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Physische Geographie
bergen bis über den 81. und in der Bebringsstraßc bis zum 11. (Arade gekommen.In der südlichen Halbkugel ist die Schifffahrt über d. 60. Grad hinaus sehr schwie-rig. wiewol man im Sommer über 10 Grad näher zum Pole gekommen ist. Aufdie Salzigkeit des MeerwafferS haben Strömungen, Stürme, Regen, einströ-mende Flüffe und Verdunstung viel Einfluß. Nach Marcet's Versuchen ist dasmustere specifische Gewicht des Oceans auf 102,'11 anzunehmen. Der südlicheOcean, der weniger Flußwaffcr aufnimmt als der nördliche, ist salziger als dieser.Im Allgemeinen ist das Meer am salzigsten, wo es am tiefsten und am weitestenvom Lande entfernt ist. — Über die periodische Bewegung des Meeres (2 Malinnerhalb 24 Stunden) s. Ebbe u. Flut. „Sie sind am unbedeutendsten inden Polargegenden, am stärksten unter dem Äquator. Die größte Flut ist imMeerbusen St.-Malo. Abgesehen von diesen regelmäßigen Bewegungen, ist dasWaffer des Oceans kaum irgendwo in steter Ruhe. Ocrtliche oder vorübergehendeStrömungen werden durch Winde, einströmende Flüffe, Schmelzen von Eisfel-dern, und andre Ursachen hervorgebracht; es gibt aber auch gewiffe fortdauerndeund allgemeine Strömungen, d'e man von 2 großen Bewegungen, der Bewe-gung der tropischen Gewässer in westlicher Richtung um die Erde, und dem Laufeder Polargewäffer gegen den Äquator, ableitet. Jene wird durch die Moussons-oderMonsoonSwinde(s.Win d) bewirkt, diese ist schwerer zu erklären und vielleichtnoch nicht durchaus als Thatsache erwiesen. Die große tropische Strömung findetzwischen d. 30. Breitengr. nördl. und südlich voni Äquator statt. Ini atlantischenMeere theilt sie sich in 2 Arme, wovon der eine der bekannte Golfstrom ist, derandre aber, wie man annimmt, längs der Küste Brasiliens sich zieht und um dasVorgebirge Horn sich biegt.
Das Klima (s. d.) einer Erdgegcnd, das auf die Fruchtbarkeit derselbenebenso viel Einfluß, hat als Lage und Boden, hängt zwar hauptsächlich von ihrerEntfernung vom Äquator und der Höhe über der Meeresfläche ab, aber auchdie Beschaffenheit der Oberfläche, der Grad dei Feuchtigkeit, die Nähe oder Ent-fernung vom Meere, von Seen oder Bergen, Sandsteppen oder Eisfeldern, undvielleicht die innere Wärme der Erde, haben Einfluß darauf. Die mittlere Tem-peratur der Erde unter dem Äquator, die unter jedem Meridian ziemlich gleichför-mig ist, wird von Humboldt zu 81" 5' Fahrenheit angenommen. Die Abnahmeder Warme aber in der Entfernung nördlich und südlich vom Äquator richtet sichin beiden Hemisphären und in derselben Hemisphäre unter verschiedenen Meridia-nen, nach verschiedenen Gesetze». (S. Warinevertheilung.) — Die At-mosphäre ls. d.), eine elastische Flüssigkeit, die den Erdball umgibt, wird ge-wöhnlich in 3 Schichten getheilt, wovon die erste bis zur Linie des ewigenSchnees (in Europa 9 — 10,000 Fuß über dem Meere) reicht, die zweitebis zur Wolkenhöhe steigt, wo die Dämmerung entsteht und die dritte von hierbis an die Grenze hinausgeht. Ihre Bestandtheile sind Sauerstoff, von dessenGegenwart hauptsächlich die LebenSverrichtungen der Thiere und Pflanzen abhän-gen, und Stickstoff, womit eine geringe Menge von kohlensaurem Gas, und inden höher» Regionen, wo die Meteore entstehen, wahrscheinlich Wasserstoffgasverbunden sind. — Die ungleiche Vertheilung der Wärme auf der Oberflächedes Landes und des Wassers stört nothwendig das Gleichgewicht der Atmospkäre,und bringt jene Luftströmungen hervor, die man Winde (s. d.) nennr. Manhält sie für das Ergebniß zweier, durch die ganze Masse der Atmosphäre gehendenallgemeinen Bewegungen. Die schwere und kalte Luft der Polargegend und dieder gemäßigten Zone hat ein Streben, die warme und verdünnte Luft der heißenHone zu verdrängen und erzeugt in jeder Hemisphäre eine Strömung gegen den'Äquator hin. 11m aber die den höher» Breiten entzogene Luft zu ersetzen, gehtüber diesen Luftstrom eine Gegenströmung vom Äquator zu dem Pol. Diese bei-