Band 
Achter Band. O bis Q.
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532 Pianoforte

Solostimme zu begleiten ist, wie z. B. in der Symphonie, im Chöre oder auch inden Ritornellen der Arien und Concerte pflegt man in gut eingespielten Orchesterndiese Regel immer zu befolgen. Allein bei der Begleitung einer Solostimme, siebestehe nun in einer Ling- oder Instrumentalstimnie, macht es die Schwäche der-selben nothwendig, das Piano noch schwächer, ja oft gleich dem Pianissimo vor-zukragen, damit die Hauptstimme durch die Begleitung nicht zu sehr bedeckt werde.Seltener sind die Fälle, wo das Piano stärker als gewöhnlich vorgetragen werden»lufi. Bei dem Wechsel bes Piano und Forte ist die größte Übereinstimmung allerInstrumentiste» erfoderlich, wenn die Wirkung nicht verloren gehen soll.

Pianoforte (gewöhnlicher als Fortepiano ) heißt das musikalische In-strument, dessen Saiten über mehre auf dem Resonanzboden aufstehende Stege ge-spannt, und durch kleine bedeckte Hämmer mittelst der Taste» in Schwingung ge-setzt und, wo ein Nachhallen nicht beabsichtigt wird, nach Berührung der Tastesogleich wieder (mittelst lederner Dämpfer) abgedämpft werden. Das Pianofortehat über das Clavier den Lieg davon getragen, hauptsächlich durch Fülle, Stärkeund Dauer des Tons. Die Ltärke des Tons hat man auch dadurch vermehrt, daßman die Zahl der Saiten für jeden Ton vermehrt hak. Gewöhnlich sind jetzt diePianofortkS dreichörig, d. h. für jeden Ton sind 3 Saiten vorhanden. DieHämmerchen schlagen gewöhnlich von unten an die Saiten; neuerdings aber hatman in Wien auch Instrumente unter dem Namen Kapokasten gebaut, beiwelchen die Hämmer von oben auf die Saiten fallen, und diese Instrumente habeneinen noch stärker» Ton. Theils eine Veränderung, theils eine Verlängerung desTons wird hervorgebracht durch die Züge, doch pflegt man jetzt nur wenige anzu-bringen. Die wesentlichen sind: 1) Der Zug, durch welchen die Dämpfer gehobenwerden. Er wird oft zum iüriln-üme, gemißbraucht, und um den Mangel an Prä-cision im Lpicl zu verstecken. Man bezeichnet ihn in den Compositioncn gewöhnlichdurch ?e,I. (l'eilalo) oder(A, und dieWeglassung oder das Fallenlassen der Dämpferdurch einen Stern. 2) Der Pianozug und 3) die Verschiebung, Verrückung, auchbezeichnet durch: a um, ulmr.la. weil hier derHammer nur eine Saite berührt, waseinen sehr schwermüthigen Ton hervorbringt. Früherhin vertrat das Clavichord(Clavier) und der Flügel die Stelle des Pianoforte, mir welchem es den Vorzugtheilt, daß ein einziger Spieler auf demselben eine volle Harmonie hervorbringenund die schnellsten und schwierigsten Tonsolgen durch eine leichte Mechanik ausfüh-ren kann; weßhalb auch diese Instrumente das Studium der Harmonie ungemeinerleichtern. Dem Clavier steht es in dem einzigen Punkte nach, daß bei diesem derAnschlag der Finger auf die Bildung des Tons größer» Einfluß hat; während dieTöne bei dem Pianoforte gleichsam fertig und bereit liegen. — Die Gestalt derPianofortes betreffend, so sind die gewöhnlichsten tafelförmige, welche gewöhnlichschwächer im Tone sind, und flü gelförmi ge; letztere sind wieder lange Flügel undLtutze. Den langen Flügeln wird als Toncerkinstrumeuten der größte Unifang unddie größte Stärke gegeben. Der gewöhnliche Tonumfang der jetzigen PianoforteSist 6 Octavcn von dein tiefen tlnntra-b ausgehend. Man hat auch Instrumentein aufrechtstehender Form gebaut, s. B. Dietanaklasis, welche aber weniger imGebrauche sind. Erfunden wurde das Pianoforte von Chr. Göttlich Schröder ausHohenstein in Sachse» geb. ün Anfange des 18. Jahrh, (gegen 171) in Dresden ).Freilich aber erhielt es erst allmälig durch Verbesserungen den Grad der Vollkom-menheit, durch welche es in allen musikalischen Unterhaltungen eine so bedeutendeRolle spielt. An Stärke und Festigkeit zeichnen sich die englischen Instrumentevor allen aus, sie sind aber auch schwerer zu behandeln und sehr kostbar. Unter dendeutschen Fortepianos gibt man noch immer den wiener Instrumenten den Vorzug.Die besten Meister sind jetzt Stein, Streicher, Lesche, Anton und Konrad Graf ,Beyer, Seidler, Fritz, Lauterer. Leichtigkeit, Präcision und Gesang zeichnen