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Pianoforteschule Piatoli
diese Instrumente aus. Doch gibt es auch an andern Orten gute Pi'anofortebancr,z. B. Xusting in Berlin, Stange und Rosenkranz in Dresden , Groß und Trent-lin in Leipzig u. s. w.
Pianoforteschule, so nennt man die schriftlichen Anleitungen dasPianoforle zu spielen. Die berühmtesten Werke dieser Gattung sind die Löhlein'schePianoforteschule, nachher durch A. E. Müller und zuletzt (in der 8. Ausg.) vonC. Czerny (Leipzig bei Peters) herausgegeben; ferner Adam'S Pianoforteschule desConservatoriums zu Paris , und Cramer's Werke dieser Gattung. In Kurzemwird auch Hummel seine ausführliche Pianoforteschule herausgeben.
Pianisten, Vater der frommen schule» (m Polen Piaren), heißen dieGlieder eines geistlichen Ordens, der außer den 3 gewöhnlichen Mönchsgelübdennoch ein viertes beobachtet, vermöge dessen er sich dem unentgeltlichen Unterrichteder Jugend in Volksschulen und Gymnasien widmet. Dieser Orden wurde im An-fange des 11. Jahrh, von Ios. Casalanza (st. 1618), einem spanischen Edel-iiiaiine, zu Rom gestiftet, 1621 u. d. Tit. des Ordens der regulirten Kleriker undArmen der Mutter Gottes zu den frommen Schulen (,?rl>ol.irum ch-irun>, daherder Name Piaristen ) voni Papst bestätigt, und 1690 für seine gemeinnützigen Be-mühungen durch die wichtigsten Privilegien der Bettelorden belohnt. Die Piaristen sind reguline Wcltgeistliche, wie die Jesuiten , mit denen sie nicht nur die Tracht,sondern auch den Zweck, zum Vortheil ihrerKirche auf die Volkserziehung zu wir-ken, gemein haben, und daher seit ihrer Entstehung Nebenbuhler derselben. Sieverbreiteten sich bald in den Ländern der katholischen Christenheit, besonders in denöstreich. Staaten, und wurden bei einer der jesuitischen ähnlichen Ordcnsverfassungzahlreich und kraftvoll, ohne sich den Dorwurf der Herrschsucht und Einmischungin politische Händel zuzuziehen, wie diese. Vielmehr verdanken sie ihren unleugba-ren Verdiensten um das Wchulwesen die ungestörte Fortdauer und Blüthe ihresOrdens. Noch jetzt stehen viele Gymnasien und Volksschulen in Ungarn und Polen unter der Leitung der Piaristen; auch in Böhmen, Mähren, Schlesien und List-reich haben sie noch ansehnliche Collegien. Nur ihre Ordcnsverfassung ist, soweitsie in das öffentliche Schulwesen eingreift, den Zwecken des StaatS angepaßtworden. Ist
P iaster, eine span. Silbermünze, welche 8 Silberrealen (daher er auch?wc>cko .i oobo, Stück von achten heißt) oder etwas mehr als einen deutschen Con-veniionsthaler (1 j Thlr.) gilt. Zuerst wurde sie bloß in Spanien , jetzt aber auchin andern Ländern Europas, namentlich in Italien , geschlagen. Auch gibt estürkische Piaster, welche etwa 4 Gr. gelten.
P i a fto l i (Lcipio), kais. russ. Staatsrath, geb. zu Florenz um d. 1.1750,wo stin Bruder alsGalerieinspector lebte, war anfangsCapuziner in einem Klosterbei Florenz , Hauskaplan beim Grafen Marchisio, dem ersten Minister des Her-zogs von Modena , dessen Bibliothek sowie die grosikerzogliche er zu seiner Bildungfleißig benutzte. Hier lernte ibn die reiche Fürstin Lubom irSka kennen, und bewogihn, als Lehrer ihres Pflegesohns, des jetzigen Fürsten Luboniirski, und als Ge-sellschafter sie auf ihren Reisen zu begleiten. In Warschau wurde der geistvolle P.dem König Stanislaus bekannt, der ihn zu seinem Vorleser wählte und ihm baldsein volles Vertrauen schenkte, sodaß P. über des Königs Schlafgemach wohnteund zu jeder -Ltunde zu ihm kommen durfte. Dadurch trat er mit den gebildetsten,edelsten Polen in nähere Verbindung. Seine Studien wandten sich jetzt von bel-asten und neuen classischen Literatur zur StaatSwissenschaft und namentlich zurLandes- und Staatskunde von Polen . Es war die Zeit von 1790, wo politischeOrganisationsideen die besten Köpfe lebhaft beschäftigten. Damals entwarf P. zu-gleich mit Kolontav und Ignaz Potocki (s. d.) die Constitution vorn 3. Mai1791. Nach dem Umstürze derselben und nach der zweiten Theilung Polens reiste