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Physische Geographie
gen das nördliche Gebiet auffallend arm an Landseen. Eine Reihe von Seen, dieaber im Allgemeinen kleiner als die Bergseen der alten Welt sind, zieht sich längsder Andeskette, von ihrem südlichen Ende durch die Landenge und Mexiko bis zuihrem nördlichen Endpunkte. In dem ebenen Lande Südamerikas sind, wie inden südlichen Theilen der alten Welt, weniger Seen, und die Ähnlichkeit ist nichtMinder ausfallend in der nördlichen Hälfte, wo das Gebiet um die Hudsonsbaieine Menge von Seen hat, die in Anzahl, Charakter und Lage mit den Wasser-sammlungen übereinstimmen, welche an den Küsten der Ostsee und des Eismeeresliegen. Seen sind nur in denjenigen Gegenden salzig, wo der Boden Salztheileenthält, und ihre Salzigkeit ist in der Regel größer, wenn sie keinen Abfluß ha-ben. Die meisten europäischen Seen haben Süßwasser, oder nur schwachen Salz-gehalt; das kaspische Meer aber, der Aral, Baikal und andre Seen am Altaige-birge, sowie die persischen, haben fast alle Salzwasser, weil sie theils einen salzigenBoden haben, theils durch Salzquellen genährt werden. — Das Meer (s. d.)ist die große Quelle der Wasserdünste, welche die Seen und Ströme füllen, denBoden befruchten und die Erdoberfläche mit einer üppigen Pflanzendecke bekleiden.Als die große Straße des Welthandels verbindet es die entlegensten Theile der Erdeund erleichtert den Verkehr zwischen Völkern, die durch Berge unk Wüsten ge-trennt sind. Die Küsten des Meeres waren zu allen Zeiten die Hauptsitze der Ge-sittung; in allen großen Festkonten nehmen Rohheit und Wildheit zu, je tieferwir ins Innere kommen, und eS läßt sich daher ziemlich sicher behaupten, daß dieBinnenländer Asiens und Afrikas , wo es keine Binnenmeere gibt, wie das Mtt-telmeer und die Ostsee , und keine schiffbare Ströme, wie der Amazonenfluß, dieletzten Theile des bewohnten ErdlandeS sein werden, wo die Bildung ihr Reichausbreitet. Das Meer bedeckt ungefähr H der Erdoberfläche. Gegen dieserMassermasse liegen in der südlichen und in der nördlichen Halbkugel, und in dereinen verhält sich das Meer zum Lande ungefähr wie 7 zu 5, in der andern wie 13zu 2. Man theilt das Meer in 5 große Becken, das stille Meer, das Asien und Ame-rika trennt, das atlantische zwischen Europa und Amerika , das indische, dasAsien und seine Inseln von Afrika scheidet, das nördliche und das südliche Po-larmeer. Die Temperatur des Meeres wie des Landes, ist nach den Breitengra-den verschieden; die Veränderungen aber, mögen sie von der Lage oder von denJahreszeiten abhängen, sind weniger bedeutend, nicht so plötzlich und minderhäusig. Die wärmende Kraft derSonne wirkt in dem einen Falle unfeine 10—12Fuß dicke Wassermasse, während sie in dem andern etwa 2 Zoll tief ins Landeindringt. Im Meere wie in den Seen findet man das Wasser kälter, je tieferman unter die Oberfläche hinabkommt. Diese Abnahme des Wärmegrades istweder gleichförmig unter demselben Breitengrade, noch stellt sie mit der Tiefe ineinem unveränderlichen Verhältnisse, noch auch können die Abweichungen mit derEntfernung vom Äquator oder vom Pole in Verbindung gebracht werden. Einemerkwürdige Ausnahme von dieser Erscheinung ist die von Scoresby („ Veeoiint »ktliü-nalia le^ioin,", Bd. 1, S. 187 fg.) gemachte und auf den neuern Reise»ins Polargebiet bestätigte Beobachtung, daß im grönländischen Meere der Wärme-grad mit der Tiefe zunimmt, vielleicht weil die westliche Strömung von Nova-Zembla, die durch das Süßwasser der großen Ströme NordasicnS specifisch leichterwird, über die.Schicht des durch diese Breitengrade gehenden GolfüromeS steigenkann, dessen warmes Wasser daher in der Tiefe sich befindet. Beide Pole sindvon einer ewigen Eiszone umgeben, deren Breite mit den Jahreszeiten wechselt.Auf der Westseite des atlantischen Meeres ist die äußerste Grenze der offenen Seeim Winter unter dem 66. od. 67. Breitengr. an der Küste Grönlands ; unter d.5. bis 6. Gr. O. L. aber bleibt die See bis zum 76. bis 79. Gr. offen. ImSommer sind Schiffer längs der Baffinöbai bis zum 77„ an der Küste von Ldpitz-Eoiiversariviis-Lexicon. Bd. VIII. "4