Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
524
JPEG-Download
 

524

Physiologie (Inhalt)

stimmten, aber nur kurzen Lebenscirkel durchlaufen soll, muß vom Oxygen durch:drungen, und sein voriges Lein dadurch in ein andres verwandelt werden. So istauch im lebenden Organismus kein Stillstand, sondern eine stete, rastlose Thätig-,keil, beständiger Wechsel von Stoff. Das ganze Leb.n des Organismus bestehtaus unzähligen kleinen Lebenscirkel» der einfachen Stoffe, der zusammengesetztenersten organische» Formen, der einzelnen Organe und Systeme in immer hoher»Stufen, und daher in immer wettern Lebenscirkel». Dieser stete Wechsel des Stoffsim Organismus bedingt die Nothwendigkeit einer steten Ausnahme von neuem,dem organischen Leben zu übergebenden Stoff und einer Ab: und Ausscheidungdes verbrauchten Stoffs, der seine ku-ze Lebensperiode im Organismus durchlaufenhat, und, als demselben fremd, von ihm entfernt wird. Diese aufgenommenenStoffe müssen eine Reihe von Veränderungen durchgehen, bis sie zu der Stufe desanimalischen Lebens geschickt sind, um in das lebendige organische Verhältniß ein-zugehen. Zu diesen Verrichtungen sind eine Reihe von Organen bestimmt, derenForm, innerer Bau und eigenthümliches Leben ihrem Zwecke entsprechen. Diessind die Organe der Ingestion und Digestion: Mund, Schlund, Magen undDarmcanal, die einsaugenden Adern vom Darmcanal aus, welche in ihrem Fort-gange Drüsen, dann zusammenlaufende Eaiiäle bilden, die sich endlich in euren eui-zigcn sammeln. (S. Verdauung, Assimilation, Ernährung.) Bishierher wurde der aufgenommene Stoff immer geläuterter, dem organischen Lebenimmer verwandter, alle Qualitäten des Organismus, alle verschiedene des organi-schen Lebens fähige Stoffe, aus denen der Organismus besteht, aber in völligerIndifferenz (gleichsam schlafend, durch den höher» Gegensatz noch nicht zum Lebengeweckt) enthaltend. Jetzt wir d diese Masse durch Verbindung mit dem ätherischenLeben zum Hähern organischen Leben geweiht; sie wird zum Blut. Dies gejchlehtin den Lungen (s. d.), von welchen das Blut in der linken Herzkammer sich sam-melt. Jetzt ist das Blut eine mit Leben begabte Flüssigkeit, alle Qualitäten dessel-ben treten aus einander, mit dem ätherischen Princip, als dem Ausdruck höher» Le-bens, zu reger Thätigkeit bestimmt, flieht es, vom Mittelpunkte sich verbreitend, inden ganzen Organismus, in unzähligen Strömungen neubelebten Stoff allenthal-ben veriheilend. Dadurch wird das Avteriensystem in seinen Verzweigungen biszum feinsten (»(deichen gebildet. Jetzt ist dieser belebte Stoff im ganzen Organis-mus verbreitet, jedes einzelne Organ ist davon durchdrungen, jedes theilt ihm nunden specifischen Lebenscharakter mit, den es besitzt, und so durchläuft nun jeder ein-zelne Stoff seinen Lebenscirkel. Ein Theil dieses Blutes vermischt sich, mittelstder innigen Verbindung mit dem ätherischen O.rygen, als gerinnbare Faser in dieerste organische Form, das Zellgewebe (eine Art organischer Krystallisation), setzt sichan die Stelle des Gleichen an und verbindet sich mit ihm zu dem nämlichen Or-gan, um entweder, wenn es noch in der Entwickelung und Ausbildung begriffenist, diese zu befördern, oder dasVerbrauchke, Untaugliche zu ersetzen, wodurch denndie verschiedenen Gestalten und Zusammensetzungen der Bestandtheile des Körpersgebildet und erhalten werden, die theils in der Aellform, in der Gefäßform, in derBündelform und Hautform vorkommen und verschiedene eigenthümliche Gewebeoder organische Systeme bilden, aus denen alle feste Theile des menschlichen Or-ganismus bestehen, als: das eigentliche Zoll-oder Fasergewebe, die verschiedenenHäute, Drüsen, Haare, Knochen, Knorpel. Muskeln, Gesäßmuskeln, Adern, dasHaargefäßsv stein, die Nerven mit dem Gehirn. Diese einzelnen Bestandtheile bil-den durch mann gfache Verbindungen die zufl-mmengesetzren Organe, deren eigen-thümlicher Ban der Ausdruck des ihnen einwohnenden eigenthüml ch » Lebens,und in deren Verbindung ihre besondere Thätigkeit oder Function gegrün et ist.Ein andrer Theil des Blutes ist bestimmt zur Verwandlung in besondere Flüssig-keiten; dies ist die Function der Absonderungen, denen gewisse Organe gewidmet