unermeßlichen Reihe von Verschie-denheiten.

Ansicht des wesentlichen Inhalts der Physiologie von ihrem jetzigen Stand-punkte aus. Der Mensch ist in zwiefacher Rücksicht zu betrachten: als Natur-wesen, zur Erde gehörig, und als ein höheres, der Geisterwelt angehöriges Wesen.Als Naturwefen unterliegt der Mensch den allgemeinen Naturgesetzen, die das großeWeltall regieren und sich in allen Theilen desselben, so auch im Erdorganismus, inunzähligen Abstufungen wiederholen. Nach diesen Naturgesetzen sehen wir dieorganischen Wesen von ihres Gleichen entstehen, sich selbst erhalten, wachsen,blühen, dann wieder zurückgehen, welken und absterben. Der Mensch steht zwarals organisches Wesen auf der höchsten Stuft, die Naturgesetze aber regieren undbestimmen unabänderlich sein irdisches Leben. Die allgemeine Kraft, die nachunabänderlichen Gesetzen das Weltall , die Erde, die organischen Wesen der Erdehervorbringt, regiert und bewegt, ist das ursprüngliche, ewige und unendliche Leben,das als Weltleben, Erdleben, als das Leben aller der Erde angehörigen organischenWesen, in unzähligen Abstufungen sich darstellt. Es ist dasselbe Leben, das aufder untersten Stuft der Erdwesen sich als Krystallisirung im Wachsthum« des Mi-nerals und Metalls offenbart, das schon in höherer, aber noch stiller Thätigkeit imWachSthume der Pflanzen seinen Kreis durchläuft; dasselbe Leben, das auf nochhöhern Stufen in der Thierwelt einen freiern und wettern Kreis durchgeht, sich inviel mannigfaltigern Abstufungen offenbart, das endlich im Menschen sich auf derhöchsten Stuft in den mannigfaltigsten Erscheinungen darstellt. Indem also daspn sich ewige und unendliche Leben in zeitlicher und räumlicher Beschränkung vonverschiedenen Graden sich darstellt, erscheint es als ebenso verschiedene körperlicheForm in den Erdorganismen, durchläuft in denselben einen gewissen Kreis, in wel-chem es seine an sich ewige und unendlich freie Thätigkeit auf beschränkte, endlicheWeise offenbar werten läßt und dadurch die verschiedenen Perioden der organischenWesen in Entstehung, Wachsthum, Blüthe (als den höchsten Punkt der Lebens-Äußerung) entwickelt. Diese Offenbarung, Verkörperung der Ideen des Lebensund die Entwickelung ihrer Perioden nennen wir Natur, und die ihnen inwoh»uende Lebensidee Naturkraft. Es ist folglich dieselbe Naturkraft, die sich im großenErdorganismus wie im kleinen äußert, nur auf verschiedenen Graden der Stärke,je nachdem die Idee des Lebens auf einer niedern oder höhern Stuft sich offenbart.Daher sehen wir im Menschenleben alle Erscheinungen des gcsammten Erdlebenswie im Spiegel wiederholt; wir finden die niedern Stufen des Lebens, die Kry,jlallisation dgs Mineralreichs, die Vegetation des Pflanzenreichs, die Animalisa-tion des Thierreichs in ihren verschiedenen Stufen im menschlichen Organismuswieder. Ebenso finden wir die Erscheinungen der Natur verähnlicht in demselbenwieder, z. B. die Bewegungen der Erde uni ihre Sonne in den Perioden desMenschenleben«, die tägliche Bewegung ^er Erde um sich selbst, die Wechsel ihresLebens im Licht und in der Finsterniß, im Wachen und Schlaf; der Atmosphärewit ihrem ätherischen Princip in dem Bau der Lungen; den Erdelektricismuo inher animalischen Elektricitätsspannung; den Charakter der Erdoberfläche und des