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Achter Band. O bis Q.
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Piccini (Nicolo — Louis)

besten duschten oft die gründlichsten Kenner. Er selbst nannte dies Beginnen, wo-durch er sich einen bedeutenden Verdienst erwarb, immer nur seine „unschuldigenBetrügereien". Da er ein eifriger Protestant war, so verliest er, nachdem er sichbereits einen großen Ruf als Künstler erworben, mit seinem Vater sein gegen seineGlaubensverwandten unduldsames Vaterland und begab sich nach Holland , wo erreichliche Beschäftigung durch die dortigen Buchhändler erhielt, die sein Talent zurVerzierung ihrer Verlagswerke in Anspruch nahmen. Dies schadete der fleißigenAusführung derselben und seinem Künstlerrufe schon bei seinem Leben so, daß be-reits damals Kenner nur noch seine ältern Arbeiten schätzten. Zu dem Besten, waser lieferte, gehören die Bildnisse von seinem Vater, von Roger de Pilar und vomPrinzen Eugen; ferner sein Kindermord und die Poussin und Lesueur Hochge-stochene Darstellung der Zeit, wie sie die Wahrheit enthüllt, desgleichen eines ar-kadischen Schäfers, der Kalliope und Terpsychore. Am bekanntesten wurde er aberdurch die trefflich gearbeiteten Kupfer zu dem in Amsterdam von 1723—43 in 11Bdn., Fül., erschienenen „Irailü <st'8 o, rüinonies Ieli^ieii 808 ,Io Ioult'8 los II. 1 -(Die Kupfer zu einer in Paris später herausgekommencn neuen Aufl. die-ses Werks sind bei weitem weniger schön.) Im Ganzen sind P.'s Figuren sauberund elegant und meist mit viel Geist gezeichnet; dem Ausdruck der Köpfe schadeteer aber oft durch zu viele Punkte und seine Gewänder sind zuweilen steif. Er starb1733 in einem Alter von 60 I. zu Amsterdam .

Piccini (Nicolo), geb. 1728 zu Bari im Königreich Neapel , wurde vonseinem Vater, einem Musiker, dem geistlichen Stande bestimmt. Aber die ganzeSeele des Knaben war einzig auf Musik gerichtet. Der Bischof von Bari bemerkteeinst die Richtigkeit seines Gesanges sowohl als der Begleitung auf dem Clavicr; erahnete ein seltenes Talent und bewog den Vater, seinen Sohn das Eonservatoi iumdi Santo-Onofrio besuchen zu lassen, an dessen Spitze damals der berühmte Leostand. 1742 trat er hier ein und wurde einem untergeordneten Lehrer übergeben,dessen trockener und geistloser Unterricht ihn zu dem Entschluß brachte, für sich alleinund nach eigner Ansicht zu arbeiten. So componirte er ohne Regel und Anwei-sung Psalmen, Motette», Opernarien und endlich eine ganze Messe. Davon hörteLeo, ließ sich die Partitur bringen, und gab Befehl, sie zu probiren. Umsonst batP., ihm diese Beschämung zu ersparen; er mußte selbst die Aufführung dirigiren.Alle Zuhörer brachen in Lobeserhebungen aus. Leo tadelte ihn ernst, daß er s. aus-gezeichneten Talente den Launen s. ungeregelten Phantasie habe überlassen wollen,statt sie durch ein gründliches Studium seiner Kunst auszubilden. P. schob dieSchuld aufs. Lehrer; Leo wurde sanfter, schloß ihn in seine Arme und gab ihmnun alle Morgen selbst Unterricht. Nach Leo'S Tode ward P. Durante'S Liebling.Nach 12jährigen Studien trat er 1754 aus dem Conservatorium, ausgestattet mitallen Kenntnissen in der Musik, und einem Feuer, einer Glut der Phantasie, dieungeduldig eine Gelegenheit erwarteten, sich zu äußern. Der Prinz v. Vintimille brachte ihn bei dem Vorsteher des Theaters der Florentiner in Vorschlag. DerKünstler setzte die Oper „de sto,„w Sie ward mit Beifall aufge-

nommen, und P. componirte im nächsten Jahre „I.e ^closie" und dann „l> en-rio-u, ,lel >>i'»§»ric, ,1,-nnin". Letztere wurde, was kaum je geschehen, 4 Jahrehinter einander mit Beifall auf die Bühne gebracht. Immer mehr entwickelte sichP.'s Genie und erhob sich zur ernsten Gattung in der „Zcnobia", die er 1756 fürdas Theater von San-Carlo componirte. Sein Name verbreitete sich nach Rom ;er wurde 1758 dahin berufen, um den „4Ie88!,,,,I,D „eil' zu componiren.

1760 erschien s. berühmte Oper „Oeeebins" oder „da buo„-> li^liuola". die inRom und nach und nach auf allen Theatern Italiens einen unerhörten Beifall er-hielt. Eine eigne Erwähnung verdienen die beiden Finale, die von einer ganz neuenErfindung waren. Im darauf folg. Jahre erlangte er in der ernsthafte» Gattung