Band 
Achter Band. O bis Q.
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Physiologie (Inhalt)

sind. Hierher gehört die Absonderung der Speichelsäste in den Speicheldrüsen,der Magensäfte in den Magenhäuten, der Galle in der Leber, der Milch in denBrüsten, des Samens in den Hoden, des wässerigen Dunstes in den serösen Häu-ten , des Schleimes in den Schleimhäuten. W nn die organischen Stoffe ihrenengen Leb nscirkel durchlaufen haben, so erlischt die Lebensidee in ihnen, sie ster-ben ab und werden als fremdartige, todte Theile im lebenden Organismus nichtfeiner geduldet, sondern der organischen besondern Form beraubt, aufgelöst, inCanäle aufgenommen und fortgeschafft. Düs geschieht durch die einlangendenlymphatischen Adern und durch die Nieren und Urinwege, die äußere Haut u.a. m. Das System der Irritabilität wird gebildet von der zu einer höhernorganischen Lebensform gebildeten Faser aus dem Blute, und beliebt aus der Mus-kelfaser, welche das Vermögen besitzt, durch Zusammenziehung sich zu verkürzen.(Kauze Bündel dieser Fasern bilden die Muskeln. Letztere sind theils hoble Mus-keln, zur Aufnahme und Fortbewegung von Flüssigkeiten bestimmt, wie das Her;und die Muskelhäute, theils breite Muskeln (s. d.), welche an das Knochen-system sich anschließen und zur willkürlichen Bewegung dienen. Das System derSensibilität wird von der zur höchsten organischen Lebensform gebildetenMasse als Mark dargestellt und bildet das gesammte Nervensystem. (L2. Ner-ven.) Diese verschiedenen Svsteme sind sowol in Rücksicht ihrer realen Erschei-nungen als in Rücksicht ihrer Thätigkeiten und Funetwnen in größern und kleinernEirkeln auf mannigfaltige Weise mit einander verbunden, und finden sich in jedemder einzelnen Theilganzen oder Organe wiederholt. So sehen wir z. B. allenthal-ben die einfache organische Faser als Zellgewebe, Haut :c., Gefäße, die Blutzu-, und abfuhren, Nerven, welche die höhere LebenSthärigkeit über die niedern Or-gane verbreiten und ihr besonderes Geschäft ordnen. Alle Verrichtungen der ein-zelnen Theile des gestimmten Organismus werden durch die in dem Nervensystemreal dargestellte, gleichsam verkörperte Lekeneidee, der Idee des menschlichen Orga-nismus gemäß, geleitet und in Harmonie zu dem allgemeinen Zwecke desselben ge-setzt, sodaß keinS mehr, länaer, oder zu andrer Zeit, als diese Idee erfodert, thätig ist.Diese Harmonie ist also die ungestörte Durchführung der Bbensidee, und in ihrbesteht demnach auch der normale Zustand, welchen wir Gesundheit nennen.In die Reihe dieser Harmonie der Funet onen des Organismus gehören auch dieThätigkeiten der Seele, insoweit diese von dem Organismus bestaunn werden undinsoweit sie auf diesen bestimmend zurückwirken. Denn obgleich dasLeben derSeele höher steht als das organische Lchen, indeni das letztere den unwandelbarenGesetzen des Nakurlebens folgt, das erstere aber durch Vernunft und Freiheit sichselbst bestimmt, so stehen doch auch beide durch ihre innige Verbindung in einergegenseitigen W chselwirkung mit einander. Der Organismus wirkt nämlich aufdie Seele, ein Mal durch das ihr zunächst ungehörige Terebralsystem, indem durchdie Sinnesanschauung die Seele den Stoff zu Vorstellungen erhält, den sie durchihre Thätigkeit weiter verarbeitet; dann aber ist auch das dem organischen Lebenzunächst angehörige Nervensystem, der Reproduetion ungeachtet, der in demselbenals Hemmungspunkte sich darstellenden Knoten (Ganglien, s. Gan glien sy stem),doch nicht so gänzlich von dein höhern Cerebralsyüem getrennt, daß nicht emigeVerbindung zwischen beiden stattfinden sollte. Denn eine dunkle Vorstellungvon den Vorgängen des organischen Lebens erhält die Seele durch dieses Sy-stem der Nerven in dem Gemeingefühl, und insofern diese« auf den Willen erre-gend wirkt, um gewisse Bedürfnisse des Organismus zu befried'gni, entstehen dieTriebe und Instinkte. Endlich scheint eine fortivährcnde stille Einwirkung des or-ganischen Lebens auf das höhere Nervensystem, auf das Gehirn und das Organ,der Seele stattzufinden, welche theils durch die stete Erneuerung des organischenStoffes des Cerebralsystems aus dem Blutsystem, theils auch durch die Nerven-