Verbindung von besondern Organen vermittelt wird. Durch beide Umstände scheintdas Temperament und die Abwechselung in der Stimmung des Gemüths begrün,det zu werden. Die Seele dagegen wirkt auf den Organismus schon durch vielewillkürliche Handlungen, die auf das organische Leben Einfluß haben, durch Will-kür in der Befriedigung der Triebe, ferner durch dir mit der Thätigkeit der Seelenothwendig verbundene Erregung der Thätigkeit ihres Organs, welches, indemes unter den Gesetzen des organischen Lebens steht, auch eine Hinleitung der Na»turkraft zu sich und Ableitung derselben von andern Organen zur Folge hat; end-lich durch die unmittelbare Einwirkung bestimmter Thätigkeiten und Erregungender Seele auf bestimmte Organe, nämlich der Phantasie, der Leidenschaften undder Affecten. (^. Physiognomik, Pathognomik, Mimik rc.) Allediese hier nur berührten Gegenstände werden in der Physiologie bis zum Einzelnendurchgeführt, durch Belege aus der Hähern Physik, der Anatomie des Menschenund aus der vergleichenden Anatomie der Thiere näher erörtert, und durch Ersah,rungen über krankhafte Abweichungen, wodurch manches im gesunden Zustandeschlummernde Verhältniß erst offenbar wird, z. B. die innigere Wechselwirkungzwischen Organismus und der Außenwelt, zwischen Körper und Leele, noch deutli-cher gemacht. — Tiedemann, Treviranus u. A. geben in Heidelberg seit 1825eine „Zeitschrift für Physiologie" heraus; Magendie'S „ckourn. elo pl^ilvlogiiroxperimoiil.ilo et putliuiogiguo" (Paris 1821 fg.). M. f. auch die Werke vonProhaska, Wtlbrand und Wallher. II.
Physische Geographie, oder natürliche Erdkunde, nennt man dieKunde von der Beschaffenheit der Oberfläche und des Innern der Erde und vonlcn Verhältnissen, die zwischen ihr und den verschiedenen, ihre Oberfläche bewoh-nenden lebendigen und organischen Wesen bestehe». Sie umfaßt daher eine Be-schreibung sowol der festen Theile des Erdkörpers und ihrer Eigenschaften und Ver-änderungen, als auch der flüssigen Theile, des Lustkreifts und drr darin vorkom-menden Erscheinungen und endlich der organischen Wesen, hinsichtlich ihrer geo«graphischen Vertheilung. Erst in neuer» Zeiten hat sie eine wissenschaftliche Ge-stalt erhalten, indem man in die große Masse merkwürdiger Beobachtungen Ein,heil brachte, wiewol es in manch, n Gebieten derselben noch nicht aufgehellt ist. —Die Erde (s. d.), deren Gestalt und Verhältniß zu den übrigen Weiikörpern diemathematische Geographie betrachtet, ei hielt ihre sphärische Gestalt durch Ursa-chen, die auf die sesten wie auf die flüssigen Theile wirkten. Land und Wassersind zwar auf beiden Halbkugeln ungleich vertheil!; der Boden ist jedoch im Allge-meine» unter dem Äquator so hoch als in den Polargegenden. Nimmt man dieVoraussetzung an, daß die Erde bei den Polen abgeplattet sei (s. Abplattung),so sind die Gegenden unter dem Äquator weiter vom Centrum eniftrnt als diePolargcgenden, und es folgt daraus, daß, wenn bloß dasMeer der Wirkung derCentrifugalkrast unterworfen gewesen wäre, die heiße Zone völlig hätte über»schwemmt werden müssen, und die Polargegenden trockenes Land geblieben wären.Wir kennen nur die Oberfläche der Erde, und unsere Kenniniß des Innern dersel-ben beruht auf Beobachtungen, die nicht tief in die Rinde des Erdkcrpcrs hinab-gehen konnten. Das Ergebniß derselben stellt die Geologie (s. Geognosie)zusammen, die uns zeigie, daß die ursprüngliche Bildung der Bestandtheile desErtköiperS fast in allen Perioden mit Zerstöiung, Zersetzung und Wielcrh >,:el,lang verbunden war, daß die Sitze des organischen Lebens gcwechscli haben, unddaß die Erscheinung des Menschen auf der Erde ein jüngeres Ereignis ist, vor wel-chem die Erde Jahrtausende lang von verschiedenen Pflanzengeschlechlern undThiergatlungen bewohnt war, die nach einander untergingen und erneut wurden.Man theilt die Erde ein in trockenes und unterseeisches Land. Das trockene Land,ungefähr 1 der ganzen Erdoberfläche, besteht aus Hochland oder Bergen (s. d.)